Musical - Ein Teil meines Lebens

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Kitti
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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon Kitti » 23.11.2008, 18:25:13

Schön, dass es weiter geht und auch dieser Teil ist dir wieder sehr gut gelungen. Du verstehst es immer wieder, an sehr spannenden Stellen aufzuhören und da will man natürlich umso mehr wissen, was als Nächstes geschehen wird. :)
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Ariliana
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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon Ariliana » 24.11.2008, 14:46:13

NA endlich wieder aktion!!

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JULES<3musicals
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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon JULES<3musicals » 24.11.2008, 21:25:49

Schön :)

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Gaefa
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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon Gaefa » 30.11.2008, 14:20:40

Danke euch :)
Jetzt gehts auch mal weiter mit dem Warm-up ;)


Das Warm-up war besser als erwartet. Zuerst kamen einige Lockerungsübungen für den Körper, danach für die Stimme. Ich merkte, dass meine Gesangslehrerin eben diese Übungen schon mit mir durchgenommen hatte, weshalb mir viele von ihnen vertraut vorkamen. Dennoch war es ein sehr überwältigendes Gefühl in mitten dieser vielen Menschen zu stehen und die ganzen Stimmen um einen herum zu hören, es war sehr beeindruckend. Allein diese erste gemeinsame Übung gab ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das man sich nicht vorstellen kann, hat man es nicht selbst erlebt.
Zum Schluss dieses ersten Teils gabs noch ein paar härtere Kondition fordernde Übungen, bei denen ich merkte, wie viel Übung ich noch brauchte, wenn ich eines Tages selbst als Darstellerin auf der Bühne stehen wollte. Ich hatte meine eigentliche Stärke im Gesang. Im Bereich des Schauspiels hatte ich kaum Erfahrung, wobei mir von den Probenleitern bei JCS oft bestätigt wurde, dass ich da eine gewisse Gabe mit brachte.
Nun, um wirklich auf einer Musicalschule angenommen zu werden und um solche Proben zu einem Stück zu überstehen, brauchte ich viel mehr Kondition und musste vor allem eines noch lernen: Tanzen!
Nun gut, ich hatte als ich 7 Jahre alt war mit Ballett Stunden begonnen und dies auch weitere 6 Jahre durchgezogen, doch davon war nicht mehr viel hängen geblieben. Ich hatte mich viel mehr fürs Singen interessiert und der Wunsch Musicaldarstellerin zu werden, war ja erst vor geraumer Zeit entstanden.
„Noch alles klar bei dir?“, erkundigte sich Leon und riss mich aus meinen Gedanken. „Äh, ja, soweit. Ich hab glaube ich nur keine allzu gute Kondition.“, gab ich zur Antwort. „Ach, das kannst du lernen.“, sagte er lächelnd. „Wir bleiben jetzt hier auf der Bühne, Gesangstraining für die Hauptrollen, aber auch nur für die wichtigen.“ Dies fügte er mit einem gespielt bedeutendem Blick zu mir hinzu.
Langsam aber sicher leerte sich der Raum und nur eine gute handvoll Darsteller blieb zurück. Sie alle kamen auf Leon und mich zu. Ich musterte sie und versuchte mir darüber im Klaren zu werden, wen ich da vor mir hatte. Es waren zwei junge Frauen, die eine dunkelhaarig, die andere blond. Beide waren sehr hübsch und zierlich, wobei die eine so groß wie ich zu sein schien, die zweite hingegen war fast einen Kopf kleiner. Das würden wohl Constanze und Nannerl sein.
Recht hatte ich, denn bevor ich noch die beiden älteren Herren, die mit einem etwas jüngerem Herrn in ein Gespräch vertieft waren, genauer betrachten konnte, stellte Leon mir die beiden Damen vor. „Das ist Svenja.“, erklärte er, wobei er auf die blonde Frau, die meiner Größe entsprach, deutete. „Ich spiel die Constanze.“, nahm sie Leon, der schon zu eben diesem Satz ansetzen wollte, die Worte aus dem Mund. „Aber keine Sorge, ich rühr ihn nicht mehr an, als ich muss, da hätte mein Freund was gegen.“ Bei den letzten Worten drehte sie sich um und musterte den jüngsten der drei Herrn, der unser Gespräch aber scheinbar nicht verfolgt hatte, mit einem schelmischen Blick.
Die andere Frau, Sarah, entpuppte sich als Nannerl. Die beiden älteren Herren wurden erwartungsgemäß als Leopold Mozart und Fürst Colloredo vorgestellt. Svenjas Freund sollte Colloredos Handlanger, Graf Arco, mimen. Die Herren begrüßten mich freundlich und wandten sich dann wieder ihrem Gespräch zu.
Ich überlegte einen Moment welche Szene nun wohl geprobt werden würde. Zwar hatte ich Mozart! noch nie gesehen, kannte aber natürlich die Musik, weshalb ich vor einem großen Rätsel stand. Gab es eine Szene, in der Constanze und Nannerl auftauchten und die Herren dabei sind? Mir fiel keine ein und bevor ich Leon danach fragen konnte, kam schon Bob, der die musikalische Leitung innehatte, um mit den Proben zu beginnen.
„Komm, wir setzen uns da drüben an den Rand.“, flüsterte mir Svenja, die scheinbar auch erstmal eine kurze Pause hatte, zu. „Welche Szene wird jetzt geprobt?“, wollte ich von ihr wissen, als wir uns gesetzt hatten. „Soweit ich weiß, kommt zuerst der ‚Rote Rock’ und danach ‚Wo ist Mozart?’, allerdings erstmal ohne Ensemble.“, erläuterte sie den Ablauf. „Du fragst dich sicherlich, was ich hier mache. Nach den beiden Liedern wird ‚Dich kennen, heißt dich lieben’ geübt. Da ich bis dahin nichts anderes proben muss, schau ich mir die anderen Szenen an.“ Ich nickte. Sie schien sehr nett zu sein und informierte mich über alles Wissenswerte zu den Szenen.
Die ersten beiden Lieder wurden zwei Mal direkt hintereinander gespielt und ich war beeindruckt wie gut es schon saß, auch wenn Bob einiges anzukreiden hatte, aber es konnte ja nichts auf Anhieb klappen. Dann verabschiedeten sich Nannerl und die restlichen Herren, bis auf Svenjas Freund, Adrian. Dieser setzte sich in die andere Ecke des Raumes und harrte dem, was wohl kommen würde: Dich kennen, heißt dich lieben!
Sie übten dieses Lied heute zum ersten Mal, denn es kam noch der Regisseur hinzu, wie Svenja mir voller Aufregung erzählt hatte. Dieser erklärte dann beiden den Ablauf der Szene, wie es auf der Bühne später aussehen sollte. Sie gingen nun einmal ihre Positionen durch, bevor sie zu singen begannen. Aber schon zu Anfang gab es einige Probleme und so wurde erst einmal an der gesanglichen Ausführung gefeilt, bevor sie es noch einmal in Kombination mit dem Schauspiel versuchten. Diesmal spielten sie das ganze Lied durch und ich war gefesselt davon, wie gut die beiden harmonierten.
Adrian schien ein wenig eifersüchtig drein zu schauen oder vielleicht bildete ich mir das auch nur ein. Er kam mir von Anfang an etwas seltsam vor, wo hingegen mir seine Freundin total sympathisch war.
Sie feilten noch eine ganze Zeit an dem Lied herum und spielten es einige Male durch, bis der Regisseur und Bob einiger maßen zufrieden waren. Als dies endlich der Fall war, kam Leon zu mir und meinte:
„Uff, das war anstrengend. Neue Szenen erarbeiten, auch wenns nur ein Duett ist, ist nicht leicht, oder gerade weil es ein Duett ist.“ – „Fürs erste Proben habt ihr das aber gut gemacht.“, lobte ich. „Gut reicht nur leider nicht, es muss perfekt sitzen und damit das wird, hab ich ja dich zum Üben.“, grinste er mir zu.
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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon Kitti » 01.12.2008, 20:21:53

