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Mozart!, Tecklenburg, 18.07.2008

Verfasst: 26.07.2008, 18:38:40
von Gaefa
Mozart!, Tecklenburg, 18.07.2008

Alle Jahre wieder geht’s nach Tecklenburg könnte man fast schon sagen. Schon das dritte Jahr in Folge brachen wir in das schöne Städtchen auf und freuten uns auch dieses Jahr auf ein tolles Stück. Teckli bekommt es nämlich hin genau die Stücke zu spielen, die ich gerne sehen wollte: Erst Les Mis, dann Jekyll & Hyde und nun Mozart! Als wir uns auf den Weg in Richtung Bühne machten, hörten wir schon vom Kurpark aus den Soundchek, was zeigte wie weit die Akustik doch trägt. Während wir auf den Beginn der Show warteten, sahen wir die Zuschauer von überall her kommen: Linker Bühneneingang, rechts die Treppe herunter, unten unter der Bühne heraus kamen tatsächlich auch einige. Die Holzbänke füllten sich langsam und wir beobachteten noch immer interessiert die restlichen Zuschauer, als eine Dame mit auffälligen blonden Locken eben diesen Ausgang unter der Bühne hinauskam und sich in Richtung Holzbänke bewegte. Interessant. Sabrina Weckerlin würde sich also diese Show ebenfalls ansehen, eine Woche bevor sie selbst wieder in der Titelrolle auf der Bühne des Eisenacher Landestheaters stehen würde.
Dann ging es auch schon los und wie immer wurde darauf hingewiesen, dass während der Show doch das Verzehren von Speisen eingestellt werden sollte. Dies ist auch immer wieder wichtig, da manche ein reines Picknick aus der Show machen und schon vor Beginn hatten die Sektkorken geknallt, was während der Vorstellung zum Glück nicht mehr vorkam.

In diesem Jahr wurde wirklich der ganze Spielraum für Mozart! genutzt und so begann es ein wenig verwirrend für den Großteil des Publikums. Tjaard Kirsch, der musikalische Leiter, nahm seinen Platz ein und wartete. Plötzlich hörte man ein tiefes, schnaufendes Atmen von irgendwo her kommen. Doch woher? Ein Blick auf die Bühne verriet, dass diese noch immer leer war. So ließ ich meinen Blick wandern und entdeckte drei in schwarze Mäntel gehüllte Gestalten die linken Treppen am Rand der Zuschauer hinunter kommen. Noch immer hatten die Meisten nicht mitbekommen wo das Stück anfangen sollte und es war recht lustig das halbe Publikum nach vorn schauen zu sehen, während die Darsteller links daneben waren. So wurde schon zu Beginn die komplette Aufmerksamkeit des Publikums gefordert, ein sehr gelungener Beginn, wie ich finde.

Bevor ich die ganze Show in ihre Einzelstücke zerlege, schreibe ich lieber ein wenig zu jeder Rolle und dem jeweiligen Darsteller.

