Keine Angst, ich schreibe bei meinen anderen auch weiter, aber bin gerade im Prüfungsstress, brauche zwischendurch mal etwas Neues
Handlung ist frei von mir erfunden, einige der Personen, die darin vorkommen, gibt es auch im richtigen Leben (nicht alle); aber auch nicht in dem Zusammenhang, das alles ja nur erfunden ist
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Ich freute mich sehr, als ich von einer Freundin von mir vorzeitig den Besuch der Sommernacht des Musicals geschenkt bekam. Am Tag der abreise packte ich aufgeregt meine Koffer und fuhr mal wieder viel zu früh los zum Bahnhof. Dort angekommen musste ich mal wieder über eine Dreiviertelstunde an den Gleisen warten, bis der Zug endlich kam. Ich war total aufgeregt, überprüfte mindestens zehnmal, ob ich auch wirklich alles hatte, Zugtickets, die Eintrittskarte und die Bestätigung der Hotelreservierung. Nachdem ich mir ganz sicher war, dass ich nichts vergessen hatte, machte ich es mir mit meinem ipod im Zug bequem und wartete, bis die lange Fahrt endlich vorbei war.
In Dinslaken angekommen, suchte ich als Erstes mein Hotel auf, um dort einzuchecken. Es war ziemlich voll dort, ich quetschte mich an einer Menschentraube vorbei und stellte mich an der ebenfalls überfüllten Rezeption an. Dort arbeitete eine Frau, die schon eine sichtlich genervte Miene zog, lustlos verteilte sie den neuen Gästen ihre Schlüssel und tippte immer wieder etwas in ihren kleinen Computer ein, der vor ihr stand. Als ich endlich an der Reihe war und ihr meine Reservierung zeigte, fragte sie, ob ich mir sicher bin, dass ich auch wirklich im richtigen Hotel gelandet bin, da es ein paar Straßen weiter noch andere gab.
„Ähm, ja, Sie sehen doch auf der Adresse, dass sie richtig ist.“
„Einen Moment,“ erwiderte sie und tippte wieder etwas in ihren Computer ein, dabei schaute sie ein paar Mal auf meinen Reservierungsbescheid.
„Es tut mir Leid, aber auf ihren Namen ist nichts reserviert,“ gab sie mir schließlich zu verstehen.
„Das kann nicht sein,“ sagte ich erschrocken.
„Vielleicht haben Sie etwas übersehen,,“
„Nein, tut mir Leid, ich bin alle Reservierungen für heute noch einmal durchgegangen, ihr Name ist nicht dabei.“
In dem Moment kam mir die Überlegung, ob meine Freundin das Hotel vielleicht auf ihren Namen reserviert hatte, aber auch dafür fand die Frau an der Rezeption keine Reservierung.
„Und was mache ich jetzt?“ fragte ich die Frau und schaute sie hilflos an.
„Wie gesagt, ein paar Straßen weiter gibt es weiter Hotels, Sie können es dort versuchen. Ich kann Ihnen leider nicht weiterhelfen, wir sind vollkommen ausgebucht.“
„Das darf doch nicht wahr sein,“ meinte ich, verließ dann aber geknickt das Hotel. Was sollte ich schon machen?
Ewig lief ich die Straßen entlang und suchte nach einem Hotel, aber jedes, das ich fand, war bereits ausgebucht. Ich kam mir vor wie in einem schlechten Film, das durfte echt nicht wahr sein!
Frustriert machte ich mich auf den Weg in das Burgtheater und nahm mir vor, mir deswegen nicht den Abend versauen zu lassen.
Ich freute mich auf Pia und meine Freunde, alles andere wird sich danach zeigen, dachte ich mir.
Meine Freunde warteten schon auf mich.
„Da bist du ja endlich, hallo“ begrüßten sie mich.
„Ja, ich hatte einige Probleme mit dem Hotel und Obdachlos bin ich heute Nacht auch,“ erklärte ich ihnen und zeigte auf meinen Koffer.