Liebe Mitleser, wo bleiben denn eure Kommis?! Lasst doch die arme Gaefa nicht so lange warten! *knuffel* Du weißt ja, wie gut mir diese Story gefällt. Du beschreibst den Ablauf der Proben, dass man denken könnte, du wärst selbst regelmäßig Gast bei professionellen Musicalproben. Weiter so!!!
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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon JULES<3musicals » 01.12.2008, 20:31:54

Kitti hat geschrieben:Liebe Mitleser, wo bleiben denn eure Kommis?! Lasst doch die arme Gaefa nicht so lange warten! *knuffel* Du weißt ja, wie gut mir diese Story gefällt. Du beschreibst den Ablauf der Proben, dass man denken könnte, du wärst selbst regelmäßig Gast bei professionellen Musicalproben. Weiter so!!!


KAnn ich nur zustimmen :)
Mag die Story ja auch sehr gerne ;)

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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon Theresa » 03.12.2008, 16:43:22

Oops habs mal wieder übersehen, weil ich in diese Rubrik nicht wirklich oft vorbeischaue :oops: :oops: Aber für deine Geschichte, Gaefa, lohnt es sich doch immer wieder :D Toller neuer Teil!

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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon Ariliana » 05.12.2008, 15:15:42

DAs las sich auch shcon weider viel leichter. Komsich eifersüchtiger freund, oder besser komische nciht eifersüchtige Hauptakteurin... Ich kann mich gerade nciht wirklich entscheiden... :?

aber insbesondere der anfang, mit dem Zusammengehörigkeitsgefühl und dem Stimmgewirr war gut beschrieben.
DU hast shcon erfahrugn oder? :wink: :up:

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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon Gaefa » 17.12.2008, 14:46:46

Danke für eure Kommis. Hier mal der nächste Teil, hat etwas länger gedauert.

@Kitti: *knuffel*
@Ariliana: Ich bin gespannt, wie du dich im weiteren Verlauf entscheiden wirst ;) Nein, Erfahrungen hab ich nicht wirklich. Die ganze Story basiert so ziemlich auf reinen Vorstellungen. Ich hoffe natürlich ees immer so realistisch wie möglich schreiben zu können und das bestätigt ihr mir ja immer wieder, was mich sehr freut :)


Der restliche Vormittag verlief ähnlich. Es wurden viele Szenen geprobt. Leon bekam einzelnen Gesangsunterricht, in dem er vor allem seine Lieder, die noch nicht alle so gut saßen, übte. Bevor diese dann auf die Bühne sollten, musste er stimmlich fit sein und vor allem keinen Texthänger mehr haben, die allerdings noch zu Hauf auftraten.
In der relativ kurzen Mittagspause aßen wir unten in der Kantine und unterhielten uns die meiste Zeit mit Svenja und Adrian, wobei vor allem Svenja viel erzählte. Sie hatte eine sehr fröhliche und unbefangene Art, die total dem Künstlerimage entsprach, dennoch wirkte sie sehr natürlich und es machte Spaß mit ihr zu reden. Adrian hingegen war sehr zurückhaltend, was vielleicht daran lag, dass der Däne noch immer etwas mit der deutschen Sprache zu kämpfen hatte.
Nach dieser kurzen Unterbrechung stand ein besonderer Probenpunkt für Mozart an. Zwei kleine Amadés kamen zur Probe. Die beiden Jungs waren sehr aufgeweckt und tobten schon durch den Probenraum, so dass ich befürchtete, dass sie sich kaum auf die Proben konzentrieren konnten, doch damit hatte ich mich getäuscht.
Sobald Sabine, die für den Schauspielpart der Kleinen zuständig war, den Raum betreten hatte, wurden die beiden schnell ruhig und hörten ihr konzentriert zu. Ich bekam mit, dass die beiden schon einige Proben hinter sich hatten, da einer von den beiden die Premiere spielen sollte. Man hatte sich allerdings noch nicht zwischen den Zwillingen, die sich tatsächlich zum Verwechseln ähnlich sahen, entscheiden können. Dies spornte Tim und Tom natürlich nur noch mehr zur Konzentration an. Beide konnten schon ein paar der Posen, die für Amadé sehr wichtig und charakteristisch waren.
