Spamalot, Köln, 6. 5. 09, 18.30 Uhr
Verfasst: 20.05.2009, 00:52:08
So, hab mich entschieden, den Bericht jetzt doch noch zu posten:
Spamalot, Köln 6. 5. 2009, 18.30 Uhr
Besetzung:
King Arthur: Michael Flöth
Schöne aus dem Schilf: Carina Sandhaus
Sir Lancelot: Dominik Schulz
Sir Galahad: Serkan Kaya
Sir edevere: Martin Berger
Sir Robin: Markus Hanse
Prinz Herbert: Michael Kargus
Patsy: Nikolaus Stich
(Da es keinen Besetzungszettel gab und ich alles vom Bildschirm abschreiben musste, habe ich es leider nicht mehr geschafft, die einzelnen Ensemblemitglieder zu notieren. )
Also ich weiß nicht, ob ich mit dieser Besetzung Glück gehabt habe oder nicht. Mir haben sie allesamt gefallen!
Das einzige, was mich wirklich enttäuscht hat, war in weiten Teilen die Übersetzung. Vor allem der Songs (Die Dialoge waren weitestgehend okay). Besonders bei dem Hammer-Stück „The Song That Goes Like This“ (Das Lied das jeder liebt) und meinem Lieblingssong „Diva`s Lament – What Ever Happened to My Part“ (Warum hab ich so wenig Text?) musste ich doch sehr schlucken. Sie waren zwar, wie alle anderen Songs auch sehr schön und mit viel Inbrunst^^ vorgetragen, aber auch die tollen Darsteller konnten den lieblos übersetzten Text nicht wieder wett machen. (Ich habe im Voraus schon andere Übersetzungen gerade dieser beiden Lieder gehört, die mir doch zumindest ein bisschen besser gefielen, da näher am Original). Diesen Wortwitz, den das Musical im Englischen hat, kann man einfach nicht ins Deutsche übertragen und dadurch gehen viele Gags verloren. England reimt sich im Deutschen nun mal nicht auf Finnland (wenn dann auch die Fisch-Slapping-Szene die folgt einfach göttlich ist!
) und der Zusammenhang „Not jet dead“ am Anfang und „Not jet wed“ der Bräute am Schluss, verschwindet einfach im Nirgendwo. Das kann man den Übersetzern nicht mal wirklich zum Vorwurf machen, da manches einfach eben nicht geht. Insgesamt bin ich auch der Meinung, dass das Stück in Deutschland nicht den Erfolg haben kann wie in London oder New York, eben weil so einige Insider hier nicht funktionieren. Wer kennt hierzulande denn schon das Dosenfleisch „Spam“ von dem überhaupt der ganze Titel stammt?
Aber trotz allem, das könnt ihr mir glauben, habe ich mich an diesem Abend wirklich gut amüsiert! Das lag zum einen an der schmissigen Musik, hervorragend gespielt von der Band unter der Leitung von Heribert Feckler, den tollen, abwechslungsreichen Kostümen und dem pfiffigen Bühnenbild zum Anderen natürlich an der hervorragenden (komödiantischen) Leistung der Darsteller:
Michael Flöth (King Arthur):
Ich habe mich sehr gefreut ihn nun auch mal in einer anderen Rolle als als Käptn der Titanic auf der Bühne sehen zu können! Und ich möchte wetten, diese Rolle hat ihm weit mehr Spaß gemacht!
Er hat eine sehr gute kraftvolle Stimme und, wer hätte das damals gedacht, wirklich ein verstecktes komödiantisches Talent!
Wie er trotz des ganzen Blödsinns immer würdevoll geblieben ist und gerade dadurch urkomisch wirkte, großartig!
Carina Sandhaus (Schöne aus dem Schilf):
Ich hatte ja schon mal geschrieben, dass sie mir spontan etwas zu schlank für die Rolle vorkam und ich mich fragte, ob sie genug Power für den Part hätte. Aber stimmlich konnte sie mich tatsächlich überzeugen. Manchmal, in den ganz hohen Höhen kam sie mir teilweise etwas „kreischig“ vor, aber das passt wiederum ja auch ganz gut in die Rolle.
Ihr Spiel war wunderbar exzentrisch, eine richtige Diva halt. Am Schluss hatte sie dazu aber auch etwas Sanftes, was dort sehr gut passte. Und in den tollen Kleidern sah sie fantastisch aus! 
Dominik Schulz (Sir Lancelot):
Er gefiel mir gut in der Rolle! Vor allem, dass er nicht durchgehend tuntig gespielt hat, obwohl er sich ja später als schwul outete fand ich gut. Er hat gut gesungen und ist auch ein prima Tänzer.
Serkan Kaya (Sir Galahad):
Das erste Mal, dass ich ihn auf der Bühne erleben durfte. Ich habe mich gefreut ihn mal zu sehen, damit ich mich selbst mal von seinem Können überzeugen konnte, wo doch alles immer so von ihm schwärmt.
Also ich muss sagen, mein Traumtyp isser nicht
