Ein Geschenk mit Folgen

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Ein Geschenk mit Folgen

Beitragvon Heldin » 27.05.2008, 16:03:05

So, hiernochmal etwas Neues!
Keine Angst, ich schreibe bei meinen anderen auch weiter, aber bin gerade im Prüfungsstress, brauche zwischendurch mal etwas Neues :D
Handlung ist frei von mir erfunden, einige der Personen, die darin vorkommen, gibt es auch im richtigen Leben (nicht alle); aber auch nicht in dem Zusammenhang, das alles ja nur erfunden ist :wink:



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Ich freute mich sehr, als ich von einer Freundin von mir vorzeitig den Besuch der Sommernacht des Musicals geschenkt bekam. Am Tag der abreise packte ich aufgeregt meine Koffer und fuhr mal wieder viel zu früh los zum Bahnhof. Dort angekommen musste ich mal wieder über eine Dreiviertelstunde an den Gleisen warten, bis der Zug endlich kam. Ich war total aufgeregt, überprüfte mindestens zehnmal, ob ich auch wirklich alles hatte, Zugtickets, die Eintrittskarte und die Bestätigung der Hotelreservierung. Nachdem ich mir ganz sicher war, dass ich nichts vergessen hatte, machte ich es mir mit meinem ipod im Zug bequem und wartete, bis die lange Fahrt endlich vorbei war.
In Dinslaken angekommen, suchte ich als Erstes mein Hotel auf, um dort einzuchecken. Es war ziemlich voll dort, ich quetschte mich an einer Menschentraube vorbei und stellte mich an der ebenfalls überfüllten Rezeption an. Dort arbeitete eine Frau, die schon eine sichtlich genervte Miene zog, lustlos verteilte sie den neuen Gästen ihre Schlüssel und tippte immer wieder etwas in ihren kleinen Computer ein, der vor ihr stand. Als ich endlich an der Reihe war und ihr meine Reservierung zeigte, fragte sie, ob ich mir sicher bin, dass ich auch wirklich im richtigen Hotel gelandet bin, da es ein paar Straßen weiter noch andere gab.
„Ähm, ja, Sie sehen doch auf der Adresse, dass sie richtig ist.“
„Einen Moment,“ erwiderte sie und tippte wieder etwas in ihren Computer ein, dabei schaute sie ein paar Mal auf meinen Reservierungsbescheid.
„Es tut mir Leid, aber auf ihren Namen ist nichts reserviert,“ gab sie mir schließlich zu verstehen.
„Das kann nicht sein,“ sagte ich erschrocken.
„Vielleicht haben Sie etwas übersehen,,“
„Nein, tut mir Leid, ich bin alle Reservierungen für heute noch einmal durchgegangen, ihr Name ist nicht dabei.“
In dem Moment kam mir die Überlegung, ob meine Freundin das Hotel vielleicht auf ihren Namen reserviert hatte, aber auch dafür fand die Frau an der Rezeption keine Reservierung.
„Und was mache ich jetzt?“ fragte ich die Frau und schaute sie hilflos an.
„Wie gesagt, ein paar Straßen weiter gibt es weiter Hotels, Sie können es dort versuchen. Ich kann Ihnen leider nicht weiterhelfen, wir sind vollkommen ausgebucht.“
„Das darf doch nicht wahr sein,“ meinte ich, verließ dann aber geknickt das Hotel. Was sollte ich schon machen?
Ewig lief ich die Straßen entlang und suchte nach einem Hotel, aber jedes, das ich fand, war bereits ausgebucht. Ich kam mir vor wie in einem schlechten Film, das durfte echt nicht wahr sein!
Frustriert machte ich mich auf den Weg in das Burgtheater und nahm mir vor, mir deswegen nicht den Abend versauen zu lassen.
Ich freute mich auf Pia und meine Freunde, alles andere wird sich danach zeigen, dachte ich mir.
Meine Freunde warteten schon auf mich.
„Da bist du ja endlich, hallo“ begrüßten sie mich.
„Ja, ich hatte einige Probleme mit dem Hotel und Obdachlos bin ich heute Nacht auch,“ erklärte ich ihnen und zeigte auf meinen Koffer.
„Au weia,“ bedauerte eine meiner Freundinnen und schließlich gingen wir herein, um noch einen Platz so Nahe der Bühne wie möglich zu ergattern.
Die Show war toll, nur leider verging sie wieder viel zu schnell.
Danach ging ich noch mit meinen Freunden an den Ausgang, an dem wir auf Pia warteten und nachdem diese da war, wir alle ein Foto mit ihr gemacht hatten und noch eine Weile so dastanden, verabschiedeten sich die anderen, da sie nun leider zurück mussten.
„Was machst du jetzt?“ fragte mich die eine noch.
„Ach, ich werde schon etwas finden,“ erwiderte ich optimistisch, doch innerlich fühlte ich mich weniger hoffnungsvoll, ich stellte mich schon mal auf eine kalte Nacht im Freien ein.
„Ich würde dir gerne helfen, aber ich fahre nun gleich wieder heim und du hast ja kein Zugticket, sonst könntest du mit zu mir gehen.“
„Ist schon ok,“ versicherte ich und lächelte ihr zu.
„Na dann, man siehst sich, wahrscheinlich dann das nächste Mal wieder in aim,“ meinte sie, drückte mich kurz und verschwand in Richtung Bahnhof.
So, was nun? fragte ich mich und lief los, einfach planlos umher, da ich keine Ahnung hatte, wo ich hin sollte.
Es war zwar August und Sommer, aber nachts war es doch etwas kühl.
Nach einiger Zeit wurde ich richtig müde, doch ich fand einfach nichts, wo ich hätte bleiben können. Ein Platz war zu dreckig, der andere zu überfüllt und wieder ein anderer war mir zu unsicher, da sich seltsame Gestalten in dieser Gegend herumtrieben.
Meine Schritte wurden schwer wie Blei, ich fror immer mehr und musste jede zweite Minute gähnen. Es half nichts, ich musste irgendwohin. Nur wo?
Auf einmal bemerkte ich ein Hotel, welches ich zuvor noch nicht gesehen hatte. Hoffnungsvoll ging ich hinein, wurde dann aber doch nur enttäuscht, als mir der Mann an der Rezeption dort auch bedauerte, dass sie restlos verbucht waren.
„Könnte ich bitte wenigstens in ihre Lobby bleiben? Hier ist es wärmer als draußen,“ fragte ich ihn und endlich bekam ich die erste positive Antwort für diesen Abend.
„Aber sicher doch, machen Sie es sich bequem,“ sagte er belustigt.
Wenigstens einer, der Mitleid hat, erkannte ich, bedankte mich bei ihm und lies mich in einen der Sessel dort fallen.
Ich wartete, dass es endlich Morgen wurde, aber die Zeit schien gar nicht zu vergehen.
Irgendwann musste ich dann wohl eingeschlafen sein, ich hatte jegliches Zeitgefühl vergessen.

Als ich wieder aufwachte, schaute ich mich orientierungslos um. Wo bin ich? Fragte ich mich und schaute mich um. Ich lag nicht mehr auf dem Sessel, in dem ich mich in der Hotellobby zusammengerollt hatte, sondern in einem Bett in einem Hotelzimmer.
Verwirrt stand ich auf. Ich durchquerte das Zimmer, konnte mir aber keinen Reim auf das machen, was ich dort sah.
Das Zimmer war groß und schön, ein Fenster stand offen. An der Seite sah ich meinen Koffer stehen und daneben noch einen fremden, der eindeutig nicht zu mir gehörte. Über die Stuhllehne des Stuhls, der daneben stand, waren auch fremde Klamotten geschmissen.
Auf einmal hörte ich ein Poltern aus einem Nebenzimmer, welches wohl das Bad sein musste.
„Hallo, ist hier jemand?“ rief ich durch den Raum. Wieder kam ich mir vor wie in einem Film, da rufen die Leute auch immer, ob hier jemand ist, bevor sie angegriffen werden.
„Jaaa, Sekunde,“ erklang es aus dem Bad.
Erschreckt schaute ihr zu der geschlossenen Türe.