Diese Probenstunde war sehr interessant zu betrachten und verlangte sowohl von Tim und Tom, die ihre Sache wirklich sehr gut machten, als auch von Leon sehr viel Einfühlung in ihre Rollen, die ja zusammen gehören. Es war natürlich auch sehr schön zu beobachten wie Leon mit den zwei Jungs umging und zwischen den einzelnen Probensequenzen den einen oder anderen Blödsinn verzapfte. Er war eben innerlich auch noch ein Kind, genauso wie Mozart, dachte ich mir.
Zum Schluss dieses Probenteils gingen alle drei auf die Probenbühne zum Ensemble, das dort schon wartete und spielten, sowie sangen ‚Wie wird man seinen Schatten los’, was von Leon und beiden Amadés sehr gut gespielt, sowie vom Ensemble toll unterstützt wurde. Nach zweimaligem Durchlauf dieses Liedes war Leon dann ziemlich geschafft, vor allem stimmlich war das Lied nicht das Leichteste, doch auch das Zusammenspiel mit Tim oder Tom forderte viel Aufmerksamkeit von ihm. So hatte er danach eine Pause, in der er aber nicht faul rumsitzen, sondern mit dem Regisseur noch ein paar wichtige Szenen besprechen musste.
Svenja, die während der letzten Szene ebenfalls auf der Probenbühne gewesen war, kam zu mir herüber und meinte: „Sag mal magst du nicht mit in den Tanzraum kommen? Die Regiebesprechung ist sicherlich nicht so sonderlich interessant und wenn du später selbst mal auf der Bühne stehen magst, kannst du ja beim Tanzen schon mal ein wenig üben.“ Leon nickte mir zu und ich willigte ein, was konnte das schaden, wo Tanzen doch mein Schwachpunkt war.
So machten wir uns auf den Weg zum Tanzsaal, wobei wir dabei scheinbar einmal quer durchs Theater mussten. Währenddessen erzählte Svenja mir, dass Adrian viele Tanzworkshops leitete und sie sich bei einem solchen auch kennen gelernt hatten, da sie selbst eine Ausbildung mit Schwerpunkt Tanz absolviert hatte. So kam es dann auch, dass sie es war, die mir erklärte worauf ich bei der zu übenden Performance genau achten musste, während Adrian in englischer Sprache dem restlichen Ensemble Anweisungen zurief. Das schien ihm mehr zu liegen als sich auf Deutsch zu unterhalten.
Es machte unglaublich viel Spaß mit Svenja tanzen zu lernen und ich merkte wie gut sie all das erklären konnte. Zwar hatte ich lange Ballett gelernt, doch die Lehrerin hatte sich immer so seltsam ausgedrückt, dass ich nie verstanden hatte, was ich genau machen sollte, weshalb ich in all den Jahren nur sehr langsame Fortschritte gemacht hatte, das ging bei Svenja um einiges schneller.
So merkte ich auch gar nicht wie die Zeit davon rannte und es langsam Abend wurde. Noch immer erklärte sie mir einige Schritte, als Leon zu uns stieß. „Ach hier seid ihr. Es ist übrigens Zeit für die Abschlussszene.“, stellte er fest, wobei er den zweiten Satz eindeutig an Svenja richtete.
„Was? Schon? Oh, wir haben völlig die Zeit vergessen. Gut, dass ich keine anderen Proben mehr hatte zwischendurch.“, lachte sie fröhlich.
Hinter „Zeit für die Abschlussszene“ versteckte sich die Probe zum ‚Finale’, bei dem tatsächlich alle dabei waren, weshalb diese Szene beinahe täglich zum Abschluss des Probentages geübt wurde. Dementsprechend klappte sie schon recht gut und es war beeindruckend, wie alle zusammen agierten. Vor allem gesanglich war es sehr imposant, da viele Facetten bedient wurden und die Hauptrollen sich gegen den Rest durchsetzen mussten.
Schauspielerisch wurde hier und da noch ein wenig gefeilt, aber es ging nur noch um Kleinigkeiten. Es war schön zu sehen mit wie viel Freude alle dabei waren und dass trotz des anstrengenden Tages alle noch ihr bestes gaben, wobei es doch das Ende war, oder vielleicht gerade weil es der Schluss war und nun alle Anstrengung des Probentages von ihnen abfielen.
Somit ging dann auch der anstrengende Probentag, den ersten den ich bei einer solch großen Produktion miterlebt hatte, zu Ende.
Bevor wir gingen, unterhielten wir uns noch ein wenig mit Leons Kollegen. Als letztes verabschiedeten wir uns von Svenja, die versprochen hatte mir weiterhin Tanzen beizubringen, und Adrian, woraufhin Leon und ich uns auf den Weg zurück in seine Wohnung machten.