, aber was er an Komik und Selbstironie drauf hat, alle Achtung! Ich hätte mich wegschmeißen können, wie er immer seine blonde Lockenpracht nach hinten geworfen hat!
Und am Anfang mit seinem „Mitbürger mit Migrationshintergrund-Slang“ war er auch einfach super! Wie man das durchhalten kann ohne ständig einen Lachanfall zu kriegen! Machen das die anderen Galahads eigentlich auch so, oder nur Serkan?
Mit Carina hat er „Das Lied das jeder liebt“ (trotz des etwas missratenen Textes) sehr gut vorgetragen. Es war dann doch recht lustig, allein wegen der Mimik der beiden.
Martin Berger (Sir Bedevere):
Das erste Mal hab ich ihn damals bei Les Mis in Duisburg (damals noch etwas schlanker
) gesehen. Aber jetzt gefällt er mir fast noch besser! Schon bei WWRY in Wien als Kashoggi fand ich ihn umwerfend komisch und auch seine Stimme finde ich nach wie vor sehr gut. Als stehts flatulierender Sir Belvedere setzt er diesen positiven Eindruck fort! 
Markus Hanse (Sir Robin):
Der „nicht so tapfere Sir Robin“…
Sehr schön! Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass die Erstbesetzung besser sein könnte! Er hat sehr gut gesungen und als „verkannter Musicalstar“ auch wirklich klasse getanzt. Im Zusammenspiel mit Dominik, besonders am Anfang, hat er mich ebenfalls überzeugt.
Michael Kargus (Prinz Herbert):
Mein heimlicher Liebling des Abends!
Als Prinz Herbert war er so was von unbeschreiblich weiblich! Und seinen Vater-Sohn-Konflikt mit Vater Serkan hat er wirklich rührend dargestellt. Aber auch in seinen anderen Rollen, insbesondere als „Noch nicht hin-Fred“ hat er mir irre gut gefallen! Diese kleine zarte Person ist aber auch wirklich gelenkig! Ein total guter Tänzer! Und in seine Rollen passt er wirklich wie die Faust aufs Auge! 
Nikolaus Stich (Patsy):
An ihm hab ich auch nichts Großartiges auszusetzen. Er hat gut gesungen und gespielt. Die Rolle ist aber auch wirklich niedlich!
Gerade bei der Szene mit King Arthur im zweiten Akt („Ich bin allein“), war ich wirklich gerührt.
Und wie er sich gefreut hat, als Arthur gesagt hat „Patsy gehört doch zur Familie.“: Einfach zum Knuddeln!:D
Nur seine Aussprache fand ich manchmal etwas komisch. Vor allem bei den S-Lauten…Aber das war doch eher nebensächlich.
Damenensemble:
Eine durchaus vielfältige Aufgabe, die die Damen da zu bewältigen hatten! Diese vielen verschiedenen, z.T. aufwändigen Kostüme! Sie waren wirklich mehr als nur verzierendes Beiwerk! Und sie haben wirklich getanzt, was das Zeug hielt! Eine von ihnen schien mir vielleicht noch recht neu im Ensemble zu sein, denn bei den „Laker Girls“ war sie immer etwa eine halbe Sekunde nach den anderen mit ihren Schritten hinterher. Ich hab erst gedacht, das gehört so…:lol: Nun ja, vielleicht hat sie diesen Part noch nicht so oft getanzt, oder so.
Herrenensemble:
Auch sehr schön getanzt, besonders natürlich bei Lancelots Coming Out! :mgreen: Aber auch als Ritterchor haben sie sich sehr gut gemacht!
Auch sie haben das Solisten-Ensemble sehr gut und voller Spielfreude unterstützt!
Insgesamt kann ich sagen: Das Musical ist knallbunt, verrückt und so bescheuert, dass es schon wieder lustig ist.
Ich habe ein paar Mal herzlich gelacht. (Besonders gefallen hat mir z.B. die Szene mit den Franzosen, mit dem kleinen fiesen Seitenhieb auf Les Mis
und natürlich der Trojanische Hase!
) Also wenn man diese Art von Humor mag, dann sollte man sich die Show unbedingt ansehen. Allerdings, wenn man die Mittel dazu hat, würde ich dann doch das englische Original vorziehen. 
Spamalot, Köln 6. 5. 2009, 18.30 Uhr
Besetzung:
King Arthur: Michael Flöth
Schöne aus dem Schilf: Carina Sandhaus
Sir Lancelot: Dominik Schulz
Sir Galahad: Serkan Kaya
Sir edevere: Martin Berger
Sir Robin: Markus Hanse
Prinz Herbert: Michael Kargus
Patsy: Nikolaus Stich
(Da es keinen Besetzungszettel gab und ich alles vom Bildschirm abschreiben musste, habe ich es leider nicht mehr geschafft, die einzelnen Ensemblemitglieder zu notieren. )
Also ich weiß nicht, ob ich mit dieser Besetzung Glück gehabt habe oder nicht. Mir haben sie allesamt gefallen!

