*schieb*
Ich hab am Sonntag in Salzburg am Domplatz "Jedermann" (Hugo v. Hoffmannsthal) gesehen.
Das wollte ich schon länger mal, vor allem genau die Inszenierung der Salzburger Festspiele.
Besetzung:
Jedermann - Peter Simonischek
Buhlschaft - Sophie von Kessel
Tod - Clemens Schick
Teufel / Guter Gesell - Sven-Eric Bechtolf
(wenn jemand der Rest auch noch interessiert, tipp ichs komplett ab ^^)
Ganz am Anfang dacht ich ja noch "Hää, was ist das?" und bin net recht mitgekommen. Eine Inhaltsangabe im Programmheft zum vor Beginn Erinnerungen auffrischen wär scho nicht schlecht gewesen. Im Wesentlichen geht es darum, dass Jedermann sich auf Kosten anderer bereichert, und seine guten Taten sehr dünn gesäht sind, während er für Gott nichts übrig hat, und obwohl schon in besseren Jahren sehr zum Leidwesen seiner alten Mutter nicht daran denkt sich eine Frau zu nehmen. Bei einem Gelage, wo er auch heftig um die Buhlschaft scharwenzelt, tritt der Tod auf den Plan, um ihn zu holen. In seinen letzten Stunden findet Jedermann dann doch noch zu Gott, nachdem er begreifen musste, dass er in dieser schweren Zeit nun völlig allein ist, auch sein Schatz (Mammon) hat ihn verlassen.
Peter Simonischek hat den Jedermann schon nun ein paar Jahre lang gespielt, und er lebt die Rolle. Wahnsinn! Ich fand ihn so genial. Und was für eine Szene, als der Jedermann-Ruf über den Domplatz erschallte. Obwohl es heller Tag war, die Vorstellung war um 16 Uhr bei strahlendem Sonnenschein, hatte das einen ziemlich unheimlichen Touch. Bei den anderen Darstellern hält sich das Kennen bei mir leider in Grenzen, Sophie von Kessel sagt mir was, aber leider kein Tobias Moretti als Teufel / Guter Gesell, oder Ulrike Folkerts als Tod (Madame de la Mort), wie vor ein paar Jahren. Aber das macht nichts, ich find alle gut, und einen Vergleich habe ich auch nicht

Ach doch, ein bekannter Name taucht in der Liste schon auf. Heinz Zuber, der dicke Vetter, er hat seinerzeit in Wien bei SudB den Herrn von Unruh gespielt.
Die Inszenierung ist recht klassisch gehalten, zu moderner Krams würde vor diese Kulisse auch gar nicht passen. Richtig toll ist auch die unverändert alte Sprache zu hören, in der das Stück verfasst worden ist. Es wird ja überlegt, die Sprache in eine modern Fassung zu transponieren, ich hoffe nur sie lassen das bloß bleiben o_o