Marie Antoinette Bremen - Freitag 06.02.2009
Verfasst: 10.02.2009, 20:46:38
So, jetzt habe ich doch schon ein paar Leuten erzählen müssen wie es in Bremen so war, dann setz ich den Bericht jetzt doch ins Forum, vor allem, weil Kitti und Elphaba auch schon gefragt haben wie es mir gefallen hat…
Ich war zwar drei Mal, aber die erste Show ist die, die mir am stärksten im Gedächtnis geblieben ist…
Gegen 18:45 waren wir am Musical-Theater. Ich habe erstmal ein paar Fotos im Foyer gemacht, das ist schon schön da… gleich wenn man reinkommt stehen links und rechts vor dem Treppenaufgang Pappaufsteller von Roberta als Marie Antoinette, und auf einer Säule ist das gleiche Bild nochmal.
Wir sind dann die Treppe hochgegangen, und gleich am ersten Treppenabsatz war die Besetzungsliste aufgestellt. hatte auch sehr erfreuliches. Das, was wir am Vorabend über Sabrina Weckerlin gelesen hatten, hatte sich bewahrheitet. Sie würde Margrid Arnaud spielen.
Und sonst? Die folgenden.. das ist doch mal eine Besetzungsliste, auf der auch die ganzen kleineren Rollen aufgeführt sind… war beeindruckt *g* das waren jedenfalls die:
Margrid Arnaud Sabrina Weckerlin
Marie Antoinette Roberta Valentini
Guiseppe Balsamo alias Cagliostro Ethan Freeman
Graf Axel von Fersen Patrick Stahnke
Louis XVI. Tim Reichwein
Herzog von Orléans Thomas Christ
Agnés Duchamps Maike Switzer
Rose Bertin Sarah Schütz
Léonard Oliver Heim
Charles Boehmer Fernand Delosch
Madame Juliette Lapin Bettina Meske
Dr. Joseph Ignace Guillotin Daniele Nonnis
Kardinal de Rohan-Guémémé Ulrich Talle
Maximilien de Robespierre Markus Maria Düllmann
Madame Lamballe Susanna Panzner
Pierre A. Caron de Beaumarchais Udo Eickelmann
Madame de Polignac Sonja Tieschky
Kammerdiener Martin Bacher, Oliver Nöldner
Turgot Gerd Achilles
Wachsoldat, Wärter Patrick Schenk, Ulrich Talle
Escorte-Damen des Hotel d’Orléans Mona Graw, Anika Lehmann,
Patrizia Margagliotta, Marthe Römer,
Julia Steingaß
Madame La Motte Mona Graw
Jacques René Hébert Norbert Kohler
Offizier, Staatsanwalt Till Schubert
armes Kind Mathieu / Dauphin Louis Charles Frederik Dybvik-Nielsen
armes Kind Rosalie / Therese, Tochter Marie-
Antoinettes Lena Dybvik-Nielsen
Weiter ging es die Treppe hoch, wo wir dann auch gleich den Souvenirshop angesteuert haben. Da gab es auch die Besetzungslisten ausgelegt zum Mitnehmen. Zum Glück, muss ich sagen, denn die abfotografierte Liste sah bei mir auf dem Fotodisplay doch eher bescheiden aus.
Im Souvenirladen habe ich erstmal schön zugeschlagen: gleich mal das Programmheft, nen Taschenspiegel, den Schlüsselanhänger und die Tasse… bin anfällig für solche Kleinigkeiten… das ist schon schlimm…
Im Saal habe ich meinen Platz in Reihe 8 (links) erst mal verflucht, die anderen die dabei waren haben größtenteils welche in Reihe 1 bekommen… aber ich dachte mir, dann habe ich einen besseren Überblick über das Geschehen. Der Bühnenvorhang war übrigens blau, mit dem goldenen verschnörkelten „MA“ darauf.
Und dann hat es auch schon bald angefangen… genau eine Woche nach der Europapremiere meine ganz persönliche Premiere von Marie Antoinette.
Reihenfolge der Lieder… also diese 13 Lieder auf der Gesamtaufnahme sind echt schwach… es gibt so viele tolle Lieder in dem Stück.
Erster Akt:
„Illusionen“ * „Hunger“ * „Veilchen“ * „Warum sie , warum nicht ich?“ * „Seht sie an“
„Kuchen, Kuchen“ * „Langweilen will ich mich nicht“ * „Blind vom Licht“ * „Du siehst klarer“ * „So wundervoll wie sie“ * „Ich will dich nicht stören“ * „Still, still“ * „Alles was sie wollen“ * „Weil ich besser bin“ * „Wenn “* „Doktor Guillotins Erfindung“ * „Fäuste, Flüche“ * „An einem Sonntag“ * „Ich weine nicht mehr“ * „Margrids Schwur“ * „Die Frau, die er liebt“ * „Gefühl und Verstand“ * „Gold und Gift“ * „Ein Tag den man niemals mehr vergisst“ * „Der Halsbandkauf“
(von den Liedern die nicht auf der CD sind gefallen mir „Warum sie, warum nicht ich“, „Seht sie an“, „Alles was sie wollen“, „Gold und Gift“, „Ein Tag den man niemals mehr vergisst / der Halsbandkauf“ am besten.
