10.08.2008, Nachmittagsvorstellung um 16:30 Uhr.
Die Location - Theater des Westens
Parkett Links, Reihe 15, Platz 5
Als ich das Theater betrat, war ich erst nicht so sehr begeistert, es kam gar keine Atmosphäre auf. Als ich dann jedoch das Foyer betrat, kam ich aus dem staunen gar nicht mehr hinaus. Der Saal mit den großen Leuchtern war gigantisch. Man fühlte sich richtig in eine andere Zeit versetzt und genau das macht den Charme des Theaters aus. Dies setzte sich auch im Zuschauerraum fort. Das es früher eine Stätte für Opern war, erkennt man heute noch an dem Bau und auch an der sehr großen Bühnehöhe. Etwas enttäuscht war ich von den Plätzen, da sie gar nicht bzw. nur sehr wenig anstiegen. Ich hatte zwar keine Probleme damit, alles zu sehen, aber es würde nicht schaden, wenn sie mehr ansteigen würden. Das nächste mal werde ich sicherlich Plätze im Hochparkett nehmen, da man von dort aus den besten Blick hat.
Die Show
Bevor die Show beginnt, ist nur eine Silhouette von Elisabeth zu sehen. Als die Stimme des Richters ertönt, wird diese nach oben gezogen und die Show kann beginnen. Das Bühnenbild war erstmal sehr ungewöhnlich, jedoch gefiel es mir sehr gut und es passt auch sehr gut zu dem Musical, da so die Darstellerische Leistung mehr in den Vordergrund tritt. Die Projektionen passten perfekt zu allen Szenen und vor allem bei der Szene "Wir oder Sie" fand ich sie großartig. Zum Bühnenbild gehörten dann noch eher kleinere Requisiten, wie z.B. Stühle bei der "Maladie", eine Kasse bei Frau Wolfs Salon und natürlich war die Feile auch wieder dabei. Zu den weiteren Highiltes zählt das Feder-Schiff, dass mir sehr gut gefallen hat. Als der Tod bei "Elisabeth, sei nicht verzweifelt" in dem Boot lag und hereingefahren kam, war das ganz großes Kino. Am besten gefiel mir jedoch die Gondel, die bei "Nichts ist schwer eingesetzt wurde. Dazu noch die Projektion und man dachte, wirklich am Wiener Prater zu sein. Dies war für mich einer der beeindruckendsten Momente des Musicals. Diese Gondel kam auch bei "Wenn ich tanzen will" zum Einsatz, jedoch war es dort mit Tüchern behagen. Dort stand der Tod oben und beobachtete Elisabeths Triumph. Am Ende des ersten Aktes kamen schon während der Szene "Milch" die großen Spiegel auf die Bühne, die Elisabeths Toilet darstellen sollten. Bei "Ich gehör nur mir (Reprise)" fuhren die mittleren zwei Wände hoch und ein weitere Spiegel fuhr heraus, in dem Elisabeth mit dem wunderschönen Sternenkleid stand und wo auch später noch der zu Elisabeth sprach. Dies ist immer noch meine Lieblingsszene in dem ganzen Stück, da sehr viel Aussage in dem Lied steckt und das Bühnenbild dies noch unterstreicht!
Die hintere Bühnenwand, auf denen die Projektionen erscheinen, konnten hinauf gezogen werden, damit die Darsteller auf die Bühne konnten. Des weiteren gab es auf dem Bühnenboden zwei Kreise, die ständig in Bewegung waren, um die Requisiten auf die Bühne zu fahren, aber auch von den Darstellern wird sie sehr oft genutzt.