Wolfgang Mozart: Patrick Stanke
Zuletzt hatte ich ihn in der Rolle des Messias in Kassel gesehen, wo er mich nicht wirklich begeistern konnte, auch als Jekyll & Hyde hatte er eine solide Leistung gebracht, aber so richtig standen ihm, meiner Meinung nach, beide Rollen nicht. So war ich ein wenig skeptisch war Mozart anging, aber vollkommen zu Unrecht. Die Rolle des aufmüpfigen, kindlichen, leichtsinnigen und in sich zerrissenen Komponisten passt ohne wenn und aber zu ihm. Gleich gut gelaunt und aufgedreht begann er über den schein-feinen Schock-Rock zu singen, allerdings nicht ohne mich am Anfang etwas stutzen zulassen, denn gleich in diesem ersten Lied verbaute er zwei Texthänger, die auch seine einzigen bleiben sollten. So fuhr er als Klimper nach Paris und vergaß seinem Vater zu sagen, dass er nun ein Glotz-Protz sei. Aber es sei ihm verziehen, denn die ganzen Reime richtig und ohne sich zu verhaspeln hinzubekommen, ist, denke ich, verdammt schwer. Aber eben diese Reime kamen bei ihm sehr natürlich rüber und man nahm ihm vollkommen ab, dass er größten Spaß dabei hatte. Sein Zusammenspiel mit seiner Schwester Nannerl und seinem Vater Leopold war sehr überzeugend und die drei harmonierten von Anfang bis Ende vollkommen. Die Aufmüpfigkeit Wolfgangs hat Patrick toll verkörpert und sowohl gegenüber seinem Vater als auch Colloredo immer authentisch gespielt. Er hat sich über beide immer recht heftig aufgeregt und vor allem am Anfang eine Wortwahl an den Tag gelegt, für die er sich manchmal selbst geschämt hat. Das Zusammenspiel mit Laurin, seinem Porzellankind-Genie Amadé, war während des ganzen Stücks einfach total klasse. Schon bei „Ich bin Musik“ ging er auf den schreibenden Amadé ein. Das Lied an sich ist eines der wenigen gewesen, die ich noch nicht kannte, aber ich bin nach wie vor von diesem Song begeistert. Patrick hat es toll gesungen und der Text passt total gut zu Mozart! Als Patrick nach dem ersten Besuch bei Colloredo Ethan versicherte, dass dieser nicht entlassen werde, liefen beide vorm Orchestergraben lang, wobei Patrick einmal mit Hilfe der angebrachten Treppe auf die Mauer, hinter der Tjaard steht, stieg und wieder hinuntersprang. Auch Amadé folgte genau diesem Weg, kletterte allerdings gleich auf die Bühne. Herrlich war es immer wieder, welch Grimassen Patrick zog, wenn er sauer oder trotzig war und sich falsch behandelt fühlte. Das Lustige, was er in die Rolle des Mozarts steckt, passt einfach total gut zu ihm. Dies kann er auch im Zusammenspiel mit den Webers zeigen. Patrick spielt überzeugend den nichtswissenden, spendablen Gönner, der auf diese miese Familie reinfällt und es dazu noch gut mit ihnen meint. „Was für ein grausames Leben“, das auf den Tod seiner Mutter folgt, holt ihn wieder auf die Boden der Tatsachen zurück und mit diesem Lied kann er die andere, ernste Seite des Wolfgang, der diese Welt nicht versteht, zeigen, was er ebenfalls überzeugend rüber bringt. Ich mag dieses düstere, traurige und kritische Lied sehr gerne. Zurück in Salzburg ist er wieder kindlich und leichtsinnig. Trotzig will er mit der Baronin von Waldstätten nach Wien, was er durch seine kindische Begeisterung ausdrückt. Dieser Charakterzug Mozarts gelingt Patrick einfach großartig. Das nächste Highlight ist ohne Zweifel „Sauschwanz von Drecken“, den er sehr authentisch, witzig und jedes Wort imitierend darstellt. Das Komödiantische liegt ihm echt. Auch wie er sich dann selbst anfeuert, als er drauf und dran ist seinen Kopf zu verlieren, einfach lustig. Die folgende Begegnung mit Constanze ist ebenfalls sehr lustig, da er mal wieder reimender Weise viel zu schnell redet und scheinbar nur Blödsinn im Kopf hat. Beide haben sichtlich ihren Spaß dabei und harmonieren sowohl schauspielerisch als auch gesanglich sehr gut. Die zweite Auseinandersetzung zwischen Mozart und Colloredo hat Patrick sehr schön gespielt und gesungen. Diese kindliche Aufmüpfigkeit mit der er selbstgefällig „Ich scheiß auf sie.“ halb frech, halb ernst Colloredo entgegen schleuderte, war mal wieder zum Schmunzeln. Zum Abschluss diesen tollen ersten Aktes folgte noch „Wie wird man seinen Schatten los“, welches er richtig toll gesungen hat. Hab ihm dieses Lied nicht wirklich zugetraut, aber er hat es authentisch rübergebracht und sowohl in seiner Stimme, als auch in seinem Schauspiel spiegelte sich die Bedrücktheit dieser Szene wider. Schön auch hier das Zusammenspiel mit Amadé, der ihn zum Ende hin das erste Mal mit der Feder stach, um mit seinem Blut weiter zu schreiben. Bei jedem Stich ging Patrick in die Kopfstimme über, was total gut passte und von ihm sauber gesungen war. Toll wie das komplette Ensemble ihn in die Schranken wies und somit in die Arme seines Genies trieb. Großartig inszeniert, toll interpretiert und sicherlich ein Höhepunkt der Show!
„Dich kennen, heißt dich lieben“ war sehr schön von ihm gesungen, gefühlvoll und träumerisch. Schön wie er zuvor mit Amadé redete und versucht ihm seine Situation zu erklären. Am „Mummenschanz“ rätselte Mozart in Tecklenburg mit verändertem Text und dem gesamten maskierten Ensemble einschließlich der anderen Hauptrollen, die das Haus flankierten. Ein sehr schönes Traumlied, das mir mit dem neuen Text noch besser gefällt. Ganz stolz will Patrick im Anschluss seiner Schwester das Geld zurück bringen und singt ein Stück auf die Melodie von „Der Prinz ist fort“, was ihm recht gut gelingt. Weniger gut gelang ihm sich gegen seine Freunde durchzusetzen und erlag nach ein paar Widerstandsversuchen tragischer Weise seinen Spielfreunden. Diese Szene so lustig sie gespielt wurde, bekam durch die Reprise von „Der Prinz ist fort“, das Nannerl in dem Moment noch sang, einen ernsten und bitteren Nachgeschmack. Ein weiteres Highlight war ohne Zweifel „Warum kannst du mich nicht lieben wie ich bin?“, das von Patrick toll gespielt und super gesungen wurde. Man nahm ihm vor allem ab, dass er um diese Liebe verzweifelt kämpfte und in sich zerrissen war, was er auf sein Genie schob. Hier konnte er auch zeigen, dass er die tiefen Stellen singen kann. Tolles Lied, toll interpretiert. Die aufkommenden Depressionen waren sehr gut dargestellt, indem er jegliche Phrasen aus den vergangenen Liedern auf eine leicht wahnsinnige Weise wiederholte. Nun endlich konnte er sich selbst durchsetzten und sagte das erste Mal „Nein“, nur leider viel zu spät. Die Nachricht vom Tode Leopolds gab Wolfgang sichtlich den Rest und er wirkte nun verbittert, was in der schönen Reprise von „Schließ dein Herz in Eisen ein“, die in „Was für ein grausames Leben“ überging, verdeutlicht wurde und in den Requiemsauftrag, der ihm scheinbar eine letzte Hoffnung gab, überging. Sein Tod war gelungen inszeniert. Er lag ausgelaugt auf dem Bett und Amadé bekam kein Blut mehr aus ihm heraus. Wolfgang erkannte, dass es sein Requiem werden würde und sang zum Schluss noch einmal ein Stück von „Ich bin Musik“, denn dies war er vom Anfang bis zum Ende, das durch Amadés Stich ins Herz herbeigeführt wurde. Ein eindrucksvolles Ende für dieses große Genie, das durch das Finale mit „Wie wird man seinen Schatten los“, bei dem Patrick nochmals zeigen durfte, was er gesanglich kann, gewürdigt wurde.
Zum Schluss bleibt zu ihm noch anzumerken, dass er der einzige war, der moderne Klamotten anhatte. Er lief in Jeans über die Bühne und war auch sonst seiner Zeit in Sachen Mode weit voraus. Es sah eher so aus als hätte Patrick einfach seine normalen Klamotten an. Trotzdem passte es gut zum revolutionären Wolfgang.
Alles in Allem hat er die Rolle einfach großartig verkörpert, in allen Facetten toll gespielt, wobei er vor allem mit seiner kindlichen Art trumpfen und überzeugen konnte. Gesanglich war er in allen Liedern stark und hat toll gesungen. Er passt für mich total in die Rolle des Mozarts und ich war wirklich positiv überrascht von seiner Darbietung!