„Und, hast du es dir so vorgestellt?“, wollte er wissen, als wir nach dem Abendbrot gemütlich in seinem Garten auf einer Decke saßen. Ich lag an ihn gelehnt und schaute in den wolkenlosen Himmel. Einen Moment lang überlegte ich, bevor ich ihm zur Antwort gab: „Nein. Ich glaube man kann sich gar nicht vorstellen, was alles so geschieht, wenn man nicht selbst dabei war. Aber ich muss sagen, dass es wirklich toll war und ich freu mich weiterhin dabei zu sein.“
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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon Kitti » 20.12.2008, 14:23:22

Wirklich wieder sehr schön. Wann geht es denn weiter?? :D
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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon Theresa » 21.12.2008, 15:59:43

Wiedermal ein toller Teil, ich hoffe es kommt bald ein neuer, toller Teil :D

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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon Gaefa » 25.12.2008, 16:53:47

Danke euch beiden.

@Kitti: Kann ich dir ausnahmsweise sogar mit genauem Datum sagen *g* Hab den nächsten Teil für den 29.12. geplant, schließlich hab ich genau an diesem Datum letzten Jahres den ersten Teil gepostet ;)
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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon Kitti » 25.12.2008, 19:21:02

@ Gaefa Gute Idee, ein neues Kapitel zum Jubiläum zu posten. Mein Kommi kommt dann wohl etwas später, aber er wird auf jeden Fall nachgeliefert. ;)
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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon Gaefa » 30.12.2008, 10:56:33

So viel zum 29.... Aber das Forum wollte mich gestern einfach nicht reinlassen *grml* Also mit kurzer Verspätung hier der 25. Teil :)

Die folgenden Tage verliefen ähnlich. Morgens gings zum Theater, dort wurde geprobt. Dann gabs eine Mittagspause, in der wir in der Kantine aßen und uns jeden Tag aufs Neue mit Svenja und Adrian, manchmal auch mit Sarah unterhielten. Danach ging es mit den Proben weiter. Am Abend saßen oder lagen Leon und ich bei ihm im Garten und ich hörte ihm die Texte ab, sang mit ihm oder beurteilte sein Spiel in einigen Szenen, die ich gesehen hatte. Das Zweitere war wohl ganz zum Leiden seiner Nachbarn, die die Fenster die ganze Nacht offen hatten, denn oft war es schon dunkel geworden, als wir noch dort saßen und sangen.
Ich lernte die Texte scheinbar schneller als Leon, denn schon bald brauchte ich in einigen Szenen das Textbuch nicht mehr und konnte ihn problemlos im Dunkeln noch abhören. Aber auch bei Leon hatte es den gewollten Effekt und am Ende der Woche saßen die Texte schon deutlich besser als noch vor meiner Ankunft.
Am Wochenende waren kaum Proben angesetzt, so dass wir Samstagabend mit Svenja, die mir die Woche über tatsächlich weiterhin Tanzstunden gegeben hatte, so dass ich mich nun bei den Tanzstunden unters Ensemble mischen konnte, und Adrian in eine Bar gingen und einen netten Abend verbrachten.
Ich verstand mich unglaublich gut mit Svenja und so kam es vor, dass ich in der nächsten Woche nicht die ganze Zeit bei Leons Proben zuschaute, sondern auch mal bei der ‚Ehrlichen Familie’ hereinschaute, beim Ensemblegesang mitmischte und weiter tanzte. Natürlich kamen meine Beobachtungsaufgaben auch nicht zu kurz und bei den Szenen, die nun verstärkt im Ganzen geübt wurden, wurde des Öfteren auf meinen Rat zurückgegriffen.
Ich fühlte mich sehr wohl und wurde beinahe als ein Teil des Ensembles behandelt. So kam es in der dritten Woche, die ich bei den Proben zu Gegen war, dass eine Ensembledame ausgefallen war und die Swings gerade nicht von einer anderen Probe abkömmlich waren, dass ich herangerufen wurde:
„Du hast dir die Tänze doch oft angeschaut, oder? Meinst du, du kannst für die heutige Probe auf der Position spielen?“ Ich war sehr baff, aber alle redeten mir gut zu und so versuchte ich mich in die Gruppe zu integrieren. Es machte unglaublich viel Spaß und es klappte bis auf einige falsche Schritte sogar recht gut, so dass einige scherzhaft meinten: „Schaut mal, wir haben noch einen Swing.“

All das nahm mich so sehr in Anspruch und machte so viel Spaß, dass ich beinahe vergaß mich ab und zu bei meinen Eltern zu melden. Oft bekamen sie nur eine kurze SMS, in der ich schrieb, dass alles bestens ist. Mehr Konversation gab es nur, wenn sie jeden Sonntag einmal anriefen, wobei ich dann auch nur zu schwärmen begann wie sehr mir alles gefiel, so dass mein Vater langsam befürchtete, dass ich es wirklich durchziehen und später auch Darstellerin werden würde.
Wie schnell seine Befürchtung Gestalt annehmen würde, konnte er nicht erahnen.