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Beitragvon Sisi Silberträne » 27.05.2008, 16:10:42

Oh, was Neues! Na jetzt bin ich aber gespannt wer der rettende Engel ist ;) Irgendwie hab ich ja einen Verdacht... ;)
Zuletzt geändert von Sisi Silberträne am 27.05.2008, 16:18:11, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon ChristineDaae » 27.05.2008, 16:16:24

Ich habe keinen Verdacht... Bin aber auch schon gespannt, wer das ist :) Schreib schnell weiter :D
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Beitragvon Heldin » 28.05.2008, 16:20:54

So hier

@Sisi..wetten, dein Verdacht wird nun bestätigt? :lol:

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Diese Stimme kannte ich doch und schon im nächsten Moment trat eine mir bekannte Frau aus dem Bad.
„Pia,“ sagte ich erstaunt und fragte mich, was ich in ihrem Hotelzimmer machte.
„Guten Morgen, na, endlich ausgeschlafen?“ fragte sie mich mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
„Ja, aber was mache ich hier?“ wollte ich wissen und lies dabei meinen Blick wieder durch den Raum schweifen, wie um meinen Worten Nachdruck zu verleihen.
Pia lachte.
„Ich hatte gestern nach der Show noch etwas zu tun und bin dann erst später hier im Hotel angekommen und da sah ich dann dich in dem unbequemen Sessel liegen.“
Ich schaute sie immer noch etwas verwirrt an.
„Naja, ich habe dich erkannt, der Mann an der Rezeption hat mir dann deine Geschichte erzählt und du tatest mir Leid. Ich konnte dich doch nicht einfach auf dem unbequemen Stuhl liegen lassen, du hättest dir ja dein Genick verrenkt.“ erklärte sie immer noch lächelnd.
„Oh, danke,“ schmiss ich ihr zu und merkte, wie ich rot wurde.
Mist. Wieso musste ich ihr auch ausgerechnet in so einer blöden Situation begegnen? Das war mir doch recht unangenehm.
Bevor ich noch etwas sagen konnte, machte sie mich darauf aufmerksam, dass wir dann hinunter müssen, wenn wir noch etwas frühstücken möchten und schon schlüpfte sie vor mir aus der Zimmertüre.
Etwas unschlüssig blieb ich stehen.
„Kommst du?“ rief sie mir zu.
„Aber ich bin hier doch offiziell gar nicht im Hotel, ich habe kein Frühstück.“
„Kein Problem, wir bestellen es einfach nach,“ beruhigte sie mich und deutete mir mit dem Kopf, dass ich ihr endlich folgen sollte.

Im Frühstückssaal angekommen redete sie kurz mit einem der Kellner, schob ihn ein wenig Geld entgegen und stand schließlich wieder neben mir.
„So, dann bedien dich,“ forderte sie mich auf und schnappte sich selbst einen Teller, auf den sie ihr Frühstuck lud.
Zögern machte ich es ihr nach.
„Was bekommst du dafür?“ fragte ich, als wir uns an einem der Tische nieder gelassen hatten.
„Das ist schon in Ordnung,“ erwiderte sie und zwinkerte mir zu.
„Aber..“ bevor ich auch nur widersprechen konnte, lenkte sie ab, indem sie fragte, wie es denn dazu gekommen war, dass ich in einer Hotellobby Unterschlupf vor der kalten Nacht suchen musste.
Ich erzählte ihr die ganze Geschichte mit meiner Freundin, die für mich gebucht hatte und den chaotischen Hotel.
Sie musste lachen. „Na, dann ist deiner Freundin da aber etwas richtig daneben gegangen“, meinte sie.
Ich nickte, beteuerte dann aber, dass diese ja nichts dafür konnte.
„Stimmt,“ bestätigte Pia.
„Und nun, bleibst du noch in Dinslaken oder musst du auch wieder heimfahren heute?“ wollte sie noch wissen.
In diesem Moment erschrak ich, vor lauter Aufregung und Pia hatte ich total die Zeit vergessen.
Ich schaute auf meine Armbanduhr und hätte beinahe einen Schreckensschrei los gelassen.
Pia schaute mich fragend an.
„Nein, nein, nein, nein,“ fluchte ich.
„Mein Zug fährt in 10 Minuten, das schaffe ich niemals.“ Berichtete ich ihr resigniert.
Das konnte doch auch nur wieder mir passieren, dachte ich mir.
Pia zeigte sich zuversichtlicher. Sie rannte schon mal auf ihr Zimmer, um meine Sachen zu holen, während ich unser Geschirr zusammenräumte und es einem der Kellner übergab.
Als ich mich umdrehte stand sie bereits wieder vor mir.
„Komm,“ befahl sie mir und zusammen rannten wir zum Bahnhof, aber zu spät, mein Zug fuhr uns direkt vor der Nase weg.
„Na suuper,“ sagte ich sarkastisch und lies mich auf eine Wartebank fallen.
„Kopf hoch, dann nimmst du einfach den nächsten,“ tröstete Pia mich und wir gingen zu einen Servicepoint.
Dort erzählte Pia meine Geschichte und versuchte einen neuen Zug für mich zu organisieren, doch ihre Bemühungen waren umsonst.
Die Frau, die am Servicepoint arbeitete, bedauerte uns nur, dass alle Züge ausgebucht waren und der nächste erst wieder in zwei Wochen fahren würde.
Mein Herz begann zu rasen, was sollte ich denn bitte zwei Wochen hier machen, noch dazu ohne Hotel?
Das konnte doch nicht sein, dass es keinen einzigen Zug mehr gibt, der auch nur einen Platz frei hatte. So langsam fragte ich mich, ob sich das Schicksal gegen mich verschworen hatte.
„Das ist wieder so typisch mein Glück,“ sagte ich verzweifelt, als wir vor dem Bahnhof standen.
Pia schaute mich nachdenklich an.
„Trotzdem vielen Dank für alles,“ bedankte ich mich bei ihr und wollte mich auf den Weg ins Ungewisse machen.

„Halt, wo willst du denn hin?“ wollte sie wissen.
„Keine Ahnung,“ gab ich wahrheitsgemäß zu.
„Komm doch erst einmal wieder mit zu mir ins Hotel.“
“Und dann?“
“Dann sehen wir weiter.“
Sie schnappte sich meinen Koffer und wir liefen zurück in ihr Hotel.
Ich überlegte krampfhaft, was ich sagen könnte, aber mir fiel einfach nichts ein, so verfielen wir in ein unangenehmes Schweigen.
„Wieso tust du das eigentlich für mich, du kennst mich doch gar nicht?“ fragte ich sie, als wir wieder im Hotelzimmer waren.
„Wäre es dir lieber, ich würde dich nun auf der Straße alleine zurück lassen?“ antwortete sie mir.
„Nein, aber..aber, ach, ich weiß auch nicht, vielen Dank auf jeden Fall.“
Ermunternd strich die mir einmal kurz mit der Hand durchs Haar und schaltete den Fernseher ein. „Mal schauen, was der uns heute bietet.“
Auf einmal klingelte mein Handy.
Mist, dachte ich mir, als ich auf dem Display sah, wer es war.
„Ja?“ nahm ich ab und fragte mich, wie ich meiner Mutter die Lage schonend erklären sollte.
Ich redete eine Weile mit ihr, berichtete ihr alles und legte dann auf mit dem Versprechen mich zu melden, so bald es etwas Neues gab.
„so, wir müssen dann hier raus,“ verkündete Pia, die geduldig gewartet hatte, bis ich mein Gespräch beendet hatte.
„Raus?“ fragte ich noch einmal verunsichert.
„Ja, das Hotelzimmer muss nun geräumt werden, bald kommen die nächsten.“
„Achso,“ murmelte ich und schnappte mir meine Sachen.
Durcheinander lief ich ihr wieder nach, wartete bis sie ausgecheckt hatte und folgte ihr in die frische Lust.
„So, und nun?“ fragte ich eher zu mir selbst als zu ihr.
„Hmm, ich habe da so eine Idee,“ verkündete sie