Amadé: Laurin Kirsch
Der Kleine war echt großartig. Schon gleich in der ersten Szene konnte er die Sympathie des Publikums mit seiner tollen Darstellung des Porzellankindes für sich gewinnen. Es hat diesen zerbrechlichen Knaben sehr gut dargestellt. Er hat immer genau das getan, was die anderen von ihm wollten und mit Gestik sowie Mimik seiner Rolle jeglichen Ausdruck verliehen. Die kleine Holzkiste, die er von der Baronin geschenkt bekommen hatte, war seine Musikquelle, die er immer geöffnet hatte, wenn er komponierte. Obwohl er als Kind eigentlich kindlich sein dürfte, war er der Erwachsenere der beiden Mozarts. Immer kritisch schaute er auf die Flausen, die Patrick im Kopf hatte. So schrieb das kleine Genie immer konzentriert und wurde ärgerlich, wenn er gestört wurde. So geschehen als Patrick sich auf den Stein setzte, auf dem Laurin gerade schrieb. Energisch schubste er Patrick von den Noten, zog sie heraus und schrieb auf seinem Schoß weiter. Stets folgte der kleine Amadé seinem sichtbaren Ich und war ihm ständig auf den Fersen. Sein Zusammenspiel mit Patrick war großartig. Wie sie die gleichen Bewegungen machten, war echt toll. Immer, wenn es um Mozarts Talent ging, tauchte der Kleine auf und hatte somit natürlich einiges zu tun, was Laurin klasse gemeistert hat. Er war es auch, der Wolfgang über den Tod der Mutter hinweg tröstete. Während dieser noch einen Arzt holen wollte, hatte Amadé eingesehen, dass es zu spät war und stand mit der Hand auf Wolfgangs Schulter tröstend hinter ihm. Während Patrick mit Zweifeln und seinem Schatten kämpfte, komponierte eben dieser am Rand der Bühne solange bis ihm die Tinte ausging. Dann ging er auf Patrick zu und stach ihm in den Arm, um mit dem roten Lebenssaft seines sichtbaren Ichs weiter zu schreiben. Diese Stiche waren genau auf die Musik abgepasst und so stand Amadé mit bereiter Feder kurz vor ihm, bevor er zum Stich kommen durfte, hat aber alles perfekt zusammen gepasst!
Während „Dich kennen heißt dich lieben“ zog sich Amadé zurück. Erst setzte er sich auf das Klavier und wartete gelangweilt, dann legte er sich darauf und schlief eingerollt auf dem kleinen Flügel. Er freute sich augenscheinlich über den Requiemsauftrag, da er dann endlich wieder etwas zu tun hatte. Letztendlich fraß dieses kleine stumme Genie den großen, kindlichen, revolutionären, trotzigen Mozart auf und zernagte ihn soweit, dass er ausgeblutet und ausgebeutet durch den Stich ins Herz durch und zusammen mit seinem Genie starb.
Insgesamt kann man nur den allergrößten Respekt vor Laurins Leistung haben. Der Kleine schafft es ohne ein einziges Wort zu sprechen so authentisch das Genie zu verkörpern und ist jede Sekunde, die er auf der Bühne steht unglaublich präsent, wie manch großer nicht. Großartige Leistung, die den Mensch Mozart als Genie glänzen lässt. Ganz großer Schauspieler der Kleine!

