Wirklich ein unvergesslicher Abend mit einer super Songauswahl und genialen Künstlern.
Durch glückliche Umstände konnte ich erst von Reihe 33 in Reihe 17 umziehen und dann sogar noch in Reihe 7 auf Platz 16, direkt am Mittelgang mit einer phantastischen Aussicht auf die Bühne.
Davor traf man sich natürlich erst einmal am Bühneneingang der Alfred-Fischer-Halle. Der Taxifahrer hat uns ja freundlicherweise direkt bis dorthin gefahren, was ich sehr nett fand. Nach ein wenig Warterei und der Information, dass die Künstler jetzt vorher nicht mehr rauskommen würden, sind wir dann alle in Richtung Haupteingang gegangen. Dort gleich die nächsten bekannten Gesichter getroffen und dann rein in die Halle.
Es war richtig voll, ausverkauft. Das Foyer war ja schon sehr voll und sich dort zurechtfinden war nicht leicht, man verlor schnell den Überblick. Als ich drinnen stand erinnerte ich mich auch an das Konzert vor 2 Jahren, da kamen so langsam die Erinnerungen wieder.
Um 19.10 Uhr ging es dann auch endlich los, die Verspätung verstand ich erst nicht, aber das klärte sich dann ja auch noch auf.

Angefangen hat das Konzert mit einem Zusammenschnitt verschiedener Lieder, am Bühnenrand konnte ich schon Marika beobachten, die wohl auf ihren Auftritt wartete. Dieser folgte dann auch kurz darauf, zusammen mit Pia sang sie „Everything’s Coming Up Roses“. Eine schöne Nummer und ein toller Beginn für ein Konzert.
Danach begann der Chor zu singen. „Wir wollen Uwe… wo ist Uwe…“ usw. Schon einmal sehr lustig. Er kam dann auf die Bühne gesprungen und fragte erstmal, ob wir denn alle da seien. Dann sang er „Ich bin nur für Liebe da“ aus Chicago – nicht für Richard Gere geschrieben – wie er noch betonte.
Nach dem Lied folgte erst einmal eine lustige Moderation von ihm. Er meinte ja, eigentlich wäre er ja nackt aufgetreten, weil sein Koffer beinahe nicht nach Hamm geflogen wäre. Ein orangefarbener Koffer, der um 18.40 Uhr an der Stadtgrenze in Hamm ankam und dort erst noch abgeholt werden musste, womit auch der Grund für die Verspätung des Konzertes klar wäre.
Aber genauso spritzig wie es begann, ging es dann auch gleich weiter. Er kündigte den nächsten Titel an - „New York, New York“. Ich habe mich sehr gefreut, weil ich das Lied damals schon toll fand, als er es ihm Fernsehen und bei Best Of Musical 2006 gesungen hatte. Kann er ruhig öfter singen.
Wieder zurück bei Chicago, moderierte er Pia mit „All That Jazz“ an. Kannte ich auch schon live von ihr, aber die Performance war einfach unschlagbar. Diese Frau hat in dem Alter noch so einen tollen Körper, das ist der Wahnsinn. Und vor allem, wie sie sich bewegen kann, teilweise echt beneidenswert.
Als nächstes war Marika wieder an der Reihe mit „Cabaret“ auf Deutsch gesungen. Hat mir auch ziemlich gut gefallen, im Gegensatz zu vielen anderen, finde ich ihre Stimme nicht so schlimm und mir hat viel von ihr an dem Abend gut gefallen. Sie ist eben auch eine richtige Entertainerin, was man auch in den Dialogen mit Uwe gemerkt hatte.
Nach dem Song wollte sie eigentlich was sagen, doch da kam Uwe auf eine merkwürdige Weise auf die Bühne und meinte dann: „Was macht dich glücklich?“ Darauf setzte die Band ein und zusammen sangen sie „Money, Money“, auch aus Cabaret. Fand ich recht witzig und kannte ich live noch nicht.
Nach einer kurzen Anmoderation kam schon der Rebecca-Block. Pia sang „Rebecca“ auf Englisch und mich hat es wirklich umgehauen. Sie als Mrs Danvers? Warum nicht, würde ich mir auf jeden Fall anschauen, aus dem Sitz gerissen hat es mich bei diesem Lied auf jeden Fall schon mal.
Gleich darauf kam Uwe mit „Gott, warum“. Hab ich mich auch wieder sehr drüber gefreut, beim Schlusston habe ich mitgefiebert, aber er hat ihn einwandfrei getroffen. Überhaupt war er stimmlich einfach genial, da kann man überhaupt nicht meckern.
Marika sang dann noch „I’m An American Woman“ und kam dann endlich auch noch zu ihrer kleinen Moderation.
Den nächsten Titel, „Nur kein Genieren“, sang sie dann auch noch, nur wie ich feststellen musste, sehr gekürzt. Aber es war trotzdem gut.
Und da sie schon den Elisabeth-Block eingeleitet hatte, durften natürlich die „Klassiker“ nicht fehlen. So sang Uwe „Der letzte Tanz“, Pia „Ich gehör nur mir“ und zusammen sangen sie „Wenn ich tanzen will“. Es war alles wahnsinnig gut, es stimmte einfach alles. Mehr kann ich da gar nicht zu sagen.