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Beitragvon ChristineDaae » 28.05.2008, 17:19:24

Ein schöner Teil :) Pia war das also... Ich bin gespannt, was jetzt passiert. Schreib bald weiter :D
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Beitragvon Sisi Silberträne » 28.05.2008, 23:58:53

Erwartungen bestätigt :D
Was hat sie für eine Idee? Schnell weiter!
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Beitragvon Heldin » 03.06.2008, 22:47:20

soho, hier.
Ja ich weiß..totaaal realistisch :lol: :lol:

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Ich schaute sie fragend an.
„Erst einmal kommst du nun mit mir mit zum Flughafen,“ verkündete sie.
„Hier gibt es einen Flughafen?“ fragte ich und zog verwundert meine Augenbrauen zusammen.
„Nein, aber im nächst größeren Ort,“ erklärte sie lachend.
„Achso, und was soll ich da?“ fragte ich weiter.
„Na, als erstes schauen wir, ob wir noch einen kurzfristigen Flug nach München finden und ansonsten, hast du Ferien oder Urlaub?“
„Ähm, ja.“ Nun wurde ich wirklich gespannt.
„Ok, das ist schon einmal gut. Komm, wir müssen uns beeilen,“ meinte sie und lief schon einmal voraus.
„Was ist denn Plan B?“ rief ich ihr hinterher.
„Verrate ich noch nicht, los jetzt, beeil dich.“
Mit hastigen Schritten lief ich ihr nach.
Am Flughafen angekommen gingen wir zu einem der Schalter, der einzige, der offen hatte.
„Guten Tag, wir bräuchten einen Flug nach München, am besten heute noch. Wäre das möglich?“ berichtete Pia dem Mann, der dort arbeitete.
„Nein, so kurzfristig haben wir nichts mehr, tut mir Leid,“ erwiderte dieser, ohne auch nur von seinem Computer aufzuschauen.
„Hören Sie, es ist ein Notfall.“
„Sie haben keine Ahnung wie oft wir das hier zu hören bekommen, es ist doch immer ein Notfall,“ erwiderte der Mann nur trocken und grinste hämisch.
„Sie können doch bestimmt mal eine Ausnahme machen. Diese junge Dame hier,“ und dabei zeigte sie auf mich, „hat ihren Zug verpasst und findet nun keine Möglichkeit hier weg zu kommen und Hotels sind auch keine frei. Könnten sie nicht einmal eine Ausnahme machen?“
So langsam wurde es mir echt unangenehm, dass Pia hier alles für mich regelte, ich kam mir vor wie ein kleines Kind, das alleine hilflos ist, trotzdem war ich froh und dankbar, dass sie es machte. Ich wollte gar nicht wissen, was sie danach von mir denken würde.
Als der Mann hinter dem Schalter erneut verneinte, verdrehte Pia genervt die Augen und deutete mir, ihr zu folgen.
„Da kann man wohl nichts machen.“
„Und jetzt?“
„Jetzt kommt Plan B.“
In mir verbreitete sich Nervosität, unruhig knetete ich meine Hände während ich wartete, bis Pia weiter erzählte.
„Warst du schon mal in Holland?“ wollte sie schließlich wissen.
Ich schüttelte den Kopf.
„Dann hast du nun die Gelegenheit das nachzuholen.“
Mir klappte der Mund auf vor Überraschung, schnell schloss ich ihn wieder.
„A, ab.., aaber…uh,“ weiter kam ich nicht, ich schaffte es nicht auch nur einen sinnvollen Satz zu sagen, wieder merkte ich, wie sich meine Wangen röteten.
Wieso musste ich mich auch laufend von meiner besten Seite zeigen?
Pia lachte.
„Ich muss nun wieder nach Holland für Sunset Boulevard üben und da ich die seltsame Angewohnheit habe mir im Flugzeug zwei Plätze zu reservieren, dass ich viel Platz für mich habe, ist nun noch ein Platz frei und da ich dich hier nicht alleine zurück lassen möchte, schlage ich vor, du kommst vorerst mit mir mit und wir schauen dann von dort, wie du zurück nach München kommst,“ erklärte sie mir ihren Plan.
„Okay,“ sagte ich, ich konnte es kaum glauben, was ich da hörte. Sie konnte mich, eine ihr fremde Person, doch nicht einfach mitnehmen. Nicht, dass ich mich nicht freuen würde, ich würde sie auf diese Art etwas genauer kennen lernen, aber ich fragte mich, was sie dazu antrieb, dies für mich zu machen.
In diesem Moment klingelte mein Handy, meine Mutter, wieder einmal zur rechten Sekunde.
Ich nahm ab und als ich ihr meine Geschichte mit Holland erzählte, durfte ich mir erst einmal eine Standpauke über den Hörer anhören, ob ich denn nun völlig übergeschnappt sei, ob ich sie noch alle hätte und was sie mir noch alles an den Kopf warf.
Als sie sich ausgeschrieen und wieder beruhigt hatte, sah sie ein, dass dies die einzige Lösung ist, wenn ich nicht noch zwei Wochen lang hier in Dinslaken auf der Straße wohnen wollte und verabschiedete sich mit der Bitte, ich sollte sie sofort anrufen, wenn wir angekommen sind.