Als wir wieder zurück in Frankfurt waren hab ich erstmal die japanische CD gehört und gemerkt dass doch einige Liedtexte bei mir hängengeblieben sind … *g*)
Zweiter Akt:
* „Ein Recht, das Recht ist“ * „Gott sieht uns zu“ * „Ein historischer Tag“ * „1789“ * „Frauen von Paris“ * „Das einzige was richtig ist“ * „Mörder sind wir nicht“ * „Weil ich dich retten kann“ * „Der Pariser Schnitt“ * „Terrorherrschaft“ * „Der Flucht nach Varennes“ * „Warum muss ich sein was ich nicht bin“ * „Vorwärts, Brüder“ * „Der Brief“ * „Ich liebe dich mehr denn je“ * „Illusionen – Reprise“ * „Jetzt habe ich fast alles verloren“ * „Das Tribunal“ * „Erst im Leid bin ich ganz ich“ * „Es lebe die Freiheit“
* „Das Amulett“ * „Jenseits aller Schmerzen“
(zusätzliche Lieblingslieder: „Ein Recht das Recht ist“, „Ein historischer Tag“, „Die Flucht“ und „Erst im Leid bin ich ganz ich“)
zu den Darstellern:
Eigentlich ist es mir was die Besetzung angeht so gegangen wie bei Wicked, dass ich eigentlich alle total super gefunden habe. Ich hab echt nichts zu meckern, ich war so begeistert von dem Stück gleich von der ersten Sekunde an.
Sabrina Weckerlin als Margrid Arnaud:
Sie kommt als armes Mädchen auf die Bühne und versucht, Veilchen zu verkaufen. Beaumarchais ist auf dem Weg zu einem Ball im Palais Royal und fragt sie nach ihrem Namen. Als er bemerkt, dass sie die selben Initialen hat wie Marie Antoinette, singt Sabrina ein Lied, das mich gleich gerührt hat und von dem ich es auch mal wieder schade finde, dass es nicht auf der CD drauf ist… In dem Lied denkt sie darüber nach, warum Marie Antoinette es so gut hat, während sie ihr Leben in Armut fristen muss („Warum sie, warum nicht ich?“?)
Sie ist aber nicht lang das Bettlermädchen in Lumpen, wie man sie in dem Fernsehausschnitt gesehen hat sondern verändert sich zu einer Revolutionärin. Erst gegen Ende schafft sie es, Marie Antoinette, die sie das ganze Stück über verachtet und gehasst hat, zu vergeben. es wird dann auch aufgeklärt, warum sich die beiden so ähnlich sehen.
Mir hat Sabrina unglaublich gut gefallen, am Anfang spielt sie so mitleidenserregend dass es einen wirklich berührt… sie hat mir so sehr leid getan und eben bei ihrem ersten Lied sind mir sogar die Tränen gekommen, gar nicht erst bei „Blind vom Licht“.
Ich habe ihr gar nicht angemerkt, dass sie sich den Zeh gebrochen hat und eigentlich erst unklar war, wann sie wieder spielen würde… ich möchte ja nicht wissen, wie sie spielt wenn sie total gesund ist, wenn sie schon am Freitag so klasse war. Respekt!
Roberta Valentini als Marie Antoinette:
einfach super!!!!
Inzwischen kann ich mir Roberta sogar als Glinda bei Wicked vorstellen, weil die Rolle der Marie Antoinette am Anfang echt an Glinda erinnert… ein verwöhntes Mädchen, das nur seinen Spaß im Sinn hat und sich nicht langweilen will und nicht viel nachdenkt…
Roberta hat das so überzeugend gemacht dass man sie im ersten Akt so unsympathisch findet wie man Mitleid mit Sabrina bekommt.
Im zweiten Akt, als die Königsfamilie durch die Revolution immer mehr an Macht verliert, schafft sie es ebenfalls, die Veränderung die in Marie Antoinette vorgeht, sehr glaubwürdig zu spielen. Sie wird von einer verwöhnten Prinzessin zu einer Politikerin, die weiß, dass die Einberufung der Generalstände der Anfang vom Ende ist, und einer Mutter, die sich Sorgen um ihre Kinder macht und sie verteidigt und nicht mehr fliehen möchte. An dieser Stelle hat sie mir auch fürchterlich leid getan. Die Szene als ihr die Kinder weggenommen werden… da hab ich wie so oft in dem Stück Gänsehaut bekommen. Und die Tribunalsszene als ihr als Marie Antoinette der Prozess gemacht werden soll und anschließende Hinrichtung…
Ethan Freeman als Cagliostro:
die Rolle ist ein bisschen wie Lucheni angelegt. Er singt den Prolog und versetzt uns dann zurück in das Frankreich Marie Antoinettes. Im Gegensatz zu Lucheni greift er aber sehr früh ins Geschehen ein, er sorgt dafür dass Margrid von der Straße geholt wird, heckt gemeinsam mit dem Herzog von Orleans die Halsbandaffäre aus.