Danach waren erst einmal ungefähr 20 Minuten Pause.
Der zweite Teil begann mit einem Lied aus Jesus Christ Superstar. Den Titel weiß ich da leider nicht. Auf jeden Fall begann damit der Andrew Lloyd Webber-Block.
Das nächste Lied war nämlich „Starlight Express“ von Uwe gesungen. Er konnte es sich natürlich nicht nehmen, wieder ein bisschen die Eisenbahn zu spielen, war aber sehr lustig.
Darauf kündigte er ein weiteres Webber-Musical an, Sunset Boulevard. Da habe ich mich auch sehr gefreut. Pia sang „Met een Blik“, wunderschön. Ich würde sie ja so gern als Norma sehen.
Uwe mit „Sunset Boulevard“ war auch genialst. Eins meiner Lieblingslieder und er hat es mit dieser Performance wieder ein Stück nach oben geschoben.

Aus dem Musical Cats sang Marika dann „Memory“, war an und für sich gut, aber da ich das Lied schon ewig nicht mehr hören kann, hätte es jetzt nicht sein müssen. Sie hat es aber nicht schlecht gemacht.
Eins meiner Highlights „Phantom der Oper“ mit Uwe und Pia. Ich hab mich so sehr darüber gefreut. Vor allem Uwe noch einmal als Phantom zu hören fand ich großartig, in der Rolle hat er mich nämlich ganz schön aus dem Sitz gehoben. Pia war auch total genial, besonders der Schlusston des Lieds. Gänsehaut.
Als nächstes outete Uwe die Band als James Bond Fans. War auch lustig, er meinte der rechte Block sieht sehr nach Sean Connery aus und der linke findet Daniel Craig sexy. Ich wäre ja trotzdem für Pierce Brosnan gewesen, aber den fand er ja nur „okay“.

Auf jeden Fall sangen alle drei dann Lieder aus Bondfilmen.
Zuerst Marika mit „Goldfinger“. Fand ich total toll, passt wirklich zu ihr. Pia dann mit „Diamonds Are Forever“ war auch super. Solche Songs könnte sie öfter singen. Uwe sang dann zuletzt noch „From Russia With Love“, auch wunderschön.
Pia machte dann eine kurze Moderation, was auch sehr witzig war. Sie meinte, sie wäre das mit dem Koffer gewesen, sie hat extra bei der Airline angerufen, weil wir doch Uwe gerne nackt gesehen hätten. Von wegen „scheiß Koffer“ und so, war schon lustig.

Sie sagte dann noch etwas zum nächsten Lied und meinte auch, dass sie, Uwe, Marika und Viktor Gernot mal zusammen waren, aber nicht so zusammen, wie wir denken würden. O-Ton: „Das kommt wenn man über nackt denkt…“

Auf jeden Fall sang sie dann zusammen mit Marika „I Will Never Leave You“. Total schön interpretiert, mit viel Gefühl und allem was dazugehört, hat mir sehr gefallen.
Der Uwe kam dann wieder, sprach ein wenig von Frank Wildhorn und seinen Musicals und dass er ja letztes Jahr bei Dracula gespielt hätte. Da lag es ja auch nicht fern, dass er etwas daraus singen würde und das bestätigte sich. „Roseanne“ sang er. Ich fand das so toll, so schön dieses Lied noch mal live zu hören. Ich wurde nur leider das halbe Lied über von einem Scheinwerfer geblendet, aber was nimmt man nicht alles in Kauf.
Dann war es auch schon fast alles zu Ende und zu dritt sangen sie dann noch „Can You Feel The Love Tonight“ und „Circle Of Life“ als Medley. Das kannte ich bisher auch nur von CD, aber live war es irgendwie viel schöner.
Nach ein paar Worten von allen wurde dann Uwes orangefarbener Koffer auf die Bühne gebracht und natürlich war das alles sehr lustig anzusehen. Sie sangen nämlich noch „Thank You For The Music“ zusammen mit dem Koffer. Das Lied war zwar ein einziges Chaos aber die Darbietung war der Hammer. Es wurde immer ein bisschen dazwischen gequatscht oder umgedichtet („Thank You For The Koffer!“, „Mein Koffer hat etwas gesagt!“, „Er singt!“, …).
Danach sollten sie auch noch nicht von der Bühne gehen, denn der Veranstalter überreichte jedem Künstler noch eine weiße Rose, in Gedenken an die Synagogen, die in der Zeit rum vor ca. 70 Jahren gebrannt haben.
Dann wollten sie gehen, aber Uwe kam noch mal wieder und fragte ob wir noch etwas hören wollen. Natürlich wollten wir das. Und da stimmte die Band schon „Sweet Transvestite“ an. Während des Lieds knöpfte er sogar sein Hemd auf, ließ aber das Sakko zu. Immerhin ein kleiner Einblick, aber war auch wieder sehr genial. Das Lied hör ich von ihm so gern, egal wie.

Die letzte Zugabe war dann noch „Lullaby Of Broadway“ von allen wieder. Damit war dieser wunderschöne Abend auch schon vorbei.
Aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es hätte sich nicht gelohnt, es war wirklich ein geniales Konzert mit tollen Liedern, tollen Leuten und nicht zuletzt einem tollen Publikum. So was darf es gern öfter geben, ich würde mich freuen!