Als wir im Flugzeug waren und ich auf meinem Platz neben Pia saß, kam mir alles noch unwirklicher vor. Das kann nicht wahr sein, ich muss träumen, dachte ich mir, doch dazu war alles zu real.
„Ich verstehe immer noch nicht, wieso du das tust,“ sagte ich leise.
„So bin ich eben,“ sagte sie fröhlich und schaute mich an.
„Und nun hör endlich mal auf so aufgeregt zu sein und zu zittern, ich bin auch nur ein Mensch,“ ergänzte sie noch.
Ich grinste sie an. „Ich versuchs.“
„Das glauben mir meine Freunde daheim nie.“
Pia lachte wieder.
Wir unterhielten uns den ganzen Flug über prächtig über dies und jenes und als wir in Holland ankamen, fuhren wir gleich zu ihrer Wohnung dort.
Die Wohnung war schön eingerichtet, richtig gemütlich. Ich lies meine Blick über die Wände, die mit Bildern behängt waren, schweifen und betrachtete schließlich das Wohnzimmer.
„Schön hier,“ sagte ich und hörte ein „Danke“ von irgendwo hinter mir.
„Komm, ich zeig dir dein Zimmer für die nächsten Nächte,“ sagte Pia noch und lief voraus.
Es war ein schönes Zimmer, rechts an der Wand stand ein sehr gemütlich aussehendes Schlafsofa, neben an ein kleiner Tisch und auf der anderen Seite noch ein größerer Tisch mit zwei Stühlen und ein Schrank. Es war in orange tönen eingerichtet, selbst die Vorhänge über dem Fenster waren orange.
„Ich hoffe dir gefällt mein Gästezimmer,“ bemerkte sie.
„Es ist schön, richtig gemütlich,“ erwiderte ich und stellte meinen Koffer zwischen den Tisch und den Schrank, danach lies ich mich auf das Schlafsofa fallen.
„Sehr bequem,“ stellte ich fest.
„Ich lasse dich dann mal lieber alleine, damit du auspacken kannst was du brauchst und alles. Wenn du nachher fertig bist, komm einfach raus, dann schauen wir, was wir heute zum Abendessen finden,“ mit diesen Worten verlies Pia das Gästezimmer.
„Danke,“ rief ich ihr noch nach, rief schnell meine Mutter an, um sie zu beruhigen, dass ich heil angekommen war und alles in Ordnung war und find an, alles auszupacken, was ich am Abend noch brauchen würde.
Danach legte ich meinen Schlafanzug auf dem Bett zusammen und gesellte mich zu Pia in ihr Wohnzimmer.
Unsicher setzte ich mich auf die Couch ihr gegenüber.
„Fertig? Auf was hättest du denn heute Lust zu essen?“ fragte sie mich.
Ich zuckte mit den Schultern. „Was ist denn da?“
„Nicht viel, außer du hast Lust auf verschimmeltes Brot und alten Käse,“ scherzte sie.
Ich verzog die Mundwinkel.
„Pizza oder Chinesisch?“ Sie hielt mir zwei Blätter hin, die wohl zu Bestelldiensten gehörten.
„Chinesisch,“ entschied ich mich und Pia rief an, um zu bestellen.
Kaum eine halbe Stunde später kam das Essen auch schon an.
Wir setzten uns an den Tisch, den wir zuvor zusammen gedeckt hatten und aßen.
Pia aß chinesische Nudeln mit Gemüse, während ich mir überbackenes Gemüse mit Reis und süß-sauer Soße bestellt hatte.
„Puh, gut aber viel,“ verkündete Pia und trug das schmutzige Geschirr und den Abfall in die Küche.
Danach setzten wir uns vor den Fernseher und schauten uns noch einen Film an, bis ich dann ins Bett ging, oder eher gesagt auf das Schlafsofa.
Ich konnte lange Zeit nicht einschlafen, ich war ziemlich aufgedreht und konnte alles immer noch nicht fassen. Ich lag in dem Gästezimmer meiner absoluten Lieblingsdarstellerin auf ihrem Schlafsofa und wer weiß für wie lange.
Irgendwann übermannte mich dann doch der Schlaf.

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Beitragvon Sisi Silberträne » 03.06.2008, 23:18:45

Chinesisch ist immer eine gute Wahl :mrgreen:

Das Kapitel ist wieder sehr süß, gefällt mir gut. Irgendwie hätt ich damit gerechnet, dass Pia deiner Figur das Handy aus der Hand nimmt, um die Mutter zu besänftigen - so mit einer passenden zuckersüßen Bemerkung *ggg*

Schreib bald weiter!
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Beitragvon Heldin » 04.06.2008, 14:04:32

Danke :D

Und wieder ein neuer Teil:

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Am nächsten Morgen wurde ich früh wach. Im ersten Moment war ich orientierungslos, verwundert schaute ich mich um und es dauerte einige Minuten, bis mir der vorherige Tag wieder einfiel und mir wieder klar war, wo ich mich befand. Ich stand auf, öffnete die Türe und betrat das noch dunkle Wohnzimmer. Ich schaltete das Licht an und betrat den Gang, dort erblickte ich zwei Türen nebeneinander, eine davon musste zum Bad führen. Ich überlegte mir welche es war und entschied, dass es die linke gewesen sein musste, die ich gestern Abend noch vor dem Schlafen gehen betreten hatte. Ich öffnete die Türe und betätigte automatisch den Lichtschalter, der sich bei jedem Zimmer gleich neben der Türe befand, doch anstatt meine drückende Blase leeren zu können, erschrak ich. Vor mir befand sich nicht, wie gedacht, die Toilette, sondern ein großes Bett in dem in der Mitte eine zusammengerollte Pia schlief.
Scheiße, ich hatte die Räume doch verwechselt. Gerade als ich mich wieder leise umdrehen wollte und das Licht ausschalten wollte, erwachte Pia. Sie gab einen erschrockenen Laut von sich und richtete sich auf, um zu sehen, wer da in ihr Zimmer eingedrungen war.
„Entschuldigung, eigentlich wollte ich ins Bad,“ verkündete ich mit zitternder Stimme.
„Ach, du bist es,“ sagte sie erleichtert. „Das Bad befindet sich nebenan.“
„´tut mir Leid,“ stammelte ich noch und drehte mich um, um ihr Zimmer zu verlassen, hinter mir hörte ich ein unterdrücktes Lachen. So etwas konnte auch wieder nur mir passieren.
Als ich vom Bad heraus kam, war Pia schon in der Küche beschäftigt.
Ich betrat die Küche auch, bleib aber im Türrahmen stehen.
„Entschuldigung noch mal,“ sagte ich.
„Ist schon ok, du kennst dich hier ja noch nicht aus,“ beruhigte mich Pia und schenkte mir ein Lächeln.
„Willst du Kaffee?“
Ich nickte.
„Frühstück ist auch bald fertig, ich hoffe, du magst Toast.“
Wieder nickte ich.
„Hast du gut geschlafen?“
„Ja, total.“ antwortete ich.
„Das ist schön, deck doch schon mal den Tisch. Weißt du noch, wo das Besteck war?“
„Jepp,“ erwiderte ich und erledigte ihren Auftrag.
„So früh war ich schon lange nicht mehr wach, an einem meiner freien Tage,“ ärgerte sie mich, doch durch ihr Grinsen, welches sie trug, merkte ich, dass sie es nur spaßhaft meinte.
„Tja, daran wirst du dich wohl gewöhnen müssen,“ stichelte ich zurück.
Pia zeigte mir eine Grimasse. „Ich kann dich jeder Zeit rauswerfen.“
„Ich bin schon ruhig,“ meinte ich und machte einen Schmollmund.
Nachdem wir mit frühstücken fertig waren und das schmutzige Geschirr in der Spülmaschine war, fuhr Pia ihren Computer hoch, um ihre E-Mals nachzuschauen.
„Musst du auch noch an den PC?“ fragte sie, als sie fertig war.
„Gerne.“
Zu erst schaute ich auch nach meinen Mails, dann schaute ich ein paar Foren durch und letztendlich erkundigte ich mich noch auf meiner MySpace Seite, ob ich neune Kommentare oder so hatte.
„Du hast MySpace?“ Pia stand auf einmal hinter mir und schaute interessiert auf den Bildschirm.
„Hast du was dagegen, wenn ich mir dein Profil mal anschaue?“ wollte sie wissen.
Ich schüttelte den kopf und machte ihr den Platz frei.
Pia klickte auf „Profil anzeigen“, bemerkte überrascht, dass mein Profil von einem Elisabethwallpaper geschmückt wurde und begann darin zu lesen.
Ich fragte mich, was sie daran so sehr interessierte.
„Du singst?“ fragte sie schließlich, sie musste sich wohl gerade meine Hobbies durchgelesen zu haben.
„Naja, ich versuche es eher,“ gab ich wahrheitsgemäß zu.
„Lass doch mal was hören.“
„Nein,“ entfuhr es mir sofort geschockt.
„Wieso denn nicht?“ bohrte sie weiter.
„Ich sagte „ich versuchs“, dass heißt nicht, dass ich singen kann.“
„Ach komm schon, dass werde ich ja dann sehen, ob du es kannst oder nicht.“
„Nein.“
„Nun hab dich nicht so!“
„Ich kann es wirklich nicht und was sollte ich denn singen?“ In mir breite sich wieder Nervosität aus.
„Weiß ich nicht, du wirst doch bestimmt einige Lieder kennen,“ sagte sie darauf nur.
„Ja, aber ich kann nun nicht so auswendig singen, wenn dann bräuchte ich was begleitendes, eine Cdaufnahme oder so.“ Ich dachte, dass ich mich damit nun gerettet hätte, dass sie endlich Ruhe geben musste, aber sie erinnerte mich nur daran, dass ich meinen ipod dabei hatte und mir da etwas als Vorlage nehmen könnte.
Resigniert ging ich in das Gästezimmer, um diesen zu holen.
Ich drückte ihn Pia und die Hand, welche ihn gleich anschaltete.
„Wo muss ich nun drücken?“
Ich erklärte ihr, wie er angeht und wo sie sehen kann, was für Musik ich alles drauf hatte.
Momentan war noch „random songs“ eingestellt, so dass alle Lieder, die drauf waren, in einer zufälligen Reihenfolge abgespielt wurden.
Pia steckte sich einen Kopfhörer ins Ohr und reichte mir den anderen, dann schaltete sie meinen ipod an.
Oh mein Gott, erschrak ich mich.
„Draußen sind die Tage irgendwie so kalt und leer und der Wind weht eisig durch die Nacht, manchmal sind Gedanken endlos wie ein graues Meer..“ erklang die Stimme von der Schlagersängerin Michelle in unseren Ohren.
Da hatte Pia wieder genau das richtige Lied erwischt, ausgerechnet Michelle.
„Weiter,“ meinte ich nur.
Pia grinste. „Ich wusste gar nicht, dass Musicalfans auch Schlager mögen.“
„Haha.“
Pia schaltete die Randomeinstellung aus und schaute, was ich so alles drauf habe.
„Na, da sind doch einige interessante Musicals dabei, von denen du etwas singen könntest. Hattest du schon mal ein bestimmtes Lied gesungen?“
„Bellaria,“ schoss es aus mir heraus und im nächsten Moment hätte ich mir dafür am liebsten auf die Zunge gebissen.
War ich denn von allen guten Geistern besessen?
„Oh, okay. Dann sing das doch mal,“ sagte Pia erfreut und suchte das Lied heraus.
Zum Glück erwischte sie wenigstens die Version mit Susan, dass erleichterte es mir noch ein klein wenig, als wenn ich es hätte nach Elses Version singen müssen.
„Ich kann das nicht, ich kann vor dir nicht singen,“ gestand ich, als die ersten Töne erklangen.
Ich zitterte schon wieder und mein Magen fühlte sich an, als wären darin tausend Bienen Zuhause vor lauter Aufregung.
„Ach komm schon, ich beiße dich schon nicht, wenn es nichts wird,“ versuchte sie mich zu beruhigen.
Ich merkte, wie kindisch mein Verhalten gerade war und gab mich geschlagen.
So fing ich mit zittriger Stimme an Bellaria mitzusingen, zwischendurch brach meine Stimme immer wieder ganz ab und ich dachte, ich falle gleich um. Pia schaute mich dabei die ganze Zeit nachdenklich an und das verwirrte mich noch mehr, aber schließlich kam das Ende des Liedes und ich hatte es überlegt.
Ich zog den Ohrstöpsel aus meinem Ohr und atmete erleichtert, aber immer noch aufgeregt aus, meine Wangen glühten.
„Also so schlecht, wie du es immer sagst, ist es auf jeden Fall nicht,“ bemerkte Pia als erstes.
Ich schaute sie skeptisch an.
„Schau mich nicht so an, es ist so. Klar gäbe es da noch eine Menge dran zu arbeiten, aber du warst nun auch ziemlich unsicher und aufgeregt, dass hört man einer Stimme auch an,“ berichtete sie weiter.
„Ich werde dir wohl Gesangsunterricht geben müssen, so lange du noch hier bist.“
Ich traute meinen Ohren kaum, hatte sie etwa gerade gesagt, sie würde mir Gesangsunterricht geben?
„Du schaust mich gerade an, als wäre ich ein Gespenst,“ bemerkte sie lachend.
Ich grinste zurück.
„So, wir beide müssen nun los. Du kommst doch mit zu meiner Probe, oder?“
„Natürlich, wenn ich darf,“ sagte ich überrascht und erfreut.
Ich würde bei einer richtigen Probe live dabei sein, eine kleine Privatvorführung sozusagen. Das glaubt mir echt keiner mehr, dachte ich.