Leopold Mozart: Ethan Freeman
Ethan war ein toller Leopold. Diszipliniert, hoffnungsvoll, streng, authentisch und überzeugend. Man merkte seiner Vaterrolle an, dass er eigentlich nur das Beste für seine Kinder wollte, aber auch ein wenig seinen Misserfolg mit dem Erfolg von seinen Kindern aufzubessern. Er verlangte direkt viel von dem Kleinen Amadé und hat nicht auf die guten Ratschläge der Baronin gehört. Sein Wunsch bzgl. Mozart, dass dieser immer ein Kind bleiben solle, wurde in gewisser Hinsicht durch Amadé als Porzellangenie erfüllt. Stimmlich füllt Ethan die Rolle des Leopold komplett aus. Seine Stimme passt toll zu den Liedern und er gibt diesen sowohl die nötige Strenge wie beim Roten Rock, oder klingt sorgenvoll wie bei „Schließ dein Herz in Eisen ein“, was eindeutig sein Höhepunkt war. Ich liebe dieses Lied und seine Interpretation war sehr schön, sanft gesungen und mit Bedacht sprach er die Warnungen aus. Der letzte Ton war sacht und klar gesungen, was das Lied toll abgeschlossen hat! Im Zusammenspiel mit seinen Kindern hat er die Vaterrolle gut verkörpert und man nahm ihm ab, dass er sie beschützen wollte. Als die Baronin von dem König erzählte, sah man Ethan genau an, dass er sich angesprochen fühlte, dann aber versuchte das Lied nicht an sich heran kommen zu lassen und seinen Sohn weiterhin zu beschützen, was ihm trotz des wunderschönen „Niemand liebt dich so wie ich“ nicht gelang. Immer weiter entfernte er sich von seinem Sohn und ärgerte sich über sein Verhalten, was man Ethans schwacher werdender Haltung deutlich ansah. Er spielte die beginnende Verzweiflung des Vaters sehr überzeugend und ließ ihn trotzdem mir harter Stimme auftreten. Als Colloredo ihn im zweiten Akt zu sich ruft und nach Wolfgang fragt, reagiert Leopold getroffen und verletzt, versucht es aber zu überspielen. Auch das Angebot ein neues Wunderkind in seinen Dienst zu stellen, fand ich sehr interessant und es untermalt abermals den Charakter Leopolds. In Wien bei Wolfgang wird er nur von ihm enttäuscht und kann sich über den Erfolg nicht freuen, Ethan wirkt immer verbitterter. Ethans Abgang aus Wien hinterließ Eindruck, denn mit seiner imposanten Stimme, bleiben die Worte mit Nachdruck im Gedächtnis. Er war es auch, der nach seinem Tod als Vermummter den Requiemsauftrag an Wolfgang weiter gab, wodurch wir noch ein letztes Mal in den Genuss seiner tollen Stimme kamen.
Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass er die Rolle toll verkörpert und überzeugend gespielt hat. Gesanglich war er großartig und gefiel mir von Anfang bis Ende als liebender, aber doch strenger und anspruchsvoller Vater.

Colloredo: Marc Clear
Er verkörperte den eigensinnigen Fürsten durchweg überzeugend. Marc passt total in die Erscheinung des Colloredo, mit dessen langen roten Mantel er wie ein richtiger Herrscher aussah. Er machte dem Fiesling des Stückes mit seiner Interpretation alle Ehre, denn sowohl schauspielerisch als auch gesanglich ließ er die Facetten des listigen und machtbeflissenen Fürst strahlen. Man nahm ihm sowohl den Ärger, den er bei seinen Begegnungen mit Mozart empfand, als auch die Verwirrung und heimliche Bewunderung für dessen Kompositionen voll und ganz ab. Stimmlich glänzte er schon bei „Wo bleibt Mozart“ mit herrischer Stimme, die keinen Zweifel an seiner hohen Stellung ließ. Man hörte ihm an, wenn er wütend war, dann zischte er durch zusammengebissene Zähne und konnte seine Wut über Mozarts Betragen scheinbar kaum zurückhalten, wie man es vor allem bei „Ich bleibe in Wien“ hören konnte. Tolles Gegenspiel von Marc und Patrick bei diesen Liedern. Wie sie sich gegenüberstanden, halb auf der Treppe, Marc bebend vor Zorn und außer sich über Mozarts Benehmen und Patrick schaute ihn keck und auffordernd an, klasse. Eine weitere Szene, die im Gedächtnis geblieben ist, betrifft Colloredos Kutschfahrt nach Wien. Es kam eine schöne Kutsche auf die Bühne gefahren – gezogen von 4 Herren des Ensembles! Diese liefen dann im Takt der Musik vor der Kutsche statt der eigentlichen Pferde her. Aber neben dem war auch schön, dass ein Vorblick auf „Wie kann es möglich sein“ kam, denn Colloredo unterhielt sich auf diese Melodie singend mit Graf Arco. Nur scheinbar verträgt Colloredo keine Kutschfahrten, denn mitten auf dem Wege musste er sich heftigst übergeben, was Marc sowohl geräuschvoll als auch schauspielerisch sehr realistisch darstellte. Als Graf Arco ihn im zweiten Akt fragte wohin das Gehirn des Malers solle, war Colloredo vertieft in die Sinfonien Mozarts, die er dirigierte, während sie Stück für Stück gespielt wurden. Er war sichtlich vertieft in diese Werke, was Marc ebenfalls toll rübergebracht hat. Darauf folgte sein Höhepunkt: „Wie kann es möglich sein?“ Ein großartiges Lied und genial interpretiert von Marc. Die Konversation mit Leopold erzeugte nochmals ein retardierendes Moment innerhalb des Liedes, bevor er kräftig weiter sang. Man konnte richtig sehen wie Colloredo im Innern mit sich kämpft und nicht mehr versteht, was vor sich geht. Stimmlich packte er genau dies in seine Stimme, sowie in die Betonung des Textes, großartig! Eines der tollsten Stücke des Abends, total klasse gesungen von ihm!!
Alles in Allem hat er den Fürst großartig verkörpert und alle Seiten von ihm gezeigt. Stimmlich war er sehr stark und konnte bei jedem Ton überzeugen.

