Das Stück trägt den Untertitel „Ein Liederabend von Dietmar Loeffler“ und ist somit nicht direkt als Musical ausgewiesen. Da es am Theater jedoch als „unser Sommer-Musical“ gehandelt wird, hab ich gedacht, ich schreibe jetzt, nach meinem bereits zweiten Besuch mal einen kleinen Bericht darüber.
Besetzung:
Christiane Pschorsch, Seminarleiterin: Susanne Pollmeier
Franz Finkwerder, Seminarpianist: Dietmar Loeffler
Angela Richter-Steppelbeck, Scheidungsanwältin: Ulla Meinecke
Chantal Lübke, Flugbegleiterin: Tommaso Cacciapuoti
Laura Peiskow, ??? : Jasmin Wagner (Ja, genau die! ^^)
Sabine Kurzmeyer, Pharmareferentin: Meike Kircher
Die Handlung (sofern man sie so nennen kann

Bei dem Seminar mit dem Titel „Männerbeschaffungsmaßnahmen“, sollen die Teilnehmer lernen, wie sie ihre inneren Stärken und Qualitäten mittels der Kraft des Gesanges entdecken und herauszubringen um somit endlich einen Mann für eine ernsthafte Beziehung zu finden, frei nach dem Motto: „Der Mann ist das Ziel!“. An dem Seminar nehmen die unterschiedlichsten skurrilen Typen teil: Die naiv-verklemmte Schwäbin Sabine, die schon zum x.ten Mal von einem Mann verlassen wurde, die total durchgeknallte, punkige Laura, vor deren Temperametsausbrüchen alle nur in Deckung gehen können, die frustrierte Scheidungsanwältin Angela, die schon alle Illusionen verloren hat und „die“ attraktive Chantal, die eigentlich ein Mann ist (aber pssssst!

Ja, das ist eigentlich auch alles, was passiert und zwischendrin (mehr oder weniger in die Handlung passend) wird eben immer wieder gesungen. Die Songauswahl besteht aus mehr oder weniger (aber eher mehr

So flach die Handlung auch ist, ein muss man dem Stück lassen: Es ist durchaus unterhaltsam und man kann auch manchmal wirklich schmunzeln über die (zugegeben teilweise ziemlich blöden) Witze. Und: Die gesangliche Qualität war durchweg gut! Alle Darsteller überzeugten mit kräftigen, schönen Stimmen und ließen zudem mit ihren Interpretationen gute Laune, bzw. in manchen Fällen auch eine etwas nachdenkliche Stimmung entstehen. Dietmar Loeffler (er spricht nur ganz zu Anfang des Stückes und singt nur sehr selten selbst mit) begleitet alles souverän auf dem Flügel und hat auch manche Stücke mit tollen A capella- Arrangements versehen, sodass die Begleitung nur aus von den Darstellern selbst produzierten Geräuschen besteht. Die musikalische Qualität war also rundherum topp, an dieser Stelle auch mal ein ganz dickes Lob an unseren Ton-Techniker Burna!


Das lässt den mangelnden Anspruch (oder besser den nicht-vorhandenen Anspruch


Nun noch kurz was zu den einzelnen Darstellern:
Susanne Pollmeier: War als abgenervte Seminarleiterin Sabine ständig extrem präsent, auch wenn sie nur im Hintergrund ihre „Schäfchen“ beobachtete. Das macht eine gute Schauspielerin aus! Und gesungen hat sie auch ordentlich! Besonders beeindruckt hat mich ihre Fähigkeit wahnsinnig schnell zu sprechen und ihr komödiantisches Timing!
Dietmar Loeffler: Hat wie gesagt weder viel geredet noch gesungen, aber er hat hervorragend am Klavier agiert und schließlich hat er ja auch noch Regie geführt (und das Stück geschrieben, wobei das wohl weniger schwer war…:lol: ). Besonders süß fand ich, wie er am Schluss bei der Zugabe mit Tommaso alias „Chantal“ geflirtet hat.

Ulla Meinecke: Ist von früher wohl auch als Schlager (?)- Sängerin bekannt (jedenfalls wirbt das Theater immer mit ihrem Namen


Tommaso Cacciapuoti: Hach ja… Ihn kenne ich schon aus anderen Theaterstücken, wo er mich als Schauspieler schon wirklich überzeugt hat. Und: Er sieht wirklich unverschämt gut aus!


Aber ich muss sagen: Hier hat man sich wirklich von seinem komödiantischen Talent überzeugen können!




Jasmin Wagner: Ja, richtig! „Blümchen“!




Meike Kircher: Allein ihre Rolle als naive, verklemmte und dazu noch schwäbelnde Brillenträgerin war schon echt zum Eierlegen. Aber wenn sie dann loslegte mit dem Singen! Donnerwetter! Die hat eine Power in der Stimme, Wahnsinn! Gut, bei „Hopelessly Devoted to You“ hat sie an diesem Abend manchmal in den Höhen nicht so ganz den Ton getroffen, aber ihr „Somewhere Over the Rainbow“, dass sich immer mehr steigerte, hat mich echt umgehauen! Sie hat wirklich eine schöne, kräftige Stimme, die so wunderbar im Gegensatz zu ihrer „trutschen“ Rolle stand! Ich könnte mir gut vorstellen, sie auch mal in anderen Musicals zu sehen.

Also wie gesagt: Die „Männerbeschaffungsmaßnahmen“ sind insgesammt nix Anspruchsvolles, aber doch ganz unterhaltsam!