„Au weia,“ bedauerte eine meiner Freundinnen und schließlich gingen wir herein, um noch einen Platz so Nahe der Bühne wie möglich zu ergattern.
Die Show war toll, nur leider verging sie wieder viel zu schnell.
Danach ging ich noch mit meinen Freunden an den Ausgang, an dem wir auf Pia warteten und nachdem diese da war, wir alle ein Foto mit ihr gemacht hatten und noch eine Weile so dastanden, verabschiedeten sich die anderen, da sie nun leider zurück mussten.
„Was machst du jetzt?“ fragte mich die eine noch.
„Ach, ich werde schon etwas finden,“ erwiderte ich optimistisch, doch innerlich fühlte ich mich weniger hoffnungsvoll, ich stellte mich schon mal auf eine kalte Nacht im Freien ein.
„Ich würde dir gerne helfen, aber ich fahre nun gleich wieder heim und du hast ja kein Zugticket, sonst könntest du mit zu mir gehen.“
„Ist schon ok,“ versicherte ich und lächelte ihr zu.
„Na dann, man siehst sich, wahrscheinlich dann das nächste Mal wieder in aim,“ meinte sie, drückte mich kurz und verschwand in Richtung Bahnhof.
So, was nun? fragte ich mich und lief los, einfach planlos umher, da ich keine Ahnung hatte, wo ich hin sollte.
Es war zwar August und Sommer, aber nachts war es doch etwas kühl.
Nach einiger Zeit wurde ich richtig müde, doch ich fand einfach nichts, wo ich hätte bleiben können. Ein Platz war zu dreckig, der andere zu überfüllt und wieder ein anderer war mir zu unsicher, da sich seltsame Gestalten in dieser Gegend herumtrieben.
Meine Schritte wurden schwer wie Blei, ich fror immer mehr und musste jede zweite Minute gähnen. Es half nichts, ich musste irgendwohin. Nur wo?
Auf einmal bemerkte ich ein Hotel, welches ich zuvor noch nicht gesehen hatte. Hoffnungsvoll ging ich hinein, wurde dann aber doch nur enttäuscht, als mir der Mann an der Rezeption dort auch bedauerte, dass sie restlos verbucht waren.
„Könnte ich bitte wenigstens in ihre Lobby bleiben? Hier ist es wärmer als draußen,“ fragte ich ihn und endlich bekam ich die erste positive Antwort für diesen Abend.
„Aber sicher doch, machen Sie es sich bequem,“ sagte er belustigt.
Wenigstens einer, der Mitleid hat, erkannte ich, bedankte mich bei ihm und lies mich in einen der Sessel dort fallen.
Ich wartete, dass es endlich Morgen wurde, aber die Zeit schien gar nicht zu vergehen.
Irgendwann musste ich dann wohl eingeschlafen sein, ich hatte jegliches Zeitgefühl vergessen.
Als ich wieder aufwachte, schaute ich mich orientierungslos um. Wo bin ich? Fragte ich mich und schaute mich um. Ich lag nicht mehr auf dem Sessel, in dem ich mich in der Hotellobby zusammengerollt hatte, sondern in einem Bett in einem Hotelzimmer.
Verwirrt stand ich auf. Ich durchquerte das Zimmer, konnte mir aber keinen Reim auf das machen, was ich dort sah.
Das Zimmer war groß und schön, ein Fenster stand offen. An der Seite sah ich meinen Koffer stehen und daneben noch einen fremden, der eindeutig nicht zu mir gehörte. Über die Stuhllehne des Stuhls, der daneben stand, waren auch fremde Klamotten geschmissen.
Auf einmal hörte ich ein Poltern aus einem Nebenzimmer, welches wohl das Bad sein musste.
„Hallo, ist hier jemand?“ rief ich durch den Raum. Wieder kam ich mir vor wie in einem Film, da rufen die Leute auch immer, ob hier jemand ist, bevor sie angegriffen werden.
„Jaaa, Sekunde,“ erklang es aus dem Bad.
Erschreckt schaute ihr zu der geschlossenen Türe.