Da wir mit öffentlichen Verkehrsmittel in den Nachbarort fuhren, wurden wir immer wieder zwischendurch begafft von Leuten, die Pia anscheinend erkannten, einmal kam sogar ein junges Mädchen her, aber da dieses auf niederländisch redete, verstand ich nicht allzu viel, es schien aber eine Frage gewesen zu sein.
Pia lächelte und antwortete irgendwas auf Niederländisch und gab den Mädchen schließlich ein Autogramm auf das Heft, welches sie ihr entgegen streckte.
Das Mädchen sagte noch einmal etwas, dass ich wieder nicht verstand und zog dann von dannen.
„Mich würde es irritieren, wenn ich mitten auf der Straße von Fans angesprochen werde,“ sagte ich.
„Man gewöhnt sich dran,“ erwiderte Pia.

In unserem Zieltheater angekommen, wurde Pia freudig begrüßt. Es dauerte ewig, bis die ganzen Umarmungen, Küsschen links und Küsschen rechts und andere Begrüßungen endlich aufhörten. Ich stand derweilen etwas unbeholfen im Raum herum und wartete. Als endlich alle begrüßt waren, stellte Pia auch mich vor.
Die meisten mussten lachen, als sie meine Geschichte hörten, aber allen waren sie freundlich zu mir, sie bemühten sich sogar so weit wir möglich nur auf Deutsch zu sprechen.
Während Pia mit den anderen probte, setzte ich mich in der dritten Reihe auf einen Platz dort in der Mitte und schaute interessiert zu.
Es war der Wahnsinn, so eine Probe einmal live mitzuerleben, sehr Gefühlsbeladen, aber auch lustig, da manche Darsteller hin und wieder doch mal solche Fehler machten, sie sich zu versingen oder zu versprechen und die Probe ein paar Mal vom Regisseur unterbrochen wurde.
Auf einmal setzte sich jemand neben mich. Ich hatte ihn gar nicht herkommen hören, so sehr war ich mit dem Geschehen auf der Bühne beschäftigt. Es war ein junger Mann, etwa in meinem Alter, vielleicht auch etwas älter.
Er sprach mich an, leider auf Niederländisch, und streckte mir seine Hand entgegen.
Höflicherweise reichte ich ihm meine Hand und versuchte ihm klar zu machen, dass ich ihn kaum verstand.
„Ich habe dich nicht verstanden.“
Er schaute mich fragend an und erzählte wieder etwas auf Niederländisch, dabei grinste er.
Ich zuckte nur mit den Schultern.
Er zog seine Augenbrauen zusammen und schaute mich irritiert an, er startete noch einen letzten Versuch mir etwas zu sagen, verschwand dann aber, als ich ihm sagte: „Ich spreche nur deutsch.“ Das hatte er wohl genauso wenig verstanden wie ich ihn.
Pia stand auf der Bühne, schaute zu mir herunter und lachte.
„Was bitte ist so komisch?“ rief ich ihr zu.
„Na, du verschreckst deine Verehrer ja, so wirst du nie jemanden finden.“ Sie lachte immer noch.
„Wieso denn Verehrer?“ fragte ich überrascht.
„Weil er dir verkündet hatte, dass du ihm gefällst und er sich gerne mal mit dir getroffen hätte,“ übersetzte Pia, was dieser Kerl zuvor gesagt hatte.
„Achso.“
Dann probte Pia weiter, nun musste sie mir wohl noch zusätzlich zum Gesangsunterricht Niederländisch beibringen.