Hab mich gefreut, ihn nach dem 11.11.2007 in Stuttgart jetzt endlich einmal wieder auf der Bühne zu sein.
Patrick Stahnke als Axel von Fersen:
endlich einmal Patrick in einem Musical… ich fand er hat es sehr gut gespielt, vor allem wie er im zweiten Akt mit allen Kräften versucht, Marie Antoinette und ihre Familie zu retten.
Tim Reichwein als Louis XVI
vom Aussehen passt er meiner Meinung nach nicht so sehr in die Rolle, hab mich eigentlich gefragt, wie man ihn als Ludwig XVI besetzen kann, weil er ja weder klein noch dick ist, aber das war es auch schon, was es negatives über ihn zu sagen gibt.
Ich fand auch er hat sehr gut gespielt und sein Lied „Warum kann ich nicht sein was ich nicht bin“ finde ich sehr schön.
Thomas Christ als Herzog von Orléans:
Der Bösewicht… *grins*
Erst will er die Macht, verabscheut Marie Antoinette genauso wie es Margrid tut und im zweiten Akt schließt er sich den Revolutionären an und nennt sich dann „Philippe Egalité“.
Was mir aufgefallen ist – wo er im ersten Akt noch durch den Hass auf die Königin mit Margrid etwas gemeinsam hat und es sogar scheint, als ob sie erst einmal den selben Plan verfolgen, treten sich die beiden im zweiten Akt fast etwas feindselig entgegen… er sagt beispielsweise in einem ganz herablassenden Ton „Margrid Arnaud, Anführerin des Marschs der Frauen auf Versailles“…
Ein bisschen hat er mich an einen gewissen anderen Fiesling erinnert… vor allem bei „Weil ich besser bin“. Hatte ich erst vermutet, dass die Szene so ist, dass er möglicherweise mitbekommt, wie Louis XVI irgendeine seltsame Entscheidung trifft oder sich aus sonst einem Grund über den König oder/und Marie Antoinette ärgert.
Aber nein – die Szene ist so angelegt, dass er Margrid Arnaud trifft und ihr dann klarmacht, dass er von der Königsfamilie nichts hält und die Macht möchte. Und genau die Szene hat mich dann voll an die Musketiere erinnert… wie er Sabrina da über die Bühne zerrt und sie dann festhält,…. da hatte ich doch ein kleines déjà-vu… war aber am Freitag weniger schlimm wie am Samstag, wo wir dann Marc Clear als Herzog von Orleans gesehen hatten ; )
Thomas hat mir jedenfalls sehr gut in der Rolle gefallen. habe es sogar richtig schade gefunden, dass ich ihn am Samstag nicht sehen würde. Und an der SD habe ich ihn später auch irgendwie übersehen… leider…
Maike Switzer als Agnés Duchamps:
Juchuuuuuuu, ich seh Maike wieder. Als Nessa bei Wicked hatte sie leider wenig zu singen, das hat sich ja bei Marie Antoinette ein bisschen geändert. „Still, still“ ist ein ganz schönes Lied , das sie erst allein und dann mit Sabrina zusammen singt und ihr Solo „Gott sieht uns zu“ ist auch wieder so eines, das einen zu Tränen rühren kann.
Ihr Zusammenspiel mit Sabrina war besonders schön anzusehen, hat mich ein paar Mal auch an Wicked erinnert, hab gedacht „die zwei Schwestern aus Wicked“ *grins* … hat sich einfach nicht vermeiden lassen, wie bei der Szene, in der die Nonne Agnes von den Revolutionären für eine verkleidete Adelige gehalten und angegriffen wird, und Sabrina ihr dann zu Hilfe eilt
Soviel zu den Hauptrollen, jetzt noch schnell ein paar Worte zu den „ehemaligen Stuttgartern“ ; )
Daniele Nonnis als Dr. Joseph Ignace Guillotin:
eine kleine Rolle.
Er zeigt dem König in einer Szene seine Erfindung, die Guillotine, welche von dem König sogar noch verbessert wird (welch Ironie des Schicksals… ausgerechnet der König gibt den Tipp, das Fallbeil schräg zu setzen damit die Wucht größer ist, nichtsahnend dass er eines Tages damit selbst umgebracht wird).