Ein besonderes Ereignis stand zu Beginn der 5. Probenwoche an: Das Fotoshooting fürs Programmheft. Bilder von jedem einzelnen Darsteller, sowie die ersten Szenenbilder.
Der Morgen begann mit großem Aufgebot der Maske, denn alle Darsteller wurden für die Einzelbilder schön gemacht. Es war unglaublich was mit ein wenig Make-up, gekonnter Betonung und einem frischen Styling aus den Darstellern herausgeholt wurde. Einige waren kaum noch wieder zu erkennen.
Svenja und Sarah sahen besonders bezaubernd aus, aber auch die restlichen Ensembledamen standen den beiden in Nichts nach. Svenjas blonde Haare waren noch ein wenig gelockter als sonst und dadurch, dass sie ein wenig hochgesteckt wurden, fielen sie sehr schön und umrahmten ihr Gesicht. Sie wirkte sehr keck und frisch, was ihrem Charakter vollkommen entsprach.
Aber auch Leon sah einfach fabelhaft aus auf den Fotos. Seine Haare waren strubbelig, so als hätte er sich gerade mal wieder mit der Hand durch seine dunklen Haare gewuschelt. Ich fand, dass es ihm sehr gut stand und passte auf jeden Fall zu Wolfgang. Außerdem wurden durch das dezente Make-up seine braunen Augen sehr gut betont, so dass sie glänzend hervorstachen. „Du siehst toll aus.“, flüsterte ich ihm zu, bevor er vor die Kamera trat.
„Schau doch mal so, als wärst du frisch verliebt und würdest deine Freundin anschauen.“, gab der junge Fotograf als Auftrag an Leon heraus. „Das dürfte ihm nicht allzu schwer fallen.“, neckte Svenja ihn, wobei ihr Blick auf mir ruhte. Leons Blick glitt ebenfalls zu mir und der Fotograf schien begeistert: „Super, genau so. Das werden tolle Bilder.“
Auch Svenja hatte ihre Digital Camera gezückt und begann wie wild von allen Fotos zu schießen, wobei das gesamte Ensemble sichtlich Spaß hatte, einfach ganz ausgelassen zu posieren und rumzualbern.
Als Leon fertig war, wechselte er noch ein paar Worte mit dem Fotografen, wobei genau in diesem Moment ein Lachanfall seitens Sarah mich dazu veranlasste mich herumzudrehen. Doch bevor ich heraus bekam, was ihr zugestoßen war, schrie ich auf, denn plötzlich wurde ich in die Höhe gehoben. Leon war von hinten gekommen und hatte mich im wahrsten Sinne des Wortes auf den Arm genommen.
Sofort waren wir der Mittelpunkt des Geschehens und Svenja knipste was das Zeug hält. Bevor Leon mich wieder auf eigenen Füßen stehen ließ, gab er mir einen Kuss, was Svenja natürlich noch ein besseres Motiv bot.
Nach kurzer Pause, in der sich alle wieder beruhigten, da alle Kameras langsam außer Sichtweite gerieten, mussten sich alle in die Kostüme schmeißen. Die Anprobe war schon in der 2. Probenwoche geschehen, weshalb ich nun alle zum ersten Mal in ihren Kostümen sah. Dies war wieder unglaublich beeindruckend, vor allem das Ensemble in den Klamotten der vornehmen Wiener Gesellschaft war sehr facettenreich, wobei man gar nicht wusste welches Kostüm man zuerst betrachten sollte.
Svenja sah mit der dunklen Perücke sehr fremd aus, genauso wie Sarah mit der blonden. Genau anders herum hätte es besser gepasst, schoss es mir durch den Kopf, aber von der Art her passten beide super in ihre Rollen. Um auch die ersten Szenen festzuhalten, hatte Svenja mir ihre Camera in die Hand gedrückt, damit ich ja schöne viele Fotos schoss.
Die Fotosession ging also weiter und Leon sah in seinem Roten Rock, den er zuerst an hatte, sehr vornehm aus, wenn man seine Dreadlocks allerdings betrachtete, war dem nicht mehr so. Sie machten ihn zu einem richtigen Rebellen und ließen ihn verwegen wirken, wobei sein Gesicht trotzdem gut zur Geltung kam.
Auf Dauer wär das allerdings nichts gewesen, dachte ich mir.
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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon Theresa » 30.12.2008, 11:31:23

Schöner neuer Teil, ich hoffe du schreibst bald wieder weiter :wink: :D *knuffel*

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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon Kitti » 02.01.2009, 19:12:38

Schön, dass du den neuen Teil doch noch posten konntest. Wieder einmal sehr schön. Mir gefällt die Idee, dass sie das Fotoshooting beobachten darf und dass es so ähnlich auch in der Realität ablaufen könnte. :)
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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon Gaefa » 19.01.2009, 16:23:08