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Beitragvon Sisi Silberträne » 04.06.2008, 16:46:13

LOOOOOL wenn Pia sich da mal nicht einen Jux erlaubt hat und der doch nur "Hallo wie gehts?" oder sowas gesagt hat :lol:

Das mit dem auf der Straße nach Autogrammen fragen, erinnert mich an eine nette Situation, die Maya mal in einem Interview zum Besten gegeben hat. Während der Eli-Zeit in Wien, sie ist beim Fleischhauer und wird angesprochen, wegen Autogramm halt. Erst mal nix kapiert, bis ihr dann gekommen ist, dass sie unter Musicalfans doch recht bekannt ist - ein Königreich für ihren Gesichtsausdruck :lol:

Und ich bin gespannt wie deine Story weiter geht! :D
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Beitragvon Anna » 04.06.2008, 19:37:01

LOOOOL!! :lol: :lol: Die Story ist toll! Schreib schnell weiter!
Gestern war gestern heute. Doch heute ist für gestern das morgen und für morgen ist heute das gestern was für das gestern das vorgestern war.
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Beitragvon armandine » 04.06.2008, 19:46:02

Witziger Teil! Aber bei
ich hatte es überlegt.
soll das wohl überlebt heißen, oder?

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Beitragvon ChristineDaae » 05.06.2008, 17:13:47

Zwei schöne Fortsetzungen :)
Gesangsunterricht bei Pia, das könnte ich auch mal brauchen... ;) Schreib bald weiter :D
Freue dich, wenn es regnet – wenn du dich nicht freust, regnet es auch.
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Beitragvon Marie Antoinette » 07.06.2008, 14:34:06

Mir gefällt die Geschichte auch sehr gut :) .. zwar nicht grad realistisch, aber die Idee ist natürlich trotzdem gut, mal was anderes ^^

Mir ist aber auch was aufgefallen:

Piaisthebest. hat geschrieben:War ich denn von allen guten Geistern besessen?


Heißt es nicht "von allen guten Geistern verlassen" ?

Sonst bleibt mir nur eines zu sagen - mach bald weiter... :)

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Beitragvon Heldin » 19.06.2008, 00:31:01

So, auch mal wieder eine Weiterführung, hier hast du sie, Sisi :wink:


-------------------------------------------------------------------------------------