Die Besetzung:
Kaiserin Elisabeth - Alice Macura
Der Tod - Uwe Kröger (Derniere)
Luigi Lucheni - Bruno Grassini
Kaiser Franz Joseph - Markus Pol
Erzherzogin Sophie - Christa Wettstein
Herzogin Ludovika / Frau Wolf - Maike Katrin Schmidt
Herzog Max von Bayern - Norbert Lamla
Erzherzog Rodulf - Oliver Arno
Kleiner Erzherzog Rudof - Jonas Hülsenberg
Gräfin Esterhazy - Ester Hehl
Helene von Wittelsbach - Sophie Blümel
Fräulein Windisch - Jo Shanks
Gräfin Sztaray - Mirjam zipf
Gouvernante - Bettina Bogdany
Mary Vetsera - Claudia Wedrinsky
Fanny Feifalik - Claudie Reinhard
Hofdame - Marella Martin
Graf Grünne - Martin Rönnebeck
Kardinalerzbischof Rauscher - Peter Stassen (Derniere)
Fürst Schwarzenberg - Rpbert D. Marx (Derniere)
Baron Kempen - Martin Pasching
Baron Hübner - Krisha Dalke
Journalist - Martin Markert
Maximilian van Mexiko - Thomas Hohler
Ungarischer Adliger - Dominik Büttner
Alice Macura
Ich war sehr erstaun, als ich ihren Namen auf der Besetzungsliste sah, da ich fest mit Annemieke Van Dam als Elisabeth gerechnet habe. Jedoch habe ich mich sehr auf Alice gefreut und war schon sehr gespannt, wie sie die Rolle singen und vor allem spielen wird. Ehrlich gesagt hatte ich ein bisschen meine Zweifel, ob sie die Wandlung der Elisabeth hinbekommen wird, jedoch verflogen diese Zweifel schon bei ihrem ersten Lied "Wie du". Sie sang dieses Lied so richtig schon trotzig, ohne es dabei zu übertreiben. Bei "Nichts ist schwer" harmonierte sie sehr gut mit Markus Pohl. Bei "Eine Kaiserin muss glänzen" war ihr Schauspiel klasse und sie tat mir auch richtig Leid und wie sie Franz Joseph anflehte, ihr zu helfen war auch sehr emotional, was sie auch bei ihrem grandiosen "Ich gehör nur mir" fortsetze. Man merkte richtig ihre innere Zerrissenheit was dieses Lied noch glaubhafter machte. Danach kam das Highlite des Abends. Als der Tod Elisabeth bei "Sei nicht verzweifelt" verführen will, wehrt sich Elisabeth dagegen, und singt "Nein, ich möchte Leben, ich bin zu jung um aufzugeben...". Wie Alice diesen Satz sang, war Gänsehaut pur! Seit diesem Moment an, ist aus der Elisabeth eine starke, selbstbewusste Frau geworden. Dies machte sie auch Franz Joseph klar bei "Ich gehör nur mir (Reprise)", wo sie mit sehr klarer, aber stimmgewaltiger Stimme sang und selbst Uwe hatte dort Probleme, sich gegen Alice's Stimme durchzusetzen. Bei "Wenn ich tanzen will" fand ich sie ganz große Klasse, vor allem auch ihr Schauspiel mit Uwe zusammen war super! Ich habe das Lied selten so stark interpretiert gehört, wie von den beiden! Bei der "Irrenhausballade" gefiel sie mir auch sehr gut, jedoch war es nicht ihr bester Moment an dem Abend, ich kann aber auch nicht genau sagen warum. Irgendwie fehlte mir dort die Emotion, von der gefesselten Kaiserin. Dafür war sie bei der "Maladie" wieder vollkommen in ihrem Element. Wie sie den Tod von sich wies und ihre Freiheit erkannte gefiel mir sehr gut und auch ihre Stimme war dort grandios. Auch "Wie du (Reprise)" und vor allem "Totenklage" waren sehr emotional und auch das Schauspiel habe ich so von noch keiner anderen Elisabeth erlebt. Man merkte Elisabeths Angst, Trauer und vor allem das Gefühl, dass sie selbst an dem Tot von Rudolf schuld war. Alice stellte diese ganzen Emotionen so stark da, dass ich dort ein paar Tränen verdrück habe. Bei "Der Schleier fällt" holte Alice noch mal alles aus sich raus und machte das Finale zum emotionalsten Moment des ganzen Abends!
Uwe Kröger (Derniere)
Ich fand ihn besser, als ich es erwartet hatte! Als er bei "Alle tanzten mit dem Tod" auf die Bühne kam, merkte man schon, dass er den Tod etwas arrogant anlegt, was auch sehr passte. Im späteren Verlauf merkte man auch richtig seine unerfüllte Liebe zu Elisabeth. Das erste mal merkte man es bei "Schwarzer Prinz". Wie er Elisabeth raustrug und aufs Bett lag und wie er sie ansah, es war traumhaft! Sein "Letzter Tanz" war ein absoluter Höhepunkt, wenn nicht sogar DER Höhepunkt des Abends. Als er bei "Elisabeth, sei nicht verzweifelt" in dem Boot lag zog er mich völlig in seinen Bann. Als er dann von Elisabeth abgewiesen wurde, blieb er 'nen Moment auf der Bühne stehen und blickte ins Publikum, das ihm Minutenlangen Applaus schenkte. Bei "Ich gehör nur mir (Reprise)" blieb er leider etwas hinter Alice, dafür war er bei "Wen ich tanzen will" um so besser! Schon während "Eljen" hatte ich Gänsehaut, als der Tod auf der Gondel steht und das Kaiserpaar beobachtet. Bei der "Maladie" machte er als Doktor eine sehr gute Figur, jedoch finde ich ihn als Tod doch um einiges besser.