Daniele hat hier mal kurz etwas zu singen. Und nachher beim Finale des ersten Akts und beim Finale des zweiten habe ich ihn auch immer entdeckt…
sonst gilt das gleiche wie bei Ethan: Endlich hab ich ihn mal wieder in einem Musical gesehen, seit dem 11.11.2007.
Mona Graw als Escort-Dame und Madame La Motte:
hat bei „Alles was sie wollen“ zum Glück auch noch etwas zu singen. Mir hat sie damals als D’Artagnans Mutter und Cabaretsängerin so gut gefallen, dass mich das gefreut hat, dass sie bei MA auch nen Gesangspart hat.
und als Madame La Motte taucht sie natürlich in der Szene mit der Planung der Halsbandaffäre auf und singt da leider nicht so viel. Die Szene ist nämlich so angelegt, dass Cagliostro hier als Erzähler auftritt und auch das sagt, was von den einzelnen Personen gesagt wird… das fand ich ein bisschen schade, die hätten doch die Darsteller von Madame La Motte und so weiter selbst singen lassen können.
Till Schubert als Offizier und Staatsanwalt:
Ähm.. welcher Offizier???? *schäm* hab ihn da gar nicht erkannt… dafür aber als Staatsanwalt beim Prozess gegen Marie Antoinette. Ein ungewohnter Anblick, ihn mit der Perücke und der Staatsanwaltsrobe zu sehen. hat mir aber gefallen : )
Was gibt es sonst noch?
das Bühnenbild hat mich gleich mal an Elisabeth in Berlin erinnert, es ist eher schlicht gewesen.
Mir ist aufgefallen, dass man bei den Ensembleliedern gar nicht immer alles versteht, das ist ein kleiner Kritikpunkt. Grade beim Finale des ersten Aktes hab ich fast gar nichts verstanden, weil da von verschiedenen Rollen gleichzeitig etwas gesungen wird, und zudem noch von jeder etwas anderes, das ist ein kleines Durcheinander. Ging auch den anderen so… und auch bei ein paar anderen Liedern ist mir das so gegangen.
Ebenfalls auffällig war, dass ziemlich oft französische Worte und Sätze eingeflochten worden sind, was ich persönlich eigentlich sehr passend finde – aber derjenige, der kein Französisch kann, stellt sich da vielleicht manchmal schon die Frage was da gesagt wird, weil das nicht nur so Floskeln wie „Guten Tag“ oder so sind.
Und dann konnte ich mich noch nach dem ersten Akt umsetzen, in der ersten Reihe waren noch Plätze ganz außen frei und ich hab mich mit Sabine dann dort hingesetzt. Das war doch gleich was ganz anderes wie da hinten in Reihe 8… ich hatte Roberta ein paar Mal direkt vor mir stehen, gerade in der Szene wo sie die Kinder beschützt, als der Mob das Schloss stürmt…
Nach der Show sind wir zur SD gegangen, es war gar nicht so viel los wie in Stuttgart immer.
Wir konnten sogar reingehen und uns dort in dem Eingangsbereich aufhalten, da hat keiner sich beschwert oder so. Ist eine sehr gute Sache, vor allem jetzt im Winter wo es doch nicht so ganz warm ist … da drin war es zwar laut, weil die Angstellten das Leergut weggebracht haben oder so, aber wenigstens WARM.
Als dann Roberta gekommen ist, bin ich mit Kathrin zusamemn zu ihr hingegangen. Sie hat uns sogar noch aus Stuttgart gekannt und war wieder einmal superlieb und gut gelaunt; also sie habe ich an der SD noch nie schlecht gelaunt / kurz angebunden und / oder in Eile erlebt. Sie hat mit uns noch ein bisschen gequatscht und ein Foto durfte natürlich so viele hundert Kilometer von Stuttgart weg auch nicht fehlen.
Ach ja, Roberta ist toll…. einfach eine tolle Marie Antoinette und eine so nette Person
Nachdem Roberta weg war, haben wir eigentlich hauptsächlich auf Ethan gewartet. Wir haben uns dann zeitweise sogar auf die Bank direkt neben der Pforte gesetzt, der Pförtner war total gut gelaunt und nett und hat sich auch mit uns unterhalten auf wen wir denn noch warten würden und so weiter. „Ihr wartet auf Roberta? … Nein, auf Ethan? Tut mir leid, weiß gar nicht ob der noch da ist…“ Etwas später kam er dann raus und wollte irgendwas sagen, hat sich aber unterbrochen „Ach, da kommt Ethan ja“.
Dafür dass es schon so spät war (mein Foto mit ihm ist genau von 00:00 Uhr, hab ich im Nachhinein gemerkt), war er auch sehr gut gelaunt und nett und hat sich auch noch Zeit für uns genommen. Hab mich grad gefreut dass ich ihn auch mal getroffen habe, wie geplant.