Die restliche Probe verlief ohne Zwischenfälle, gebannt beobachtete ich das Geschehen auf der Bühne, auch wenn ich kaum etwas verstand.
Nach der Probe ging ich mit Pia und ein paar ihrer Kollegen in die Kantine.
Wir bestellten uns alle ein Mineralwasser und Pias Kollegen fingen an mich auszufragen, allgemeines über mich und wieso ich denn bei Pia gelandet war.
Aber alle waren sie sehr nett zu mir und so fühlte ich mich in Holland gleich angenommen und Zuhause. Nach einer Weile stieß auch der junge Mann, der sich während der Probe neben mich gesetzt hatte, zu uns und setzte sich auf den Platz mir gegenüber, allerdings würdigte er mich keines Blickes. Ich wunderte mich und fragte mich, ob Pia vorhin auch richtig übersetzt hatte oder ob sie das ganze bloß ein wenig interessanter machen wollte.
Na, ist ja auch egal, dachte ich mir und konzentrierte mich auf die anderen.
Nach einer weiteren halben Stunde brachen Pia und ich auch wieder auf in Richtung ihrer Wohnung.
„Und, wie gefällt es dir bisher in Holland?“ fragte sie mich.
„Sehr gut,“ antwortete ich. „Pass lieber auf, ich könnte mich dran gewöhnen.“
Pia lachte.
In ihrer Wohnung angekommen setzen wir uns auf die Couch.
„Ich sollte mal wieder meine Mutter anrufen, dass sie sich keine Sorgen macht,“ meinte ich und verschwand in meinem Zimmer, von wo ich mit meiner Mutter telefonierte.
Als ich wieder herauskam, war Pia in der Küche.
„Was machst du?“ fragte ich sie und stellte mich in den Türrahmen.
„Abendessen.“ erklärte sie und stellte zwei Teller auf den Küchentisch.
Wir schnitten zusammen ein paar Tomaten, vermischten diese mit Schafskäse und aßen unser Gemisch danach. Gerade als wir unsere Teller wieder abräumen wollten, klingelte das Telefon. Pia ging dran und begann irgendetwas auf Niederländisch in den Hörer zu sprechen und entweder sie mochte den Anrufer nicht, oder der Grund des Anrufes gefiel ihr nicht, auf einmal klang sie leicht gereizt und gegen Ende sogar wütend. Stärker als es nötig gewesen wäre, schmiss sie den Hörer zurück in die Station und half mir den Tisch abzuräumen, was ich zuvor schon begonnen hatte. Sie seufzte.
„Ist etwas passiert?“ fragte ich vorsichtig, mit der Gewissheit, dass es mich eigentlich nichts anging.
„Nein, nein,“ sie schüttelte den Kopf. „Das war nur ein Freund von mir, er durchlebt im Moment eine schwere Phase, seine Frau hat sich von ihm getrennt und da passiert es ihm öfters mal, dass er es mit dem Alkohol übertreibt und tja, er denkt dann immer, ich wäre seine Psychologin,“ erklärte mir Pia den Grund, wieso sie am Telefon so gereizt war.
„Oh, achso.“
„Aber das betrifft uns nun nicht. Magst du noch fernsehen?“ lenkte sie mich schließlich ab.
Ich nickte und wir setzten uns vor den Fernseher, wo wir bis kurz vor Mitternacht sitzen blieben, dann machte sich Pia, die inzwischen doch recht müde geworden war, fertig fürs Bett.
„Gute Nacht,“ verabschiedete sie sich von mir und ging in ihr Zimmer. „Achja, für morgen früh, das Bad ist links,“ sagte sie noch lachend, bevor sie die Türe hinter sich schloss.
„Haha.“ Ich ging auch in mein Zimmer und legte mich ebenfalls hin, nachdem ich mich im Bad fertig gemacht hatte.
Kaum war ich eingeschlafen, wachte ich schon wieder durch ein Klingeln an der Haustüre auf. Wenige Minuten später klingelte es erneut und dann hörte ich auch schon Pia, wie sie aus ihrem Zimmer kam und eilig zur Türe stürmte. Ich hörte, wie diese aufging und im nächsten Moment hörte ich eine laute Männerstimme, die irgendetwas vor sich hin lallte, das musste wohl Pias Freund sein, von dem sie zuvor gesprochen hatte.
„Psssst,“ hörte ich Pia und danach redete sie auf Niederländisch auf ihn ein, die Lautstärke wurde schwächer, bis ich schließlich nichts mehr hörte.
Eine ganze Weile lang schaute ich an die Decke, ich war ziemlich neugierig, doch beschloss in meinem Zimmer zu bleiben, schließlich ging es mich nichts an, ich hatte nicht das Recht mich in Pias Angelegenheiten einzumischen. Irgendwann hörte ich, wie sich die Türe zu Pias Schlafzimmer wieder schloss. Komisch, dachte ich mir, ich hatte die Haustüre gar nicht gehört, ich hatte sie wohl überhört. Einige Minuten später war ich auch schon wieder eingeschlafen. Ich träumte einen seltsamen Traum, in dem der junge Holländer vom Theater mit mir auf einem Spielplatz war und mich auf einer Schaukel anschubste, ich lachte vergnügt wie ein Kind, dann wurde ich erneut wach. Was für ein komischer Traum, dachte ich mir und wollte mich gerade wieder hinlegen, als ich merkte, dass ich nicht alleine war. Mit einem erschrockenen „waaaah“ richtete ich mich auf und suchte panisch nach dem Lichtschalter der Nachttischlampe, die da vor mir stand, aber ich fand ihn nicht. Ich merkte, dass irgendwer neben mir lag und ich hörte ein leises wimmern. Ängstlich versuchte ich unbemerkt über den Eindringling zu klettern um das große Licht anzumachen, nachdem ich den Schalter für die Nachttischlampe nicht fand, was mir auch nach etlichen umständlichen Versuchen gelang. Schnell stolperte ich zur Türe und schaltete das Licht an, in meinem Bett lag ein fremder Mann. Mit geweiteten Augen sah ich ihn an und auf einmal vernahm ich einen starken Alkoholgeruch in der Luft. Oh nein, das musste Pias Freund sein, aber was machte der in meinem Bett?
Ich verlies mein Zimmer und klopfte bei Pia an, diese schrie mir irgendetwas Niederländisches entgegen.
„Ich bin’s,“ rief ich durch die geschlossene Türe und wartete, ein paar Sekunden später öffnete sich die Türe und eine verschlafene Pia stand in ihrem Nachthemd vor mir.
„Was gibt’s denn so dringendes?“ wollte sie wissen und gähnte erst einmal herzhaft.
„Dein Freund da, der liegt in meinem Bett,“ erklärte ich.
Pia verschluckte sich und hustete. „Wie bitte?“
„Dein Freund liegt in meinem Bett,“ wiederholte ich noch einmal und musste lachen, da sich das ausgesprochen wirklich zu blöd anhörte.
„Und was macht er da?“ fragte Pia entgeistert.
„Na, was weiß ich, Schlafen? Ich habe ihn nicht eingeladen!“
Nun schien Pia den Sinn meiner Worte endlich zu kapieren und eilte an mir vorbei Richtung Gästezimmer, dort angekommen blieb sie mit schüttelndem Kopf stehen.
„Das darf doch nicht wahr sein,“ sagte sie und trat näher. „Ich habe ihm doch ganz genau erklärt, dass er heute nicht im Gästezimmer bleiben kann, sondern auf der Couch.“
„Ob er sich daran noch erinnern konnte so wie der riecht?“ murmelte ich vor mich hin.
Pia warf mir einen bösen Blick zu und versuchte dann ihren Freund aufzuwecken, was vergebens war, dieser drehte sich nur murrend auf die andere Seite und schlief weiter.
„Und jetzt?“ fragte ich Pia, diese zuckte mir den Schultern und schaute unglücklich drein.
„Ich wusste doch, dass ich ihn hätte rauswerfen sollen, ich hätte mir so etwas denken können.“
„Ach Quatsch, du kannst ja nicht einfach deine Freunde rauswerfen, wenn sie Hilfe brauchen,“ tröstete ich sie und schaute sie aufmunternd an.
„Wenn du magst, kannst du die restliche Nacht in meinem Bett verbringen, ich nehme dann die Couch,“ bot sie mir an.
„Nein, nein,“ unterbrach ich sie. „Die Couch reicht mir auch, du musst wegen mir nicht dein Bett hergeben.“
„Die Couch ist aber ziemlich unbequem,“ warnte sie mich.
„Das macht mir nichts.“ Daraufhin legte ich mich demonstrativ auf die Couch und zog mir die dünne Decke, welche darauf lag, über. „Du hast schon so viel für mich getan,“ erinnerte ich sie noch einmal.
„Na dann wünsche ich dir eine schöne Restnacht und es tut mir Leid,“ entschuldigte sie sich noch einmal für ihren Freund.
„Gute Nacht,“ erwiderte ich und schaute ihr nach, wie sie in ihrem Zimmer verschwand.
Ich seufzte und versuchte nun zum Dritten Mal in dieser Nacht wieder einzuschlafen, diesmal hielt ich es auch bis morgens aus.
Am nächsten Morgen wachte ich auf, als die Türe vom Gästezimmer hörbar aufgerissen wurde und der mir fremde Mann seinen Kopf hebend heraustrat.
„Scheiß Kater,“ schimpfte er vor sich hin und wollte sich gerade auf die Couch setzen, als er merkte, dass da jemand saß.
„Wer bist du denn?“ fragte er in einem herablassenden Ton.
„Ich bin die, deren Gästezimmer du mir gestern geklaut hast,“ gab ich zurück.
Er gab einen Laut, der sich wie ein „Tzzz,“ anhörte, von sich, stand auf und verschwand im Bad, von dort aus vernahm man wenige Minuten später ein würgen. Oah, na lecker, dachte ich mir und verzog angeekelt die Mundwinkel. In diesem Moment kam auch Pia aus ihrem Zimmer und schaute ebenfalls angeekelt der Badtüre entgegen.
„Wie ich sehe, ist Tim schon wach, Guten Morgen außerdem,“ begrüßte sie mich.
„Jepp, Guten Morgen,“ sagte ich.
Pia setzte sich neben mich und platzierte ihren Daumen und Zeigefinger auf die Stellen zwischen Nasenende und Augen.
„Es tut mir Leid,“ entschuldigte sie sich erneut. „Ich werde ihm sagen, dass er sich in nächster Zeit einen anderen Platz suchen soll, wo er hin geht, wenn er mal wieder zu viel getrunken hat.“
„Es geht mich nichts an,“ erwiderte ich nur.
„Wenn er sich Nachts einfach in dein Bett legt, geht es dich sehr wohl etwas an,“ protestierte Pia.
„Hmm,“ machte ich.
„Weißt du was?“ fragte sie, ich schaute sie fragend an.
„Als Entschädigung fangen wir heute Mittag gleich mit dem Gesangsunterricht an, was hältst du davon?“ wollte sie wissen.
„Oh, wow, das ist toll,“ gab ich erstaunt von mir und nachdem Tim endlich das Bad frei machte, dieser gegangen war und Pia das Bad geputzt hatte, frühstückten wir endlich.

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Beitragvon Sisi Silberträne » 19.06.2008, 00:47:57

LOOOOL. Was mal wieder beweist, dass zu viel Alkohl nicht wohl bekommt ;) Pia hätte ihn das Bad putzen lassen sollen ^^
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Beitragvon Heldin » 26.06.2008, 01:41:57

und wieder gehts weiter^^


-------------------------------------------------------------------------------------