Das einzige, was mich wirklich enttäuscht hat, war in weiten Teilen die Übersetzung. Vor allem der Songs (Die Dialoge waren weitestgehend okay). Besonders bei dem Hammer-Stück „The Song That Goes Like This“ (Das Lied das jeder liebt) und meinem Lieblingssong „Diva`s Lament – What Ever Happened to My Part“ (Warum hab ich so wenig Text?) musste ich doch sehr schlucken. Sie waren zwar, wie alle anderen Songs auch sehr schön und mit viel Inbrunst^^ vorgetragen, aber auch die tollen Darsteller konnten den lieblos übersetzten Text nicht wieder wett machen. (Ich habe im Voraus schon andere Übersetzungen gerade dieser beiden Lieder gehört, die mir doch zumindest ein bisschen besser gefielen, da näher am Original). Diesen Wortwitz, den das Musical im Englischen hat, kann man einfach nicht ins Deutsche übertragen und dadurch gehen viele Gags verloren. England reimt sich im Deutschen nun mal nicht auf Finnland (wenn dann auch die Fisch-Slapping-Szene die folgt einfach göttlich ist!

Aber trotz allem, das könnt ihr mir glauben, habe ich mich an diesem Abend wirklich gut amüsiert! Das lag zum einen an der schmissigen Musik, hervorragend gespielt von der Band unter der Leitung von Heribert Feckler, den tollen, abwechslungsreichen Kostümen und dem pfiffigen Bühnenbild zum Anderen natürlich an der hervorragenden (komödiantischen) Leistung der Darsteller:
Michael Flöth (King Arthur):
Ich habe mich sehr gefreut ihn nun auch mal in einer anderen Rolle als als Käptn der Titanic auf der Bühne sehen zu können! Und ich möchte wetten, diese Rolle hat ihm weit mehr Spaß gemacht!


Carina Sandhaus (Schöne aus dem Schilf):
Ich hatte ja schon mal geschrieben, dass sie mir spontan etwas zu schlank für die Rolle vorkam und ich mich fragte, ob sie genug Power für den Part hätte. Aber stimmlich konnte sie mich tatsächlich überzeugen. Manchmal, in den ganz hohen Höhen kam sie mir teilweise etwas „kreischig“ vor, aber das passt wiederum ja auch ganz gut in die Rolle.


Dominik Schulz (Sir Lancelot):
Er gefiel mir gut in der Rolle! Vor allem, dass er nicht durchgehend tuntig gespielt hat, obwohl er sich ja später als schwul outete fand ich gut. Er hat gut gesungen und ist auch ein prima Tänzer.

Serkan Kaya (Sir Galahad):
Das erste Mal, dass ich ihn auf der Bühne erleben durfte. Ich habe mich gefreut ihn mal zu sehen, damit ich mich selbst mal von seinem Können überzeugen konnte, wo doch alles immer so von ihm schwärmt.



Mit Carina hat er „Das Lied das jeder liebt“ (trotz des etwas missratenen Textes) sehr gut vorgetragen. Es war dann doch recht lustig, allein wegen der Mimik der beiden.

Martin Berger (Sir Bedevere):
Das erste Mal hab ich ihn damals bei Les Mis in Duisburg (damals noch etwas schlanker


Markus Hanse (Sir Robin):
Der „nicht so tapfere Sir Robin“…

Michael Kargus (Prinz Herbert):
Mein heimlicher Liebling des Abends!


Nikolaus Stich (Patsy):
An ihm hab ich auch nichts Großartiges auszusetzen. Er hat gut gesungen und gespielt. Die Rolle ist aber auch wirklich niedlich!


Nur seine Aussprache fand ich manchmal etwas komisch. Vor allem bei den S-Lauten…Aber das war doch eher nebensächlich.

Damenensemble:
Eine durchaus vielfältige Aufgabe, die die Damen da zu bewältigen hatten! Diese vielen verschiedenen, z.T. aufwändigen Kostüme! Sie waren wirklich mehr als nur verzierendes Beiwerk! Und sie haben wirklich getanzt, was das Zeug hielt! Eine von ihnen schien mir vielleicht noch recht neu im Ensemble zu sein, denn bei den „Laker Girls“ war sie immer etwa eine halbe Sekunde nach den anderen mit ihren Schritten hinterher. Ich hab erst gedacht, das gehört so…:lol: Nun ja, vielleicht hat sie diesen Part noch nicht so oft getanzt, oder so.
Herrenensemble:
Auch sehr schön getanzt, besonders natürlich bei Lancelots Coming Out! :mgreen: Aber auch als Ritterchor haben sie sich sehr gut gemacht!

Insgesamt kann ich sagen: Das Musical ist knallbunt, verrückt und so bescheuert, dass es schon wieder lustig ist.