„Ja, Mama, mir geht es gut. Hier ist alles prima.“ Es war der letzte Sonntag vor der Premiere und meine Eltern hatten mal wieder angerufen.
„Kommt ihr jetzt eigentlich nächsten Sonntag zur Premiere? Die Einladung mit den Freikarten steht, aber wir müssten jetzt langsam wissen, ob ihr auch kommt.“, erklärte ich meiner Mutter. Leon, der gerade von der Küche kam, nickte zustimmend.
„Ihr kommt? Das ist toll, ich freu mich. Wie? Ja, dann könnt ihr mich natürlich auch mit nach Hause nehmen, logisch. Ja, Mama. Ist okay, gut, grüß du auch schön, bis nächste Woche. Tschüss!“ Damit war das Gespräch beendet.
„Meine Eltern lassen dich schön grüßen und ich soll dir ausrichten, dass sie das Angebot dankend annehmen und sich schon sehr auf die Premiere freuen. Naja, meine Mutter freut sich auf jeden Fall.“, erläuterte ich Leon den Ausgang des Gesprächs. „Das freut mich.“, antwortete er. „Ich bin sehr gespannt, wie deinen Eltern die Show gefallen wird.“ – „Und ich erst! Aber viel mehr bin ich selber auf die Show gespannt, diese Woche wird ja oft komplett durchgespielt werden und die ersten Previews finden ja auch schon statt.“, merkte ich an.
„Ja.“, gab er gedehnt zur Antwort. „Wenn ich daran denke, bekomm ich schon ein leicht flaues Gefühl in der Magengegend.“ – „Ach das ist doch normal, ein wenig Lampenfieber gehört doch zu jedem Auftritt, oder?“, wollte ich wissen. Er nickte.
Ich schaute zu ihm hinüber, er saß ein wenig in Gedanken versunken auf dem Sofa. Ich stand, weil ich während des Telefonats herumgelaufen war, noch immer in mitten des Wohnzimmers. Jetzt drehte ich mich zum Fenster hin und blickte ebenfalls gedankenverloren hinaus. Ich grübelte einen Moment und fragte dann, ohne mich umzudrehen:
„Warum kommen deine Eltern eigentlich nicht zur Premiere? Wir reden immer nur von meiner Familie, über deine Eltern und sonstigen Verwandte weiß ich überhaupt nichts…“
Darüber hatte ich mir schon des Öfteren Gedanken gemacht, aber da er nie selbst etwas erzählt hatte und er nie einen Satz fallen ließ, in dem auch nur irgendwer von seiner Familie genannt wurde, hatte ich bisher noch nicht gefragt. Es war mir dennoch oft komisch vorgekommen, war er doch so besorgt darum, dass ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern bestand. Leon hatte sie ziemlich früh kennen gelernt, ich hingegen wusste nicht einmal wo seine Eltern wohnten.
Noch immer wartete ich auf eine Antwort von ihm. Langsam drehte ich mich um und bemerkte erst jetzt, dass auch Leon aufgestanden war und scheinbar ein paar Schritte auf mich zu gemacht hatte, dann aber mitten in dieser Bewegung stehen geblieben war. Erwartungsvoll schaute ich ihn an und wiederholte meine Frage: „Warum hast du nicht deine Eltern zur Premiere eingeladen?“
Leon seufzte: „Meine Eltern? Meine Familie?“ Er lachte unwillkürlich auf und setzte sich wieder auf das Sofa. „Die interessiert es doch kein bisschen, was ich mache.“ – „Aber wie kannst du ihnen denn egal sein? Hast du denn mal versucht sie einzuladen?“, fragte ich unwissend weiter.
Ich ging nun auch auf das Sofa zu, setzte mich neben ihn und legte ihm sacht die Hand auf die Schulter. Doch genau in diesem Moment stand er auf, so dass ich zurückschreckte. Nun war es Leon, der gedankenverloren aus dem Fenster starrte. „Ach du hast doch keine Ahnung, Nora.“, sagte er mit verbitterter Stimme. „Dann erklär mir das Ganze.“, rief ich ihm entgegen.
