
Vorweg ist zu sagen, dass mir die Show im Großen und Ganzen gut gefallen hat. Was die Stage auf die Bühne bringt ist wirklich schon qualitativ sehr gut, egal wie kritisch man ihr sonst so gegenüber steht.
Mit Mark Seibert und Willemijn Verkaik waren allerdings auch zwei Darsteller dabei, die zu meinen absoluten Favoriten zählen und über die ich mich immer freuen kann.

Willemijn hat mir auch gerade als Killerqueen super gut gefallen, von Wicked einmal ganz zu schweigen, aber da wusste ich schon wie toll sie ist. Mit Dirty Dancing hingegen hat man ihr nicht so einen großen Gefallen getan, wie ich fand, aber das kann auch daran liegen, dass ich damit generell nicht so sehr viel anfangen kann.
Mark Seibert hat mir hingegen im Prinzip in jeder Rolle gefallen :thumbsup: Ich liebe eine Stimme einfach und es war schön ihn mal wieder als Fiyero zu sehen - und dann auch noch in Kombination mit Willemijn. Mein absolutes Wicked-Lieblingspaar, hach...
Ganz fantastisch fand ich ihn auch mit Sunset Boulevard. Kannte ich persönlich noch gar nicht, passte aber wunderbar zu ihm, ich hätte noch stundenlang zuhören können - habe mich aber dann damit getröstet ihn später noch einmal als Ranger zu sehen.
Genug zu den beiden, nun mal lieber von Beginn an:
Los ging es mit Lass den Zauber entsteh’n aus Pippin - ein tolle Umsetzung dieser Ensemble-Nummer. Die Kostüme waren im Harlekin-Stil angelegt und das Ensemble strömte aus unterschiedlichen Richtungen herein. Man war quasi sofort “mittendrin”. Ich hatte von Pippin vorher noch nichts gehört, fand es dann aber schade da nicht ein paar mehr Einblicke zu bekommen (kennt es jemand und kann was dazu sagen?).
Weiter ging es mit Chicago und den Damen des Ensembles. Der Zellenblocktango ist eines meiner Lieblingsstücke, von daher nicht schwer mich damit zu begeistern

Weiter ging es mit der Westside Story. Schön fand ich, dass Mark Seibert mit Cool mitten im Saal begann und man so stellenweise ganz nah dran war. Es gab an der Nummer nicht viel zu meckern, der Funke wollte aber nicht überspringen, ich denke die Westside Story gibt grundsätzlich stärkere Stücke her. Das zeigte dann auch Patrick Stanke, der für mich mit Maria seinen besten Auftritt des Abends hatte. Wunderbar gefühlvoll gesungen und dazu alles andere sehr schlicht, das wirkte toll. Wie schon gesagt tat ich mich auch bei diesen Stücken mit der Sprache etwas schwer, aber so ist das halt, wenn man die Lieder alle nur auf Englisch kennt. Zumal die deutschen Texte leider stellenweise sehr schlecht zu verstehen waren, gerade bei America, das Willemin zusammen mit Ana Milva Gomes präsentierte.
Ein Klassiker natürlich, aber grundsäzlich hätte die Westside Story für mich nicht unbedingt hinein gehört - das ist aber wohl Geschmackssache und nicht ganz so regelmäßige Musical-Gänger hätten wohl etwas vermisst ohne diese Stücke.
Nun kam wieder Patrick Stanke, diesmal mit Chantilly Lace aus Buddy Holly. Er hat sich wirklich bemüht und seine Sachen als Anheizer gut gemacht, es kam tatsächlich mal ein wenig Stimmung auf (in Frankfurt ist das nicht selbstverständlich


Dann der Sunset Boulevard-Block, hach...Wie schon gesagt, hat der mir ausgesprochen gut gefallen, hätte ich so vorher nicht erwartet. Mark mit dem Titelsong war... nein, das weitere Geschwärme erspare ich euch nun (das am Anfang reicht..) Auch Pia mit Nur ein Blick war super. Bei ihr merkte man bei jedem ihrer Auftritte warum sie zu den Besten gehört: gesanglich eine Wucht - wenn auch mimisch für mich manchmal einen Ticken zuviel - und eine Ausstrahlung... Gerade die ruhigeren Töne liegen ihr, wie sie auch später noch eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Nach Sunset folgte Hairspray - an sich auch eines meiner liebsten Stücke, allerdings im Kontrast zu dem vorherigen Block doch etwas heftig, so schnell konnte man sich kaum umstellen. Elisabeth als Tracy brachte mich dann aber doch zum Lachen, es sah sehr ulkig aus, wie sie in der Körpermitte schön ausgepolstert war, dann aber die “dünnen” Beinchen unter dem Rock heraus schauten

Es folgte Dirty Dancing (Do you love me, Time of my life, Yes)- wie bereits erwähnt nicht so mein Fall. Allerdings kam es super an (wie sollte es anders sein) und auf DMJ war ich ja mittlerweile doch auch sehr gespannt. Ihn hatte ich noch nie gesehen und er gefiel mir sehr gut, vor allem im We will rock you-Teil mit Willemijn. Da merkte man, dass die beiden die Rollen länger (und vermutlich mit viel Spaß) gespielt hatten, da steckte wirklich Power drin. Nach allem was ich von Willemijn bisher gesehen habe, freute ich mich auf ihr Another one bites the dust - und es war so toll wie erhofft