Nach dem Frühstück entschlossen wir uns noch ein wenig in die Stadt zu gehen, bevor wir mit dem Gesangsunterricht anfingen.
„Du musst ja schließlich auch was von Holland sehen,“ meinte Pia und zeigte mir unterwegs jedes Haus und jede Straße mit den jeweiligen Erklärungen, wenn es denn eine dazu gab.
Ich folgte ihr und schließlich hatten wir auch die Stadt erreicht.
„Na, in welchen Laden willst du zuerst?“ fragte mich Pia, woraufhin ich nur mit den Achseln zuckte.
„Kleider, Bücher, sonstiges?“ fragte sie weiter und als ich immer noch nichts sagte, schleppte sie mich einfach in einen Kleiderladen mit. Insgeheim verdrehte ich die Augen, was sollte ich darin denn, mir würde eh nichts passen.
Pia bahnte sich begeistert durch die Stände und nahm immer mal wieder ein Kleidungsstück heraus, welches sie genauer betrachtete.
„Na, wie findest du das?“ fragte sie und hielt mir ein knallpinkes Oberteil entgegen.
„Naja, muss dir gefallen,“ erwiderte ich nur und legte meine Stirn in Falten.
Pia hängte das Oberteil wieder zurück und zeigte mir gleich darauf eine rote Hose, die es sogar noch schaffte, neben dem pinken Oberteil wie das hässliche Entlein auszusehen, ich schüttelte nur den Kopf.
Pia verdrehte die Augen. „Was würde dir denn gefallen?“ meinte sie schließlich und schaute mich fragend an.
„Hhm,“ machte ich und schaute die Kleidung, die vor mir hing, etwas genauer durch. Ich zog einen roten Pullover, welcher einen V –Ausschnitt hatte und ein schönes Muster vorne drauf heraus und präsentierte ihn Pia.
„Wow, der ist schön,“ kommentierte ihn diese. „Du hast Geschmack, probier ihn doch gleich mal an.“
„Ich?“ fragte ich erstaunt.
„Nein, die Dame hinter dir.“
„Haha, aber der passt mir doch bestimmt gar nicht.“
„Schau, ob sie ihn in deiner Größe haben,“ erwiderte Pia darauf nur.
„Wie du meinst,“ murmelte ich vor mich und durchschaute die restlichen Pullover, ohne mir große Hoffnungen zu machen, aber dann fand ich tatsächlich meine Größe zwischen ihnen.
„Siehst du,“ sagte Pia triumphierend, als ich den Pullover herauszog und Richtung Umkleide lief. Ich zog dem Vorhang hinter mir zu und probierte den Pullover.
„Naja, sieht nicht gerade Vorteilhaft aus,“ sagte ich, nachdem ich ihn anhatte.
„Komm doch mal raus und zeig dich.“
„Nein.“
„Wie soll ich dir sagen, ob er schön ist oder nicht, wenn ich es nicht sehe?“
„Okay, okay,“ meinte ich und gab mich geschlagen, unsicher zog ich den Vorhang zurück und lies Pia den Pullover an mir betrachten.
„Ich weiß gar nicht was du hast, der passt dir wie angegossen und sieht toll aus, den nimmst du,“ kommentierte diese.
„Selbst wenn er schön ist, ich kann ihn mir nicht leisten,“ stellte ich fest, als ich wieder in der Umkleide war und das Preisschild sah, da hatte sich Pia wohl einen der teuersten Läden ganz Hollands heraus gesucht. Ich stellte mir vor, wie es wohl sein musste, wenn man es sich locker leisten konnte, in solchen Läden einzukaufen.
„Der Pullover ist selbstverständlich ein Geschenk,“ erklärte mir Pia.
„Nein,“ sagte ich erschrocken und verließ die Umkleide, wieder in meinem alten Pullover, „Das kann ich nicht annehmen.“
„Und ob du das kannst, du hast mir schließlich auch schon einiges geschenkt, wenn ich dich mal daran erinnern darf.“
„Ja, aber du hast nun in den letzten Tagen so viel für mich getan, sieh nur mal, ich bin hier mit dir in Holland anstatt auf der Straße in Dinslaken!“
„Keine Widerrede, ich schenke dir diesen Pullover,“ verkündete Pia und ergänzte: „Nun lass uns noch etwas für mich suchen, ich könnte einen neuen Rock oder ein Kleid gebrauchen.“
„Danke Pia,“ bedankte ich mich und folgte ihr wieder zwischen die Kleiderständer, wo wir uns auf die Suche nach etwas für Pia begaben.
Nach ewigen Hin und Her und nachdem sie mindestens tausend Sachen anprobiert hatte, entschied sie sich schließlich für ein Kleid und wir gingen an die Kasse, um unsere Sachen zu zahlen.
„Vielen Dank noch einmal für den Pullover,“ sagte ich, als wir wieder in die frische Luft traten.
„Gern geschehen,“ erwiderte Pia und fragte mich, wo ich nun hin wollte.
Wir gingen noch in einen Buchladen, wo ich mir ein Buch für die Stunden, in denen Pia mich nicht beschäftigte kaufte und dann liefen wir noch ein wenig durch die Stadt, bis wir schließlich wieder in ihrer Wohnung ankamen.

„So, dann lass uns doch mal mit dem Gesangsunterricht beginnen,“ verkündete Pia und fing an die Sachen, die sie dazu brauchte, zu richten.
In meiner Magengegend breitete sich ein ungutes Gefühl aus, ich wurde ziemlich nervös, aber Kneifen gab es nun nicht mehr und überhaupt konnte ich mich glücklich schätzen die Chance zu haben, von Pia Gesangsunterricht zu bekommen, auch wenn ich natürlich ein wenig Angst davor hatte, da mein Gesang wirklich einiges zu Wünschen übrig ließ.
„Hattest du schon einmal Gesangsunterricht?“ fragte sie mich.
„Ja, aber nur ein paar Mal, ich weiß gar nicht mehr genau, wie oft.“
Pia nickte. „Dann weißt du aber wenigstens schon einmal, wie es abläuft.
„Fangen wir mit Stimmübungen an, beginnen wir doch mit gu.“
„gugugugugugugugugugu,“ fing ich an und lief sofort knallrot an, ich kam mir ziemlich blöd vor, wie ich so vor Pia stand, die am Klavier saß und mir die Töne dazu spielte und versuchte mitzukommen, was natürlich immer wieder in die Hose ging.
Während ich meine Stimmübungen machte, zitterte ich mal wieder und die ganze Zeit über beobachtete ich Pia und versuchte aus ihrem Gesicht herauszulesen, was sie wohl von mir dachte.
Nach den allgemeinen Stimmübungen fragte sie mich, welches Lied ich denn überhaupt hernehmen wollte.
Ich überlegte, mir schwirrten tausend Lieder im Kopf herum, aber ich traue mich nicht, eins davon auszusprechen, da ich mir sowieso nicht zutraute, diese Lieder jemals singen zu können.
„Was ist denn dein Lieblingsmusical?“ fragte Pia mich als Entscheidungshilfe.
„Elisabeth und Rebecca, beides keine Musicals, bei denen etwas Passendes für meine Stimme dabei wäre,“ meinte ich nervös lachend.
„Ach, wieso nicht? Wie wäre es denn mit Sie ergibt sich nicht?“ erkundigte sich Pia.
Mein Herz machte einen Sprung vor Aufregung, hatte sie mir echt gerade Sie ergibt sich nicht vorgeschlagen? Ich wollte dieses Lied schon ewig lernen, hatte mich aber selbst bei meiner Freundin, die mir damals Gesangsunterricht gab, nicht getraut es vorzuschlagen, da ich damals schon vermutete, sie würde mich auslachen, wenn ich damit ankam.
„Gerne, ich liebe dieses Lied,“ antwortete ich Pia und so fingen wir an dieses Lied zu lernen.
„So, das war’s erst Mal für heute,“ beendete Pia nach einiger Zeit die Gesangsstunde. „Du hast dich fürs erste Mal wirklich toll geschlagen,“ sagte sie noch und zwinkerte mir zu.
„Danke.“

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Beitragvon Sisi Silberträne » 26.06.2008, 02:06:05

Schönes lustiges Kapitel :D

Schlag mich jetzt nicht, aber ich bin nicht sicher, ob ich ein "Du hast Geschmack" von Pia bezüglich Mode als Kompliment auffassen würde *hust*

Schreib bald weiter! *anfeuer*
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Beitragvon Heldin » 26.06.2008, 02:11:35

Sisi Silberträne hat geschrieben:Schlag mich jetzt nicht, aber ich bin nicht sicher, ob ich ein "Du hast Geschmack" von Pia bezüglich Mode als Kompliment auffassen würde *hust*



Naja, da es bei den meisten unserer bisherigen "Treffen" immer so war, dass wir die ähnlichen Farben anhatten, würde ich es schon als Kompliment auffassen :lol:

Danke dir =)

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Beitragvon ChristineDaae » 26.06.2008, 15:05:54

Eine schöne Fortsetzung :) Ich beneide dich immer noch um Gesangsunterricht bei Pia, auch wenns nur in einer FF ist^^
Schreib bald weiter :D
Freue dich, wenn es regnet – wenn du dich nicht freust, regnet es auch.
(Karl Valentin)


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