Mittlerweile war ich auch wieder aufgestanden, machte aber keinen Versuch zu ihm zu gehen. „Nicht jede Familie ist so glücklich und harmonisch wie deine.“, fuhr er mit eben dieser verbitterten Stimme fort.
Was wollte er sagen? Hatte er Streit mit seinen Eltern gehabt? Dann wäre eine solche Premiere doch ein willkommener Anlass diesen zu vergessen. Er seufzte abermals. Gespannt schaute ich ihn an.
„Ich kenne meine Eltern kaum.“, begann er zu erzählen. „Aber…“, wollte ich einwerfen. Wie konnte man seine Eltern kaum kennen? Man lebte doch bei ihnen und sie zogen einen groß und… Moment, das war meine Vorstellung vom Leben. Ich hatte vollkommen vergessen, dass nicht alle Menschen so lebten.
„Du wolltest, dass ich erkläre, also bitte hör mir auch ganz zu.“, unterbrach Leon mich, bevor ich weiter reden konnte. Als Zeichen, dass ich nichts mehr sagen würde, setzte ich mich wieder aufs Sofa.
„Ich will ehrlich zu dir sein, Nora. Aber es ist alles nicht so einfach wie du glaubst. Wie ich sagte, ich kenne meine Eltern kaum. Was heißt schon Eltern? Meinen Vater kenne ich überhaupt nicht. Ob meine Mutter weiß, wer mein Vater ist, weiß ich nicht. Ich kenne nicht einmal den Namen meines Erzeugers.“, erklärte er.
Langsam begann ich zu verstehen, warum er nie über seine Familie gesprochen hatte, aber was war mit seiner Mutter? Er holte tief Luft und setzte erneut an:
„Meine Mutter war noch sehr jung, als ich geboren wurde, keine 20. Sie hat trotzdem versucht mich großzuziehen, alleine, da sie auch von ihrer Familie keine Unterstützung bekam. Sie war also ganz allein auf sich gestellt mit einem kleinen Bengel, der ihr den letzten Pfennig raubte. Als ich drei war, wurde das Jugendamt von einer Nachbarin, die das Elend, in dem meine arbeitslose und hilfsbedürftige Mutter mit mir lebte, kannte, eingeschaltet. Ich wurde in eine Pflegefamilie gebracht, da meine Mutter, die dazu noch ein Alkoholproblem hatte, nicht mehr dazu in der Lage war für mich zu sorgen. Ich wurde von einem älteren Ehepaar liebevoll aufgezogen, aber als ich 9 Jahre alt war, musste ich die Familie wechseln. Von da an lebte ich mit 3 großen Brüdern, die alle die leiblichen Kinder waren, zusammen. Du kannst dir vielleicht nicht vorstellen wie das ist, aber ich kann dir sagen, dass ich viel einstecken musste. Es hieß immer alle gegen einen.“
Er machte eine kurze Pause. Mir standen bei dieser Erzählung die Tränen in den Augen, ich hatte wirklich keine Ahnung gehabt. „Das Einzige, was mich hoch hielt, war die Musik. Meine ersten Pflegeeltern hatten mich musikalisch erzogen und in der Schule wurde mein Talent entdeckt und gefördert. Mit 16 bekam ich nach dem Realschulabschluss ein Stipendium für die Musicalhochschule, sonst hätte ich mir die Ausbildung nicht leisten können. Zeitgleich zog ich aus und hab seitdem keinen Kontakt mehr. Meine ersten Pflegeeltern sind schon vor ein paar Jahren gestorben und meine leibliche Mutter habe ich nur ein paar Mal getroffen, aber sie hat sich nicht geändert.“, beendete er die Erzählung.
„Verstehst du jetzt warum ich weiß, dass niemand von meiner ‚Familie’ kommen würde?“ Bei diesen letzten Worten drehte er sich zu mir um, ihm standen, genau wir mir die Tränen in den Augen.
Ich nickte.
Zuletzt geändert von Gaefa am 19.01.2009, 19:15:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon Kitti » 19.01.2009, 18:48:40