Einfach ein guter Auftakt in das Marie-Antoinette-Wochenende
Ich war zwar drei Mal, aber die erste Show ist die, die mir am stärksten im Gedächtnis geblieben ist…
Gegen 18:45 waren wir am Musical-Theater. Ich habe erstmal ein paar Fotos im Foyer gemacht, das ist schon schön da… gleich wenn man reinkommt stehen links und rechts vor dem Treppenaufgang Pappaufsteller von Roberta als Marie Antoinette, und auf einer Säule ist das gleiche Bild nochmal.
Wir sind dann die Treppe hochgegangen, und gleich am ersten Treppenabsatz war die Besetzungsliste aufgestellt. hatte auch sehr erfreuliches. Das, was wir am Vorabend über Sabrina Weckerlin gelesen hatten, hatte sich bewahrheitet. Sie würde Margrid Arnaud spielen.
Und sonst? Die folgenden.. das ist doch mal eine Besetzungsliste, auf der auch die ganzen kleineren Rollen aufgeführt sind… war beeindruckt *g* das waren jedenfalls die:
Margrid Arnaud Sabrina Weckerlin
Marie Antoinette Roberta Valentini
Guiseppe Balsamo alias Cagliostro Ethan Freeman
Graf Axel von Fersen Patrick Stahnke
Louis XVI. Tim Reichwein
Herzog von Orléans Thomas Christ
Agnés Duchamps Maike Switzer
Rose Bertin Sarah Schütz
Léonard Oliver Heim
Charles Boehmer Fernand Delosch
Madame Juliette Lapin Bettina Meske
Dr. Joseph Ignace Guillotin Daniele Nonnis
Kardinal de Rohan-Guémémé Ulrich Talle
Maximilien de Robespierre Markus Maria Düllmann
Madame Lamballe Susanna Panzner
Pierre A. Caron de Beaumarchais Udo Eickelmann
Madame de Polignac Sonja Tieschky
Kammerdiener Martin Bacher, Oliver Nöldner
Turgot Gerd Achilles
Wachsoldat, Wärter Patrick Schenk, Ulrich Talle
Escorte-Damen des Hotel d’Orléans Mona Graw, Anika Lehmann,
Patrizia Margagliotta, Marthe Römer,
Julia Steingaß
Madame La Motte Mona Graw
Jacques René Hébert Norbert Kohler
Offizier, Staatsanwalt Till Schubert
armes Kind Mathieu / Dauphin Louis Charles Frederik Dybvik-Nielsen
armes Kind Rosalie / Therese, Tochter Marie-
Antoinettes Lena Dybvik-Nielsen
Weiter ging es die Treppe hoch, wo wir dann auch gleich den Souvenirshop angesteuert haben. Da gab es auch die Besetzungslisten ausgelegt zum Mitnehmen. Zum Glück, muss ich sagen, denn die abfotografierte Liste sah bei mir auf dem Fotodisplay doch eher bescheiden aus.
Im Souvenirladen habe ich erstmal schön zugeschlagen: gleich mal das Programmheft, nen Taschenspiegel, den Schlüsselanhänger und die Tasse… bin anfällig für solche Kleinigkeiten… das ist schon schlimm…
Im Saal habe ich meinen Platz in Reihe 8 (links) erst mal verflucht, die anderen die dabei waren haben größtenteils welche in Reihe 1 bekommen… aber ich dachte mir, dann habe ich einen besseren Überblick über das Geschehen. Der Bühnenvorhang war übrigens blau, mit dem goldenen verschnörkelten „MA“ darauf.
Und dann hat es auch schon bald angefangen… genau eine Woche nach der Europapremiere meine ganz persönliche Premiere von Marie Antoinette.
Reihenfolge der Lieder… also diese 13 Lieder auf der Gesamtaufnahme sind echt schwach… es gibt so viele tolle Lieder in dem Stück.
Erster Akt:
„Illusionen“ * „Hunger“ * „Veilchen“ * „Warum sie , warum nicht ich?“ * „Seht sie an“
„Kuchen, Kuchen“ * „Langweilen will ich mich nicht“ * „Blind vom Licht“ * „Du siehst klarer“ * „So wundervoll wie sie“ * „Ich will dich nicht stören“ * „Still, still“ * „Alles was sie wollen“ * „Weil ich besser bin“ * „Wenn “* „Doktor Guillotins Erfindung“ * „Fäuste, Flüche“ * „An einem Sonntag“ * „Ich weine nicht mehr“ * „Margrids Schwur“ * „Die Frau, die er liebt“ * „Gefühl und Verstand“ * „Gold und Gift“ * „Ein Tag den man niemals mehr vergisst“ * „Der Halsbandkauf“
(von den Liedern die nicht auf der CD sind gefallen mir „Warum sie, warum nicht ich“, „Seht sie an“, „Alles was sie wollen“, „Gold und Gift“, „Ein Tag den man niemals mehr vergisst / der Halsbandkauf“ am besten.