Auch I want it all, war toll, DMJ hat eine tolle Stimme, würde ihn gerne mal in dieser Rolle sehen

Als letztes Lied vor der Pause gab es nun We will rock you. Leider eine schnellere Version, so dass die Stimmung leider nicht so rüber kam wie das wohl in der “bewährten” Variante der Fall gewesen wäre.
Pause, durchatmen, über die gewonnen Eindrücke diskutieren und - schwupps- waren die 20 Minuten schon um.
Weiter ging es mit dem Schuh des Manitu. Ich gestehe, ich mag das Stück unheimlich gerne und habe es gerade Sonntag erst wieder gesehen (Bericht folgt eventuell noch), da waren die Eindrücke noch zu frisch, abgesehen davon, dass ich das wohl eh bald mitsprechen kann

Umso mehr habe ich mich gefreut, meinen Lieblingsranger mal wieder mit Wieder mal am Marterpfahl zu hören. Einfach eine Wucht, auch wenn Mark stellenweise etwas zu konzentriert auf seinen bayrischen Akzent wirkte. Anton machte seine Sach als Abahachi ganz ordentlich, und über sein bayrisch dürften wohl einige in der Halle geschmunzelt haben

Nun folgte der König der Löwen. Witzigerweise meinte ich mich gerade gestern entschieden zu haben, nicht einen weiteren Besuch folgen zu lassen, wenn ich demnächst in Hamburg bin - man kann sich schon denken, dass es anders kommen wird



Musikalisch blieben wir dann quasi in Hamburg und es folgte mein Aufstöhnen: Ich war noch niemals in New York, das musste ja auch noch kommen. Zwar haben Mark und Pia ihre Sache gut gemacht und hatten gerade vom schauspielerischen her einige Lacher auf ihrer Seite, aber Alles im Griff ist einfach nicht so ganz meins. Zumal die beiden als Paar auch irgendwie nicht so ganz passen. Umso schöner aber Pias Ich weiß was ich will, und der irritierte, leicht verängstigte Blick von Mark ob dieser Liebesbekundung


Dann ging es in den Dschungel und zu Tarzan. Anton und Elisabeth in ihren Paraderollen (Auf diesen Tag hab ich gewartet, Unbekannt, Fremde wie ich), das merkte man. Anton mit seinem besten Auftritt, der Tarzan passt irgendwie zu ihm und gerade im Zusammenspiel merkte man den beiden einfach die gemeinesame Erfahrung an. Elisabeth fand ich spitze in diesem Stück, die überzogene Mimik war so lustig. Sie hat wirklich großes komödiantisches Talent und lieferte eine tolle Leistung gestern Abend. Ana Milva Gomes als Kala (mit Dir gehört mein Herz) war große Klasse, ich war sehr froh sie nach dem Tarzan-Besuch letztes Jahr noch einmal in dieser Rolle zu sehen - sie spielt diese Rolle einfach so gefühlvoll, man nahm ihr die Liebe und Verbundenheit zum kleinen Tarzan sofort ab.
Dann Pia mit Once upon a time aus Brooklyn. Ein ganz starker Auftritt, anfangs sehr ruhig später unheimlich energisch und kraftvoll, noch dazu in einem tollen Outfit (wie öfter mal an diesem Abend). Das machte definitiv Lust auf mehr, auch wenn ich nicht genau weiß, wie dieses Lied in den zweiten “Akt” passte.
Kurz vor Schluss dann Wicked, endlich. Obwohl ich das Stück nun schon einige Male sehen konnte, packt es mich doch immer wieder. Und dann auch noch mit so nem tollen Fiyero. Tanz durch die Welt wirkte locker, leicht wie eh und je, zu Solang ich dich hab kann ich nur sagen: Da war es wieder mein Lieblingspaar



Als letztes folgte ein Ausblick auf Sister Act mit Spread the love around. Ana Milva hat es sehr energisch, kraftvoll und mitreißend gesungen. Es war eine tolle Schlussnummer, sehr “gute Laune-mäßig”, allerdings blieb es leider nicht länger im Ohr. Trotzdem wird das wohl eine Reise wert sein nächstes Frühjahr

Als Zugabe gab es dann noch Hinterm Horizont aus dem gleichnamigen Musical von Udo Lindenberg. Patrick Stanke am Flügel und die anderen in Abendrobe drum herum. Ein tolles letztes Bild und Lied, ob ich mir dieses Musical anschauen werde, weiß ich allerdings noch nicht...
Alles in allem ein Abend der sich durchaus gelohnt hat, wenn mir auch die letzten BoMs etwas besser gefallen haben. Würde aber trotzdem sofort wieder hingehen

Nun habe ich mal wieder mehr geschrieben als ich dachte - hoffe ihr habt Spaß beim Lesen
