Familienvorstellung 18 Uhr
Das war eine ziemlich kurzfristige Entscheidung, ich habe die Karten zwei Tage vorher gebucht, und überraschenderweise noch sehr gute Plätze bekommen. Mit dem Zug nach Gutenstein zu fahren, war ein bisschen langwierig, aber nicht unangenehm. Darum auch die Vorstellung am Sonntag, nach der späteren am Samstag fahren keine Züge mehr.
Das Theaterzelt war passend im Ägypten-Stil dekoriert mit von Hieroglyphen verzierten Mauerteilen und Widdersphinxen an beiden Seiten der Bühne (versinnbildlichen, wenn ich mich jetzt nicht ganz irre Amun).
Nach einem kurzen ruhigen Prolog, von Anchesenamun gesprochen, ist man mit „Pharao ist tot“ gleich mittendrin. Am Anfang treten Tutanchamun und Anchesenamun noch als Kinder auf, Tutanchamun ist, weil seine Mutter nur eine Nebenfrau Echnatons (auch der Ketzerkönig genannt) war, nicht zum Thronerben bestimmt. Die Götter wollen es so, scheints, denn ihm fällt durch Zufall die Krone in den Schoß, während sich Heerführer Haremhab und Wesir Eje mit Königmutter Teje um die Nachfolge streiten.
Der Neunjährige (übrigens von einem Mädchen dargestellt) wird fortan einer Reihe von Prüfungen unterzogen, Haremhab mit Drill und Eje mit Weisheit zum Herrscher erzogen und ausgebildet. Der Wechsel vom Kind zum Mann geschieht beim Bogenschießen. Der Kleine steht mit dem Bogen da, der Große tritt hinter ihn, bleibt für Augenblicke mit dem Kind zusammen stehen, bevor dieses die Bühne verlässt, und der erwachsene Tutanchamun den Pfeil schießt.
Im zweiten Akt gibt es eine Szene, in der Tutanchamun auf einer Bootsfahrt am Nil von Nilpferden unter Wasser gerissen wird, nachdem Haremhab den Leitbullen mit einem Pfeil trifft. Auf die Lösung auf der Bühne war ich gespannt und sie ist genial, will ich meinen. Das Ganze wird durch einen Tanz dargestellt, die Tänzer tragen Kostüme in Form von dicken Hippohinterteilen mit Schwänzen. Im Vordergrund wird ein dünner Vorhang herunter gelassen, auf der man eine Projektion der Welt unter Wasser sieht.
Überhaupt wird viel mit Projektion gearbeitet, die Hauptkulisse stellen die beweglichen Mauerteile dar, die die ganze Zeit auf der Bühne sind. Von Bühnenbild und Kostümen wartet Tutanchamun auf jeden Fall mit viel mehr Ägypten-Feeling auf, als Aida, kann ich definitiv sagen.
Auch das Ende ist genial gemacht. Man sieht wiederum hinter einem dünnen Vorhang Tutanchamun durch den Eingang einer Grabkammer (Tal der Könige) die Bühne verlassen. Es wird nicht dargestellt, woran er stirbt, das ist passend, weil das bisher immer noch ein Mysterium ist. Eine der Theorien ist seine Ermordung. Nach ihm übernimmt Eje den Thron.
Kurz zur Cast
Jesper Tydén
Toll, hat gut als Pharao gepasst. Stimmlich top und da immer oben ohne auf der Bühne, auch ein durchaus nicht zu verachtender Anblick

Sabine Mayer
Eine tolle Anchesenamun, super genial beim Tanz der Hathor und beim wunderschönes Liebesduett „Spürst du diese Kraft?“
Kerstin Ibald
Sie hat den Vogel abgeschossen! Im ersten Akt glänzt sie als Königmutter Teje, mit goldener Krone, im zweiten tritt sie als nubische Prinzessin Saamiya auf. Beide Figuren werden ermordet, zwei Tode in einem Stück ist bestimmt auch ein Rekord *g* Ich mag ihre Stimme einfach total gern.
André Bauer
Mein zweiter Liebling und alter Eli-Bekannter. Sehr ausstrahlungsstark und würdevolles Auftreten, er stellt den ruhigen und eher auf Klugheit setzenden Kontrapart zu Rob Fowlers Haremhab dar.
Rob Fowler
Er stellt den nach Macht strebenden General furchterregend und nachdrücklich dar. Stimmgewaltig in seinen Soli, genial!
Harald Tauber
Hat mit Ofir, dem Beamten und Bürokraten vom Dienst eine eher komödiantische Rolle inne. Sehr amüsant, wie der schließlich kollabiert, als Tut eine Menge ändern will.
Karoline Vetter
Junger Pharao, sehr süß und eine schöne Stimme. Hat im zweiten Akt, so wie die anderen Kinder noch einen Auftritt als Straßenkind.
Fazit: unbedingt empfehlenswert!!!!!