Nannerl: Mia Kirsch / Karin Seyfried
Zwar steht überall nur Karin als Nannerl, aber man darf Mia Kirsch, die die kleine Nannerl spielte, nicht vergessen. Sie stand im Prolog auf der Bühne und half ihrem Bruder bei seiner Vorstellung, spielte kurz Klavier und sorgte sich um Amadé. Hierbei hatte sie auch einen Satz zu singen, der leider ein wenig zu hoch für sie war. Auch später tauchte sie immer wieder mit auf, wenn die Hauptrollen im Hintergrund erschienen, wie beim „Mummenschanz“, wobei sie dann ebenfalls mitsang und die betreffende Choreografie wie die großen ausführte. Ich mag sie gerne sehen und irgendwie gehört sie für mich schon zu Tecklenburg, denn in allen drei Jahren war sie dabei. Hat mich gefreut sie dieses Jahr wieder zu sehen und zu hören.
Karins erster Auftritt beim „Roten Rock“ begann gleich sehr lustig, da sie auf der Suche nach Mozart in die falsche Richtung lief, weshalb er ihr dann den Tipp „Westerwärts, Schwesterherz“ gab. Gesanglich fiel mir jedoch gleich auf, dass sie eine recht seltsame Technik hatte ihre Rolle zu singen. Mir gefielen ihre Höhen weniger, nicht weil ihre Stimme nervig wurde, eher weil sich ihre Stimme durch die eigenartige Technik nicht so angenehm anhörte. Dennoch war „Der Prinz ist fort“ sehr schön von ihr gesungen, traurig, eindringlich und berührend. Wohingegen mir „Ah das Fräulein Mozart“ von ihr aus angegebenem Grund nicht gefiel. Dennoch merkte man sowohl an Schauspiel und Stimme, dass sie noch immer naiv an Wolfgangs Erfolg glaubte. Ihr Zusammenspiel mit Patrick war durchweg sehr gut, sowohl zu Beginn als sie zusammenhielten und sich neckten, als auch zum Schluss als sie, erwachsen und reif, ihren Bruder versuchte zur Vernunft zu bringen. Auch mit Ethan spielte sie sehr gut zusammen und hielt ihn unter anderem sehr bestimmt davon ab Wolfgangs Besitz wegzuschmeißen. Sie hat das Nannerl immer aufrichtig und ehrlich wirken lassen, weshalb man das Gefühl hatte, dass sie immer aus reinem Herzen sprach und alles daran setzte ihren Vater und ihren Bruder zu versöhnen. Ihre Reprise von „Der Prinz ist fort“ war sehr rührend und bildete einen traurigen Punkt im Stück. Sie erzählte an diesem Punkt von ihrem Schicksal und ihrem Leben, das sie immer zugunsten des Bruders in den Hintergrund gestellt hatte. Karins Gestik und Mimik waren durch das ganze Stück hindurch ihrem Charakter angemessen und sie spielte jede Situation glaubwürdig. Als sie den Brief von ihrem Vater aus Wien bekam, begann sich in ihr der Gedanke an eine heile Welt zu regen, was man deutlich an ihrer heiteren Stimme hörte. Zu bemerken war allerdings, dass der Inhalt des Briefes beinahe das genaue Gegenteil der herrschenden Situation in Wien beschrieb. Auffällig war, dass der Brief mit Computer geschrieben war, gabs die tatsächlich schon zu Mozarts Zeiten? War auf jeden Fall amüsant. Als sie Wolfgang die Nachricht vom Tode des Vaters brachte, schien sie sehr ernst und im Gegensatz zu Wolfgang erwachsen.
Insgesamt hat Karin die Rolle des Nannerl sehr gut gespielt, konnte mich gesanglich nicht überzeugen. Mia war als Kind klasse, auch wenn der Satz aus dem Nichts heraus einfach zu hoch war. Dennoch fand ich die Idee eine kleine Nannerl auf die Bühne zu stellen klasse.

Constanze: Simone Geyer
Sie kam in einen schwarzen Mantel gehüllt gleich in der ersten Szene an den Zuschauern entlang die Treppe herunter. Man konnte sie nicht erkennen, aber ihre markante Stimme stach gleich bei dieser Unterhaltung hervor. Sie kam genervt und anteilnahmslos herüber, was gut zu ihrer Rolle passte. Als sie bei der „ehrlichen Familie“ dann als nächstes auftrat, brauchte ich ein wenig, um sie zu erkennen. Die Töchter in ihren bunten, zigeunerähnlichen Klamotten sahen sich zu ähnlich. Mit ihren Schwestern und Eltern spielte sie gut zusammen. Ihr Kommentar zu dem schönen Sommerabend, wie ihre Mutter meinte, kam sehr trocken und ehrlich: „Es ist saukalt!“, passte auch nicht schlecht zur Wetterverfassung, da es nicht gerade warm war und zwischenzeitlich leicht regnete. Am Wiener Prater war sie es, die Mozart erkannte und ihn als Mitspieler vorschlug. Als Patrick ihr im Anschluss einen Vortrag über Arbeit hielt, nahm man ihr ab, dass sie kein Wort verstanden hatte. Sie wirkte nun kindlich, fröhlich. Das kurze Stück, in dem sie sang, warum sie Wolfgang so mochte, war schön von ihr vorgetragen und auch schauspielerisch untermalte sie ihre Aussage. Patrick und Simone harmonierten schauspielerisch und gesanglich toll zusammen, was als nächstes bei „Dich kennen, heißt dich lieben“ unter Beweis gestellt wurde. Nun in ein helles Kleid gekleidet, sah sie viel lieblicher und anständiger aus. Sie setzte diesen Song toll um und reflektierte die Gefühle in ihrer Stimme. Sehr schönes Lied von den beiden. Als ihre Mutter nach dem Hochzeitsversprechen sie mit raus zerrte, wusste man nicht ganz, ob sie bei dem Plan dieser mitgespielt hatte oder ob sie wirkliche Gefühle für Wolfgang empfand. Dies zeigte sie allerdings durch ihre Rückkehr und das Zerreißen des miesen Vertrages. Ihr „Irgendwo wird immer getanzt“ konnte mich leider nicht komplett überzeugen. Ihre markante Stimme passte recht gut zu dem Song, aber irgendwie kam er nicht 100%ig rüber. Ich fand es schade, dass sie bei diesem schwungvollen Lied die meiste Zeit auf dem Bett saß und erst zum Schluss ein weniger mehr Bewegung zeigte. Dass sie zum Schluss den blauen Rock von Wolfgang überzog, fand ich eine gelungene Idee, dennoch konnte sie mich mit dem Song leider nicht ganz überzeugen. Als sie nach Leopolds Abreise zu Patrick stieß, war sie sichtlich aufgewühlt und in Sorge um ihren Mann. Zuletzt hat man ihr deutlich angemerkt, dass sie sich von ihrer Familie abgrenzen und allein zu Mozart stehen wollte. Das Klagelied über den Tod ihres Schwiegervaters war stimmlich wieder sehr schön.
Insgesamt hat sie die Rolle authentisch herüber gebracht und sowohl die Sequenzen nach Mozarts Tod, als auch während seines Lebens gut gespielt. Ihre markante Stimme war nicht zu verwechseln und passte im Großen und Ganzen zu ihrer Rolle. Eine solide und gute Leistung von Simone.