Ah, eine dramatische Wendung. Sehr interessant! Leons Verbitterung, die man sehr gut nachvollziehen kann, wird nur allzu deutlich. Schön, dass er sich Nora trotzdem anvertrauen konnte. Im letzten Abschnitt fehlt ein das "be" vor "endete die Erzählung." Aber ansonsten ist das neue Kapitel, wie immer, klasse! Ich bewundere wirklich deine Ausdauer immer so lange und tolle Kapitel präsentieren zu können.
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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon Ariliana » 21.01.2009, 17:31:33

HUI! Sehr viel neues :megaeek:
Nun ja dass man als teil des ensembles gehandelt wird ist leider die ausnahme. als Freundin des Hauptdarstellers wohl schon eher. Die Fotoshootingszene fand ich total gut, ich hoffe unsere Premiere läuft so ähnlich.
die amadees sind wahrscheinlich meist ne ganze schulklasse ( mindestens fünf jungs schätze ich) war zumindest bei Elisabeth und den Rudolphs so.

Den Letzten Teil finde ich furchtbar. ICh finde Sie ist doch ein ziemlich naives dummchen wenn sie nicht weiß dass es auch andere Arten von Familie gibt. Ihre familie scheint ja auch nicht ganz normal. So überprotektiv und klammernd. Schrecklich!! Und dann kommt das ultimativ tragisch-positiv verlaufene Klishee einer überforderten Mutter mit zuvielen vätern... Sorry aber in der praxis hilft ein anruf beim Jugendamt selten. :motz:

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Re: Musical - Ein Teil meines Lebens

Beitragvon JULES<3musicals » 20.02.2009, 20:29:05

Wann gehts denn weiter ? ^^


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