Als wir wieder zurück in Frankfurt waren hab ich erstmal die japanische CD gehört und gemerkt dass doch einige Liedtexte bei mir hängengeblieben sind … *g*)
Zweiter Akt:
* „Ein Recht, das Recht ist“ * „Gott sieht uns zu“ * „Ein historischer Tag“ * „1789“ * „Frauen von Paris“ * „Das einzige was richtig ist“ * „Mörder sind wir nicht“ * „Weil ich dich retten kann“ * „Der Pariser Schnitt“ * „Terrorherrschaft“ * „Der Flucht nach Varennes“ * „Warum muss ich sein was ich nicht bin“ * „Vorwärts, Brüder“ * „Der Brief“ * „Ich liebe dich mehr denn je“ * „Illusionen – Reprise“ * „Jetzt habe ich fast alles verloren“ * „Das Tribunal“ * „Erst im Leid bin ich ganz ich“ * „Es lebe die Freiheit“
* „Das Amulett“ * „Jenseits aller Schmerzen“
(zusätzliche Lieblingslieder: „Ein Recht das Recht ist“, „Ein historischer Tag“, „Die Flucht“ und „Erst im Leid bin ich ganz ich“)
zu den Darstellern:
Eigentlich ist es mir was die Besetzung angeht so gegangen wie bei Wicked, dass ich eigentlich alle total super gefunden habe. Ich hab echt nichts zu meckern, ich war so begeistert von dem Stück gleich von der ersten Sekunde an.
Sabrina Weckerlin als Margrid Arnaud:
Sie kommt als armes Mädchen auf die Bühne und versucht, Veilchen zu verkaufen. Beaumarchais ist auf dem Weg zu einem Ball im Palais Royal und fragt sie nach ihrem Namen. Als er bemerkt, dass sie die selben Initialen hat wie Marie Antoinette, singt Sabrina ein Lied, das mich gleich gerührt hat und von dem ich es auch mal wieder schade finde, dass es nicht auf der CD drauf ist… In dem Lied denkt sie darüber nach, warum Marie Antoinette es so gut hat, während sie ihr Leben in Armut fristen muss („Warum sie, warum nicht ich?“?)
Sie ist aber nicht lang das Bettlermädchen in Lumpen, wie man sie in dem Fernsehausschnitt gesehen hat sondern verändert sich zu einer Revolutionärin. Erst gegen Ende schafft sie es, Marie Antoinette, die sie das ganze Stück über verachtet und gehasst hat, zu vergeben. es wird dann auch aufgeklärt, warum sich die beiden so ähnlich sehen.
Mir hat Sabrina unglaublich gut gefallen, am Anfang spielt sie so mitleidenserregend dass es einen wirklich berührt… sie hat mir so sehr leid getan und eben bei ihrem ersten Lied sind mir sogar die Tränen gekommen, gar nicht erst bei „Blind vom Licht“.
Ich habe ihr gar nicht angemerkt, dass sie sich den Zeh gebrochen hat und eigentlich erst unklar war, wann sie wieder spielen würde… ich möchte ja nicht wissen, wie sie spielt wenn sie total gesund ist, wenn sie schon am Freitag so klasse war. Respekt!
Roberta Valentini als Marie Antoinette:
einfach super!!!!
Inzwischen kann ich mir Roberta sogar als Glinda bei Wicked vorstellen, weil die Rolle der Marie Antoinette am Anfang echt an Glinda erinnert… ein verwöhntes Mädchen, das nur seinen Spaß im Sinn hat und sich nicht langweilen will und nicht viel nachdenkt…
Roberta hat das so überzeugend gemacht dass man sie im ersten Akt so unsympathisch findet wie man Mitleid mit Sabrina bekommt.
Im zweiten Akt, als die Königsfamilie durch die Revolution immer mehr an Macht verliert, schafft sie es ebenfalls, die Veränderung die in Marie Antoinette vorgeht, sehr glaubwürdig zu spielen. Sie wird von einer verwöhnten Prinzessin zu einer Politikerin, die weiß, dass die Einberufung der Generalstände der Anfang vom Ende ist, und einer Mutter, die sich Sorgen um ihre Kinder macht und sie verteidigt und nicht mehr fliehen möchte. An dieser Stelle hat sie mir auch fürchterlich leid getan. Die Szene als ihr die Kinder weggenommen werden… da hab ich wie so oft in dem Stück Gänsehaut bekommen. Und die Tribunalsszene als ihr als Marie Antoinette der Prozess gemacht werden soll und anschließende Hinrichtung…
Ethan Freeman als Cagliostro:
die Rolle ist ein bisschen wie Lucheni angelegt. Er singt den Prolog und versetzt uns dann zurück in das Frankreich Marie Antoinettes. Im Gegensatz zu Lucheni greift er aber sehr früh ins Geschehen ein, er sorgt dafür dass Margrid von der Straße geholt wird, heckt gemeinsam mit dem Herzog von Orleans die Halsbandaffäre aus.