Baronin von Waldstätten: Jana Werner
Jana machte eine durchaus gute Figur als Baronin von Waldstätten. Sie spielte die Baronin sehr würdevoll und mit höchster Bedacht. Sie war diejenige, die liebevoll mit dem kleinen Amadé umging und ihm die kleine Holzschachtel, aus der dieser seine Musik nahm, überließ. Eines ihrer Highlights war eindeutig „Gold von den Sternen“, das sie wundervoll sang. Sie erzählte diese Geschichte vorrangig den Kindern, sendete die Message aber an den Vater, den sie immer wieder zu überzeugen versuchte und genau in dem Moment, in dem er widersprechen wollte, begann sie ein weiteres, passendes Beispiel zu bringen. Tolles Timing des Schauspiels bei diesem Lied. Stimmlich war es großartig vorgetragen von ihr. Während „Hier in Wien“ war es amüsant sie und Adrian zu beobachten. Es wurde genau diese Wiener Hinterlistigkeit, die in dem Lied beschrieben wird, dargestellt. Sobald sie hinter seinem Rücken verschwand, wurde ihr Gesichtsausdruck grimmig und sobald sie ihn wieder sah, erhellte sich ihre Miene und sie schien die netteste Person überhaupt zu sein, tolles Mienenspiel. Sie ist es, die Mozart unabhängiger werden lassen will, so erklärt sie nach dem „Mummenschanz“, dass man aufhören muss seinem Vater hinterher zu laufen. In Wien erklärt sie dem Vater, dass Mozart Erfolg hat und freut sich sichtlich darüber. Nach Wolfgangs Depressionen erzählt sie nochmals über sein Leben in der Reprise von „Gold von den Sternen“, deren Text sie wie immer mit viel Bedacht und Nachdruck sang. Bei „Mozart, Mozart“ hatte sie, auf dem Balkon stehend, die Solostimme inne und erzählte über ihren Schützling, was gesanglich gewohnt toll war.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Jana die Rolle der Baronin von vorn bis hinten großartig verkörpert hat. Schauspielerisch war sie elegant und bedächtig. Stimmlich zeigte sie sich in Topform und brachte mit „Gold von den Sternen“ einen Showhöhepunkt.

Emanuel Schikaneder: Adrian Becker
Bei seinem ersten Auftritt sah er, wie er selbst sagte, nur leere Gesichter vor sich. Er stand am rechten Bühnenrand und ging auf die erste Reihe zu und davor den kleinen Weg entlang. So blieb er ein paar Meter rechts von uns stehen, begrüßte das Publikum mit nem Handkuss zu einer Frau, ging weiter, blieb rechts vor mir stehen und redete weiter. Es war schon interessant, dass er direkt vor uns stand, allerdings dadurch, dass das Mikro vorm Lautsprecher war, hallte der Ton seltsam nach. Direkt vor uns machte er dann eine kleine Steppeinlage, die dazu führte, dass um uns herum der Staub aufgewirbelt wurde und wir die kleinen Steinchen abbekamen. Dann lief er seinen Weg weiter entlang, bevor er sich vorstellte und begann „Ein bisserl für’s Hirn und ein bisserl fürs Herz“ zu singen. Das Lied passte total gut zu ihm, er brauch einfach seine Show. Zusammen mit Jana hab ich ihn bei „Hier in Wien“ am meisten beachtet und auch sein Mienenspiel und die Gesten waren sehr passend. Tolles Zusammenspiel der beiden. Bei „Der Mensch wird erst Mensch durch den aufrechten Gang“ half er Mozart einem Streit zu entgehen. Er hielt während der ganzen Show sichtlich viel von sich und mit eigengefälliger Art bat er auch Mozart um das Libretto zur Zauberflöte, woraufhin er nochmals „Ein bisserl fürs Hirn“ ansang, was immer wieder Spaß gebracht und zu seiner sich zur Show stellenden Art passte.
Insgesamt gesehen hat er eine tolle Show abgezogen, sich passend zur Rolle verhalten und für den ein oder anderen Lacher gesorgt, toll gespielt und solide gesungen.