Uwe ist als Tod grandios und natürlich war er der Star des Abend! Des merkte man nicht nur bei den Minutenlangen Applaus nach seinen Auftritten, sondern auch beim Schlussapplaus, als er sehr viele Blumen zugeschmissen bekam. Es waren so viele Blumen, dass eigentlich die ganze Bühne voll gewesen sein muss.

Bruno Grassini
Nachdem ich ihn persönlich kennen lernen durfte, habe ich mich sehr gefreut, ihn als Lucheni zu sehen. Ich war auch sehr gespannt, ob er es schaff, mich zu überzeugen... Und er hat es vollkommen geschafft! Er war ein großartiger Lucheni. Schon bei "Alle tanzten mit dem Tod" fand ich großartig, was sich das ganze Stück hindurchzog. Bei "Mich" konnte er sich gegen das Ensemble durchsetzen und schaffte es, gegen die Kaiserin aufzuhetzen. Bei der "Fröhlichen Apokalypse" fand ich ihn gesanglich leider ein wenig schwach, was er jedoch durch sein Schauspiel wieder wett machte. "Kitch" und auch "Mein neues Sortiment" hatte ich noch nie so gut gehört wie von ihm, ganz großes Kino!
Markus Pol
Kaiser Franz Joseph ist leider eine sehr undankbare Rolle, aber Markus hat alles aus ihr rausgeholt. Die Lieder, die er mit Alice sang, fand ich alle super, da er sehr gut mit ihr harmoniert hat. Auch sehr gut fand ich ihn bei "Jeden gibt er das seine", wo er auch ein ganz tolles Schauspiel abgeliefert hat. "Elisabeth, mach auf mein Engel" und auch "Ich will dir nur sagen" waren nicht nur seine Highlites, sondern auch der gesamten Show, vor allem letzteres ist mir sehr im Gedächtnis geblieben. Auch sein Gespräch mit Sophie, vor "Bellaria" hat er sehr glaubhaft gespielt, als er seiner Mutter endlich ins Gesicht sagte, was er denkt und sich vollständig von ihr löste, um nur noch für seine Elisabeth da zu sein.
Markus ist ein toller Schauspieler und hätte eigentlich eine größere Rolle verdient!
Christa Wettstein
Nachdem, was ich so über sie gelesen habe, war ich auf alles gefasst. Aber ich fand sie als Erzherzogin Sophie sehr gut, denn genau so stellte ich mir Elisabeths Schwiegermutter vor. Ihre stäke ist ganz klar das Schauspiel, was mich sehr begeistert hat! Jedoch fand ich auch ihren Gesang gut, ihre Stimme ist sehr kalt, was sie in der Rolle sehr unsympathisch macht. Ihr Höhepunkt war "Eine Kaiserin muss glänzen". Dort war nicht nur ihr Gesang eiskalt, sondern auch ihr Schauspiel. Bei "Bellaria" hingegen zeigte Christa eine ganz andere Seite der Sophie. Gesanglich war das Lied sehr schön und voller Emotionen. Irgendwie tat sie mir in diesem Moment auch sehr leid...
Maike Katrin Schmidt
Auf sie hatte ich mich am meisten gefreut, da ich sie sehr gerne mag uns ich bin nicht enttäuscht worden. Als Ludovika ist sie mir nicht so sehr aufgefallen, liegt vielleicht daran, dass ich mit der Rolle nicht viel anfangen kann, jedoch als Frau Wolf gefiel sie mir super! Gesanglich als auch schauspielerisch war sie traumhaft. Ich habe das Lied "Nur kein genieren" noch nie mit so viel Power gehört, als von ihr. Und wie sie am Ende Lucheni an die Wäsche ging, war auch super.
