Besetzung:
Elisabeth- Alice Macura
Der Tod- Felix Martin
Luigi Lucheni- Bruno Grassini
Franz Josef- Markus Pol
Sophie- Christa Wettstein
Ludovika/ Frau Wolf- Esther Hehl
Max- Dennis Kozeluh
Rudolf- Oliver Arno
Rudolf als Kind- Vincent Wodrich
Herrenensemble:
Graf Grünne- Martin Rönnebeck
Kardinal Rauscher- Peter Stassen
Fürst Schwarzenberg- Robert D. Marx
Baron Kempen- Martin Pasching
Baron Hübner/Todesengel- Krisha Dalke
Journalist- Martin Markert
Max von Mexiko/Todesengel- Thomas Hohler
Ungarischer Adeliger/Todesengel- Ulrich Schrauth
Damenensemble:
Gräfin Esterhazy- Claudia Wendrinsky
Helene/Todesengel- Sophie Blümel
Fräulein Windisch, Mary Vetsera- Jo Shanks
Gräfin Sztaray- Mirjam Zipf
Gouvernante- Bettina Bogdany
Fanny Feifalik/Todesengel- Claudie Reinhard
Hofdame- Marella Martin
Schon seit Jahren wollte ich das erfolgreichste deutschsprachige Musical live sehen, zumal ich mich damals für meine Facharbeit ebenfalls mit den Darstellungen der Titelfigur auseinandergesetzt habe. Das, was wir vorher über eine mögliche Besetzung hörten, gefiel uns gar nicht und zu allem Überfluss befand sich Annemieke van Dam an diesem Wochenende in Bad Hersfeld bei Jekyll & Hyde und Pia Douwes hatte ich unglücklicherweise um genau eine Woche verpasst. Wie heißt es so schön in diesem Stück? Richtig: So wie man plant und denkt, so kommt es nie…
Für alle, die Elisabeth dieses Jahr noch sehen möchten, ein kleiner Tipp vorab: Bei Hekticket am Zoo gibt es Restkarten, die zum Teil um bis zu 50 % günstiger sind. Aber wie ich euch kenne, habt ihr das schon längst gewusst.

Beginnen wir nun mit einigen Worten zur Besetzung an diesem Abend. Ich hätte zwar gern Peter Stassen als Kaiser gesehen, aber immerhin hat er überhaupt gespielt. Markus Pol hingegen war der erste Franz, der mir gut gefallen hat, obwohl ich diese Rolle eigentlich nicht mag. Seine Stimme hat meiner Meinung nach gut gepasst und auch schauspielerisch gab es nichts zu bemängeln.
Als Elisabeth hätten wir lieber Mirjam Zipf gehabt, die in Essen bereits Zweitbesetzung war, wenn Annemieke schon nicht da ist. Alice Macura war eine sehr junge, aber kleine und zierliche Kaiserin. Rein optisch also nicht ideal, wenn man bedenkt, dass Elisabeth mit ihren 1,72 cm eher groß war. Trotz anfänglicher Skepsis hat mir Alice aber ganz gut gefallen. Lediglich im zweiten Akt konnte sie die alternde Elisabeth nicht so überzeugend darstellen, da ihre Stimme sich kaum verändert hat. Das ändert sich aber sicherlich, wenn sie mehr Erfahrung in der Rolle gewinnen kann. Bis auf einige Unsicherheiten, die man ihr verzeihen kann, da sie erst letztes Jahr ihr Studium beendet hat, war sie ganz gut.
Kommen wir nun zu Felix Martin als Tod, den ich, ehrlich gesagt, nicht sehen wollte, da ich weder seine Stimme noch seine Ausstrahlung mag. Es stellte sich jedoch heraus, dass er gerade stimmlich ziemlich stark war, laut Vergleichen sogar besser als Uwe Kröger in manchen Shows. Seine Lache als Tod fand ich eher merkwürdig und durch seine arrogante, geradezu zynische Interpretation des Todes konnte man stellenweise nicht nachvollziehen, warum Elisabeth sich in den Herrscher über das Reich der Toten und Träumer verliebt und sich ihr ganzes Leben lang nach ihm sehnt.
Bei Bruno Grassini als Lucheni war es ähnlich: Stimmlich war er gut, aber von seiner Interpretation hätte ich mehr erwartet. Bei ihm war die witzige, sarkastische Art, die ein Carsten Lepper oder ein Serkan Kaya als Lucheni an sich haben, eher selten zu bemerken.
Christa Wettsteins Stimme als Sophie habe ich als sehr unangenehm empfunden, obwohl sie schauspielerisch ziemlich gut war. Viel lieber hätte ich Maike Katrin Schmidt, die Zweitbesetzung der Kaisermutter, gesehen. Leider stand Maike, die sonst die Ludovika spielt, an diesem Abend gar nicht auf der Bühne, da sie laut ihrem Gästebuch am Freitag einen Unfall auf der Bühne hatte und die Folgen auskurieren musste. Für sie spielte eine geniale Esther Hehl die Rollen der Ludovika und der Frau Wolf. Nicht nur ihr Kleid bei „Nur kein Genieren“ ist schick, auch ihre Stimme ist klasse.
Dennis Kozeluh singt und spielt Herzog Max zwar auch auf der bekannten Wiener DVD, konnte mich live jedoch nicht überzeugen. Besonders bei der Reprise von „Wie du“ fand ich ihn sehr schwach. Schade um das tolle Lied.
Oliver Arno dagegen war ziemlich gut. Zudem ist es interessant, dass er bis zu seinen Auftritten als Kronprinz auch noch im Ensemble spielt, weil sie auf der Tour scheinbar nicht genug Leute haben, um die Bühne bei den „Massenszenen“ zu füllen. Deshalb sitzen bei „der fröhlichen Apokalypse“ auch Frauen im rotierenden Kaffeehaus.
Olivers kleiner Kollege war sehr niedlich als Rudolf. Er schien ziemlichen Spaß daran zu haben, an Felix’ Schultern zu zerren, als dieser bei „Mama, wo bist du“ vor ihm kniete.
Das Ensemble war sehr ausdrucksstark, Szenen wie „Milch“ oder die bereits erwähnte Szene im Kaffeehaus gefallen mir ohnehin sehr gut. Dabei war es auch immer wieder spannend, den einen oder anderen Darsteller in seinen unterschiedlichen Ensemblerollen zu beobachten.
Nun noch einige abschließende Worte zur Inszenierung, die ich im Großen und Ganzen gut gelöst fand. Nur die Liege oder das komische Schiff (Experten dürfen mir gerne den Sinn erläutern:P), auf dem der Tod zuweilen in das Geschehen hinein gefahren wird, lösten bei mir Unverständnis aus.
Alles in allem hat es sich also gelohnt, Elisabeth endlich einmal live gesehen zu haben und sich auch einmal auf eine Besetzung einzulassen, die man vielleicht nicht hundertprozentig mag. Außerdem hoffe ich, dass ein Bericht ohne Pia und Uwe mal eine nette Abwechslung darstellt.