Hab mich gefreut, ihn nach dem 11.11.2007 in Stuttgart jetzt endlich einmal wieder auf der Bühne zu sein.
Patrick Stahnke als Axel von Fersen:
endlich einmal Patrick in einem Musical… ich fand er hat es sehr gut gespielt, vor allem wie er im zweiten Akt mit allen Kräften versucht, Marie Antoinette und ihre Familie zu retten.
Tim Reichwein als Louis XVI
vom Aussehen passt er meiner Meinung nach nicht so sehr in die Rolle, hab mich eigentlich gefragt, wie man ihn als Ludwig XVI besetzen kann, weil er ja weder klein noch dick ist, aber das war es auch schon, was es negatives über ihn zu sagen gibt.
Ich fand auch er hat sehr gut gespielt und sein Lied „Warum kann ich nicht sein was ich nicht bin“ finde ich sehr schön.
Thomas Christ als Herzog von Orléans:
Der Bösewicht… *grins*
Erst will er die Macht, verabscheut Marie Antoinette genauso wie es Margrid tut und im zweiten Akt schließt er sich den Revolutionären an und nennt sich dann „Philippe Egalité“.
Was mir aufgefallen ist – wo er im ersten Akt noch durch den Hass auf die Königin mit Margrid etwas gemeinsam hat und es sogar scheint, als ob sie erst einmal den selben Plan verfolgen, treten sich die beiden im zweiten Akt fast etwas feindselig entgegen… er sagt beispielsweise in einem ganz herablassenden Ton „Margrid Arnaud, Anführerin des Marschs der Frauen auf Versailles“…
Ein bisschen hat er mich an einen gewissen anderen Fiesling erinnert… vor allem bei „Weil ich besser bin“. Hatte ich erst vermutet, dass die Szene so ist, dass er möglicherweise mitbekommt, wie Louis XVI irgendeine seltsame Entscheidung trifft oder sich aus sonst einem Grund über den König oder/und Marie Antoinette ärgert.
Aber nein – die Szene ist so angelegt, dass er Margrid Arnaud trifft und ihr dann klarmacht, dass er von der Königsfamilie nichts hält und die Macht möchte. Und genau die Szene hat mich dann voll an die Musketiere erinnert… wie er Sabrina da über die Bühne zerrt und sie dann festhält,…. da hatte ich doch ein kleines déjà-vu… war aber am Freitag weniger schlimm wie am Samstag, wo wir dann Marc Clear als Herzog von Orleans gesehen hatten ; )
Thomas hat mir jedenfalls sehr gut in der Rolle gefallen. habe es sogar richtig schade gefunden, dass ich ihn am Samstag nicht sehen würde. Und an der SD habe ich ihn später auch irgendwie übersehen… leider…
Maike Switzer als Agnés Duchamps:
Juchuuuuuuu, ich seh Maike wieder. Als Nessa bei Wicked hatte sie leider wenig zu singen, das hat sich ja bei Marie Antoinette ein bisschen geändert. „Still, still“ ist ein ganz schönes Lied , das sie erst allein und dann mit Sabrina zusammen singt und ihr Solo „Gott sieht uns zu“ ist auch wieder so eines, das einen zu Tränen rühren kann.
Ihr Zusammenspiel mit Sabrina war besonders schön anzusehen, hat mich ein paar Mal auch an Wicked erinnert, hab gedacht „die zwei Schwestern aus Wicked“ *grins* … hat sich einfach nicht vermeiden lassen, wie bei der Szene, in der die Nonne Agnes von den Revolutionären für eine verkleidete Adelige gehalten und angegriffen wird, und Sabrina ihr dann zu Hilfe eilt
Soviel zu den Hauptrollen, jetzt noch schnell ein paar Worte zu den „ehemaligen Stuttgartern“ ; )
Daniele Nonnis als Dr. Joseph Ignace Guillotin:
eine kleine Rolle.
Er zeigt dem König in einer Szene seine Erfindung, die Guillotine, welche von dem König sogar noch verbessert wird (welch Ironie des Schicksals… ausgerechnet der König gibt den Tipp, das Fallbeil schräg zu setzen damit die Wucht größer ist, nichtsahnend dass er eines Tages damit selbst umgebracht wird).