Norbert Lamla
Er war nicht schlecht, jedoch bin ich auch nicht unbedingt begeistert von ihm. Er harmonierte sehr gut mit Alice bei "Wie du" und auch mit Christa fand ich ihn gut bei "Sie passt nicht", aber es fehlte mir bei seinen Interpretationen die Emotionen. Am besten fand ich ihn bei der Reprise von "Wie du". Dort hat mir seine stimme sehr gut gefallen.
Oliver Arno
Oliver war als Rudolf grandios! Als er bei "Die Schatten werden länger" auf die Bühne kam, dachte ich nur: Wow, was für 'ne Ausstrahlung! Oliver sieht wahnsinnig gut aus als Rudolf und sein Schauspiel war auch sehr, sehr gut. Bei den Schatten hat er überhaupt keine Probleme gehabt, gegen Uwe anzukommen, ganz im Gegenteil. Sonst haben die beiden aber super harmoniert. "Wenn ich dein Spiegel wär" war sehr emotional, dort hat er mir sehr leid getan, als Elisabeth ihn abwies. Seinen stärksten Moment hatte er, finde ich, beim "Streit zwischen Vater und Sohn". Dort hat er mir sehr gut gefallen und wie er das "Hass" schrie, war auch wieder klasse. Beim "Mayerling" hatte ich auch wieder Tränen in den Augen. Als der Tod, Rudolf so im Arm hielt und ihn dann küsste und gleichzeitig die Pistole abdrückte, war so traurig. Ich hätte selbst nie geglaubt, dass mich gerade diese Szene so mitnehmen wird!
Jonas Hülsenberg
Er war ein richtig süßer, kleiner Rudolf. "Mama, wo bist du?" Sang er sehr schön und vor allem, mit sehr viel Gefühl. Man merkte richtig die Sehnsucht, endlich bei seiner Mutter Elisabeth sein zu dürfen. Er hat mir auch sehr leid getan bei "Kind oder nicht". Am liebsten wäre ich dort auf die Bühne gehüpft.

Ester Hehl
Sie hatt leider nur ein einziges Solo-Lied, nämlich "Unsere Kaisern soll sich wiegen". Sie sang dieses Lied auch sehr schön, jedoch habe ich es auch schon besser gehört. Dafür ist sie mir sehr positiv bei den Ensemble-Szenen aufgefallen, vor allem durch ihr grandioses Schauspiel!
Das Ensemble
Das beste Ensemble was ich jemals gesehen hab! Dies dachte ich mir schon ganz zu beginn bei "Alle tanzten mit dem Tod" und so sollte es auch weitergehen. Jede Ensemblenummer waren großartig dargeboten, vor allem "Milch", "Sie passt nicht" und "Alle Fragen sind gestellt" haben mir sehr gut gefallen und habe ich bisher noch nie so gut gehört! Einzig die "Ratlosen Jahre" fand ich ein wenig enttäuschen, dies fällt allerdings nicht weiter ins Gewicht! Das Damen-Ensemle hatten ein großes Highlite mit "Unsere Kaiserin soll sich wiegen", was fantastisch interpretiert war! Auch die Herren hatten ein Ensemble-Solo bei "Fröhliche Apokalypse". Auch dies hat mir sehr gut gefallen, vor allem Martin Pasching ist mir in dieser Szene besonders aufgefallen. Aber er ist mir nicht nur in dieser Szene aufgefallen, sondern auch in allen anderen. Genau so wie Thomas Hohler. Thomas hatte ich ja schon als D'Artagnan bei den Musketieren und deswegen habe ich mich sehr gefreut, ihn wieder Live sehen zu können. Auch Martin Markert habe ich des öfteren im Ensemble erkannt. Bei den Damen fand ich neben Ester Hehl noch Mirjam Zipf sehr gut, die ich auch öfters rausgehört habe.
Peter Stassen (Derniere), den ich schon bei den Musketieren als Kardinal erlebt habe, ist mir leider nicht sehr aufgefallen, außer bei seinen Solostellen. Dies finde ich sehr schade, da ich ihn eigentlich sehr gerne mag. Das gleiche gilt für Robert D. Marx (Derniere). Er ist mir das ganze Stück über nie besonders aufgefallen, außer bei "Jedem gibt er das sein", als er statt "Sie will nach Madeira..." - "Sie will nach Mallorca..." sang. Dies fand ich super, dass er so einen Gang eingebaut hat!