Graf Arco: Wolfgang Hötzel
Er hat die Rolle des dienenden Grafen sehr gut verkörpert und solide gesungen. Vor allem seine tiefen Töne gefielen mir immer wieder. Als rechte Hand Colloredos hatte er immer ihm zu dienen und zu gehorchen. Er versuchte den Fürsten in gutem Licht dastehen zu lassen und beugte sich glaubwürdig dessen Anweisungen. In Erinnerung ist mir vor allem die Kutschszene geblieben, bei der er zuschauen musste, wie Colloredo sich übergab und dann, als er wieder einsteigen sollte, scheinbar in dem Erbrochenen stand. Er trat angewidert vom einen auf den anderen Fuß und spielte dabei sehr realistisch. Zumindest sorgte er unbeabsichtigt für einige Lacher. So auch als Mozart auf dem Prater als Sauschwanz mit dem Grafen allerlei Schabernack anstellte. Aufgefallen ist noch, dass sowohl Colloredo als auch er Wolfgang immer in der 3. Person anredeten und sich somit auf eine höhere Stufe stellten. Als er Wolfgang mit einem Fußtritt herauswerfen sollte, hab ich irgendwie den Fußtritt verpasst, wirklich offensichtlich war es nicht, Patrick stolperte einfach die Stufen herab.
Alles in Allem hat er die Rolle toll verkörpert und gesungen, wobei er vor allem die Tiefen besonders gut war.

Cäcilia Weber: Anne Welte
Sie hatte so ein bisschen was von Mme Thenardier, sowohl vom Aussehen, als auch vom Verhalten. So meckerte sie ständig an ihren Kindern rum und wollte aus allem ihren Profit schlagen. Stimmlich war sie recht markant und immer trotzig, hinterhältig und listig. Schauspielerisch wurde sie ihrer Rolle durchweg gerecht und war genauso skrupellos wie lustig. Bei der „ehrlichen Familie“ merkte man gleich, dass sie eindeutig der Kopf der Familie war. Sie nutzte Mozart für ihre Zwecke aus und stellte ihm gleich die schönste und begabteste ihrer Töchter zur Seite. Auf dem Wiener Prater verkörperte sie erfolgreich den Direktor ihrer kleinen Show, wobei sie ihre Stimme verstellte. Als sie Constanze (absichtlich) bei Mozart vorfand, ging ihr Plan der Hochzeit mit einer ihrer Töchter auf und sie verpflichtete ihn skrupellos zu einer Geldunterstützung. Aus diesem Grund drängte sie ihn auch zu falschen Schreiben an seine Freunde, damit er ihr das ganze Geld geben konnte. Wütend wurde sie erst, als sich Wolfgang ihrem Plan verweigerte. Von Mozarts Tod war sie nicht erschüttert und das Einzige, woran sie dachte, war das Geld, was sie auch fand und scheinbar ohne jegliche moralische Zweifel sich aneignete. Diese morallose Person spielte Anne perfekt und man nahm ihr jede Tat und jedes Wort ab.
Es lässt sich sagen, dass sie dieser Rolle vom Anfang bis zum Ende sowohl schauspielerisch als auch gesanglich gerecht geworden ist.

Aloysia Weber: Michaela Schober
Josepha Weber: Lillemor Spitzer
Sophie Weber: Daniela Römer
Die restlichen drei Weber-Töchter hatten mehr oder weniger große Rollen und Bedeutung für das Stück. Während ich bis jetzt Josepha und Sophie nicht auseinander halten kann, wurde Aloysia herausgearbeitet, da sie anfangs erfolgreich auf Wolfgang angesetzt worden war. Hierbei sei erwähnt, dass Michaela wirklich eine klasse Stimme hat. Als sie Patrick etwas vorsingen sollte, sang sie immer höher und höher, was ihr sauber gelang. Schauspielerisch passte sie gut in die Familie und verführte Mozart gekonnt schnell. Später traten dann nur noch Josepha und Sophie auf. Beide haben passend gespielt und solide gesungen, so zum Beispiel als Constanze und Nannerl den Tod von Leopold beklagten. Das Zusammenspiel der drei und komplett unter der Familie war toll und meist recht amüsant, so zum Beispiel beim Tanz zur „ehrlichen Familie“, der gekonnt tollpatschig erschien.
Insgesamt haben die drei ihre Rollen gut gespielt und gesungen, wobei sie für den einen oder anderen Lacher gesorgt haben.

Fridolin Weber / Johann Thorwart: Michael Schüler
Der Ehemann und Lebensgefährte Cäcilias in einer Person hat seine Rolle gut gespielt und nicht zuletzt dafür gesorgt, dass die Webers wirklich aussahen wie die Thenardiers. Als Fridolin Weber hat er Mozart in die Familie eingeführt und alles daran gesetzt in seiner Familie zu zuschreiben. Er hat seiner Frau bei ihren krummen Machenschaften geholfen und wahrscheinlich war eine solche auch sein unerwarteter Tod. Als Johann Thorwart zeigte er dieselben Charakterzüge und schien nach wie vor derselbe zu sein. Seine listige Idee war dann auch die Heirat, seine intriganten Züge zum Vorschein kommen ließ. Gesanglich war er solide, ist aber nicht weiter aufgefallen.
Es lässt sich sagen, dass er den Rollen gerecht wurde und überzeugend mit Frau und Kindern gespielt hat.

Doktor Mesmer: Joel Kirby
Er war es, der gleich zu Beginn schnaufend die Treppen herabstieg, wodurch er auf sich und die Szene aufmerksam machte. Er spielte den Forschungsdrang sehr überzeugend und ließ sich nicht von Constanze abbringen seinem Vorhaben nachzugehen. Er war augenscheinlich fasziniert von dem Wunderkind und dessen Begabung. So führte er zu Beginn und nach der Pause daraufhin, dass er an Mozarts Zeit zurück dachte, woraus dann die Handlung entstand. Der gealterte Greis verwandelte sich dann in den jungen Bewunderer Mozarts, der sich unter das angesehene Publikum mischte. Ganz zum Schluss hielt er einen Totenschädel hoch und zeigte damit, dass er die Überreste Mozarts gefunden hatte.