Daniele hat hier mal kurz etwas zu singen. Und nachher beim Finale des ersten Akts und beim Finale des zweiten habe ich ihn auch immer entdeckt…
sonst gilt das gleiche wie bei Ethan: Endlich hab ich ihn mal wieder in einem Musical gesehen, seit dem 11.11.2007.
Mona Graw als Escort-Dame und Madame La Motte:
hat bei „Alles was sie wollen“ zum Glück auch noch etwas zu singen. Mir hat sie damals als D’Artagnans Mutter und Cabaretsängerin so gut gefallen, dass mich das gefreut hat, dass sie bei MA auch nen Gesangspart hat.
und als Madame La Motte taucht sie natürlich in der Szene mit der Planung der Halsbandaffäre auf und singt da leider nicht so viel. Die Szene ist nämlich so angelegt, dass Cagliostro hier als Erzähler auftritt und auch das sagt, was von den einzelnen Personen gesagt wird… das fand ich ein bisschen schade, die hätten doch die Darsteller von Madame La Motte und so weiter selbst singen lassen können.
Till Schubert als Offizier und Staatsanwalt:
Ähm.. welcher Offizier???? *schäm* hab ihn da gar nicht erkannt… dafür aber als Staatsanwalt beim Prozess gegen Marie Antoinette. Ein ungewohnter Anblick, ihn mit der Perücke und der Staatsanwaltsrobe zu sehen. hat mir aber gefallen : )
Was gibt es sonst noch?
das Bühnenbild hat mich gleich mal an Elisabeth in Berlin erinnert, es ist eher schlicht gewesen.
Mir ist aufgefallen, dass man bei den Ensembleliedern gar nicht immer alles versteht, das ist ein kleiner Kritikpunkt. Grade beim Finale des ersten Aktes hab ich fast gar nichts verstanden, weil da von verschiedenen Rollen gleichzeitig etwas gesungen wird, und zudem noch von jeder etwas anderes, das ist ein kleines Durcheinander. Ging auch den anderen so… und auch bei ein paar anderen Liedern ist mir das so gegangen.
Ebenfalls auffällig war, dass ziemlich oft französische Worte und Sätze eingeflochten worden sind, was ich persönlich eigentlich sehr passend finde – aber derjenige, der kein Französisch kann, stellt sich da vielleicht manchmal schon die Frage was da gesagt wird, weil das nicht nur so Floskeln wie „Guten Tag“ oder so sind.
Und dann konnte ich mich noch nach dem ersten Akt umsetzen, in der ersten Reihe waren noch Plätze ganz außen frei und ich hab mich mit Sabine dann dort hingesetzt. Das war doch gleich was ganz anderes wie da hinten in Reihe 8… ich hatte Roberta ein paar Mal direkt vor mir stehen, gerade in der Szene wo sie die Kinder beschützt, als der Mob das Schloss stürmt…
Nach der Show sind wir zur SD gegangen, es war gar nicht so viel los wie in Stuttgart immer.
Wir konnten sogar reingehen und uns dort in dem Eingangsbereich aufhalten, da hat keiner sich beschwert oder so. Ist eine sehr gute Sache, vor allem jetzt im Winter wo es doch nicht so ganz warm ist … da drin war es zwar laut, weil die Angstellten das Leergut weggebracht haben oder so, aber wenigstens WARM.
Als dann Roberta gekommen ist, bin ich mit Kathrin zusamemn zu ihr hingegangen. Sie hat uns sogar noch aus Stuttgart gekannt und war wieder einmal superlieb und gut gelaunt; also sie habe ich an der SD noch nie schlecht gelaunt / kurz angebunden und / oder in Eile erlebt. Sie hat mit uns noch ein bisschen gequatscht und ein Foto durfte natürlich so viele hundert Kilometer von Stuttgart weg auch nicht fehlen.
Ach ja, Roberta ist toll…. einfach eine tolle Marie Antoinette und eine so nette Person
Nachdem Roberta weg war, haben wir eigentlich hauptsächlich auf Ethan gewartet. Wir haben uns dann zeitweise sogar auf die Bank direkt neben der Pforte gesetzt, der Pförtner war total gut gelaunt und nett und hat sich auch mit uns unterhalten auf wen wir denn noch warten würden und so weiter. „Ihr wartet auf Roberta? … Nein, auf Ethan? Tut mir leid, weiß gar nicht ob der noch da ist…“ Etwas später kam er dann raus und wollte irgendwas sagen, hat sich aber unterbrochen „Ach, da kommt Ethan ja“.
Dafür dass es schon so spät war (mein Foto mit ihm ist genau von 00:00 Uhr, hab ich im Nachhinein gemerkt), war er auch sehr gut gelaunt und nett und hat sich auch noch Zeit für uns genommen. Hab mich grad gefreut dass ich ihn auch mal getroffen habe, wie geplant.

Einfach ein guter Auftakt in das Marie-Antoinette-Wochenende