Ensemble:
Damen: Claudia Balmes, Daniela Tweesmann
Herren: Norbert Kohler, Max Messler, Benjamin Witthoff, Sebastian Stipp, Timo Verse
Das Ensemble hat eine großartige Leistung abgeliefert. Die Solopartien haben sie zweifelsohne toll hinbekommen. Vor allem die Theaterszene sei hierbei zu erwähnen. Sie machten sich über Wolfgangs Heimkehr lustig und spielten eine kleine Szene, in der Leopold beim Fürsten um Verzeihung bittet auf überzogener Weise nach. Des Weiteren waren vor allem die Herren als Kutschpferde einen Lacher wert. Aber auch die Damen als Verkäuferinnen bei „Ah das Fräulein Mozart“ machten eine gute Figur. Sie waren die ersten, die direkt vor der ersten Reihe entlang eilten und Gemüse in die Luft hielten. Ich muss echt sagen, dass sie alle in den verschiedensten Rollen geglänzt haben, echt großartig!
Natürlich darf man auch nicht vergessen den Chor und die Statisterie des FreilichtSpiele Tecklenburg zu erwähnen. Die Massenszenen waren immer wieder beeindruckend, wenn von allen Seiten Menschen kamen. Schön auch wie die Adeligen auf dem Balkon mit Ferngläsern standen und auf die Ereignisse am Prater schauten. Bei „Mozart, Mozart“ wurden lustiger Weise riesige Mozartkugeln in die Luft gehalten, was sicherlich den Meisten ein Lachen entlockte, tolle, lustige Idee. Schade war allerdings, dass bei der angedeuteten Premiere der Zauberflöte das Solo vom Band kam und nicht wirklich live gesungen wurde.
In der Pause konnten wir beobachten wie Feuerlöscher und Löschdecken auf der Bühne postiert wurden, was uns etwas überlegen lies, wo man solche wohl brauchen würde. Die Lösung kam bei „Der Mensch wird erst Mensch durch den aufrechten Gang“, denn bei dieser revolutionären Stimmung durften die Fackeln natürlich nicht Fehlen. Zum Glück wurden aber weder Decken noch Feuerlöscher gebraucht.
Letztendlich bleibt nur zu sagen, dass sowohl das Ensemble, das die Soloparts inne hatte, als auch der große Chor der die Akustik bei den Massenszenen auf eine geballte Fülle von Stimmen ansteigen ließ, sowie die Statisterie, wodurch die Bühne mal wieder voller Menschen war, einfach großartig waren und zu dem unvergesslichen Showerlebnis beitrugen.

Insgesamt muss ich noch anführen, dass Tecklenburg jedes Jahr wieder eine Reise wert ist. Die Atmosphäre trägt denke ich auch dazu bei, dass die Shows so toll sind. Außerdem gefällt mir die Inszenierung jedes Jahr und auch bei Mozart fand ich es total klasse. Hat mich sehr gefreut, dass die Wiener Version genommen wurde, da ich mir Mozart ohne den Schock-Rock oder den Sauschwanz von Drecken nicht vorstellen kann. Die Charaktere wurden toll dargestellt und klasse inszeniert. Auch wenn ich zu Anfang bei der Cast etwas skeptisch war, muss ich sagen, dass ich mehr als begeistert bin, es war nahezu perfekt! Das Stück hat mir total gut gefallen und ich würde mir Mozart! noch einmal anschauen, wenn es nicht so weit weg wäre. Wer sich das nicht angeschaut hat, hat meiner Meinung nach, wirklich was verpasst! Wieder ein klasse Stück, auf einer großartigen Bühne! Ich bin schon sehr gespannt, was nächstes Jahr gespielt wird und dann geht’s sicherlich wieder nach Teckli, denn es ist immer eine Reise wert.

Re: Mozart!, Tecklenburg, 18.07.2008

Verfasst: 26.07.2008, 19:29:17
von Kitti
Wow, wieder einmal vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Wirklich sehr schön geschrieben. Freut mich, dass es dir so gut gefallen hat, Mozart hätte ich ja auch gern gesehen, aber ich bin schon froh, dass ich Ende August mit Footloose überhaupt mal nach Tecklenburg komme.

Re: Mozart!, Tecklenburg, 18.07.2008

Verfasst: 27.07.2008, 02:01:01
von Elphaba
Boah! Wieder so ein schöner langer Bericht! Vielen lieben Dank Gaefa! :)

Menno, da krieg ich ja immer mehr Lust auch noch nach Tecklenburg zu fahren und mir Mozart! anzusehen! *seufz* Aber das schaffe ich wohl doch nicht mehr...

Mozart! Ist ja an sich schon ein tolles Musical, aber das dann auch noch unter freiem Himmel...Super! Da kann man richtig neidisch werden! :D

Re: Mozart!, Tecklenburg, 18.07.2008

Verfasst: 27.07.2008, 20:03:47
von athosgirl
Danke für den tollen ausführlichen Bericht.
Ich komme grad von meinem 2. Mal Mozart zurück und bin noch ganz begeistert

Re: Mozart!, Tecklenburg, 18.07.2008

Verfasst: 24.08.2008, 22:28:18
von Mrs. Danvers
Danke für diesen tollen Bericht. Ich habe ihn erst heute entdeckt, da ich länger nicht in diesem Forum war.Ich freue mich schon auf die Dernière am Samstag :D