Nachdem mich die DVD der damaligen Version von „Miami Nights“ von der Musik her ziemlich gut gefiel, war ich natürlich sehr gespannt auf die Neuinszenierung, die derzeit durch Deutschland tourt und noch bis zum 13.01.08 in Düsseldorf zu sehen ist. Vielen Dank an Tigerkoko, die uns noch recht kurzfristig gute Karten besorgen konnte. Es hat sehr viel Spaß gemacht! =) Leider gab es keine Castlisten, so dass man die Liste, die im Theater aushing, fotografieren musste.
Die Besetzung:
Jimmy Miller- Marc Seitz (Alternate)
Laura Gomez- Taryn Nelson (Cover)
Roy Fire- Henrik Wager
Jessica Diamond- Natacza Soozie Boon
Mr. Bob- Heiner Dresen
Mercedes- Ava Brennan
Betty Miller- Ines Hengl-Pirker (Cover)
Emilio- Ruben Anthony Heerenveen
Präsidentin- Lorna Dawson (Cover)
Andy- Deimos Virgillito
Sarah- Nina Weiß
Gina- Faye Anderson (Cover)
Ensemble Damen:
Sarah Bowden, Debroah Powell-Valentino, Julieta Frías, Janine Buck, Laura Fernandez
Ensemble Herren:
Matthew Huet, Shane Morley, Brett Hibberd, William Centurion, Arthur Büscher
Marc Seitz:
Ich ahnte ja schon, dass er als Alternate die Show am Samstagnachmittag spielen würde, aber insgeheim hatte ich mir doch Felix Maximillian gewünscht, der mir bereits bei Saturday Night Fever in Düsseldorf positiv aufgefallen war. Ansonsten ist Marc nämlich die Erstbesetzung von Andy. In dieser Rolle hätte ich ihn viel lieber gesehen, da ich ihn rein äußerlich ziemlich unpassend für Jimmy fand. Er ist ziemlich klein, so dass es besonders im Zusammenspiel mit Natacza als Jessica lächerlich wirkte. Gespielt und getanzt hat er gut, aber stimmlich konnte er mich nicht wirklich überzeugen. Er erinnerte mich an Ralf Schädler, den Jimmy auf der DVD, den ich auch nicht besonders mag.
Taryn Nelson:
Auch bei Laura Gomez hatte ich auf die Erstbesetzung Patricia Meeden gehofft, über die ich viel Gutes gehört hatte. Es war zwar schade, Patricia nicht zu sehen, aber Taryn war trotz ihres leichten Akzentes eine klasse Laura. Sonst ist sie als Lauras Freundin Gina zu sehen.
Henrik Wager:
Über Henrik wusste ich eigentlich nur, dass er den Jesus in Essen spielt und hatte ihn auf einer der Musicalstars CDs gehört, wo er im Duett mit Maricel „Almost Paradise“ aus Footloose singt. Stimmlich war er super und sein Schauspiel war witzig. Besonders die „betrunkenen“ Szenen, in denen er sein ganzes komödiantisches Talent präsentieren konnte, waren klasse. Toll war er auch, wie er das Publikum bei „Hey Mambo“ einband und wir winken mussten. Neben Emilio mein männlicher Favorit in dieser Show.
Natacza Soozie Boon:
Einige kennen diese junge Engländerin bestimmt noch als „Staubwedel“ Babette aus „Die Schöne und das Biest“ und da ich sie damals nicht dieser Rolle nicht erleben durfte, war ich umso gespannter auf ihre Leistung als arrogante Zicke Jessica Diamond. Für mich war sie eine der besten Darstellerinnen an diesem Abend. Ihre Lieder „Holding out for a hero“ oder auch „Material Girl“ waren super interpretiert. Ihr zickiges, hinterhältiges und selbstssüchtiges Schauspiel gepaart mit ihrer schlanken, großen Gestalt waren mehr als geeignet für diese Rolle. Teilweise hat sie noch einen leichten Akzent, der aber nicht weiter stört.
Heiner Dresen:
Er spielt alternierend mit Tom Zahner die Rolle des Mr. Bob. Diese würde ich als eher nebensächlich bezeichnen, aber er war überzeugend.
Ava Brennan
Ava war vor „Miami Nights“ mit „Aida“ auf Tour, wo sie u.a. die Rolle der Nehebka und Aida verkörperte. Das hätte ich gern gesehen, da ihre ausdrucksstarke Stimme mir sehr gefallen hat. Die Rolle der Kubanerin Mercedes gefällt mir ohnehin, da ich den Salsa bei „The Rhythm is gonna get you“ super finde. Nicht nur stimmlich, sondern auch in Sachen Tanz und Schauspiel hatte Ava Einiges zu bieten. Neben Natacza mein weiblicher Liebling an diesem Abend. Sie ist sicherlich auch als Cover Laura Gomez sehenswert.
Ines Hengl-Pirker und Lorna Dawson
Beide Damen hatten eher wenige Schlüsselszenen, aber an denen gab es nichts zu bemägeln.
Ruben Heerenveen
Als Lauras Bruder Emilio war er wie seine Freundin Mercedes meistens an den Salsa-Szenen beteiligt. Ein toller Tänzer und stimmlich wie auch schauspielerisch mehr als überzeugend. Schade, dass man ihn nur bei „Wild boys“ solo singen hört.
Deimos Vergillito und Nina Weiß
In Kritiken werden der Automechaniker Andy und die Tänzerin Sarah immer als „Das Traumpaar Nr.2“ bezeichnet. Seltsamerweise habe ich Deimos nicht im Programmheft gefunden. Vielleicht spielt er nur in Düsseldorf oder ist kurzfristig eingesprungen. Die Beiden waren jedenfalls ein süßes Paar, bei dem es nichts zu bemängeln gibt.
Faye Anderson
Irgendwie noch ein Druckfehler, denn im Castheft steht Faye Boutin als Swing mit Cover Gina. Sie ist außer ihrem Part bei „I wanna dance with somebody“ nicht weiter aufgefallen.
Das Ensemble war mit großer Spielfreude bei der Sache und die Choreografien waren wirklich beeindruckend. Die Neuinszenierung weist einige kleine Änderungen auf, so dass man beispielsweise „Material Girl“ bereits am Anfang findet oder einige Dialoge geändert worden sind. Ich fand die Änderungen aber durchaus als positiv zu betrachten, nur der „Megamix“ am Ende hätte nicht gekürzt werden sollen.
Die Handlung ist natürlich nicht besonders anspruchsvoll, aber bei „Miami Nights“ geht es eindeutig mehr um das „Feeling“ und das ist auf jeden Fall zustande gekommen. Manchmal ist neben den ganzen Drama-Musicals eine Show mit Musik aus den 80ern, Witz und Tanz eine willkommene Ablenkung. Wer also einen witzigen Abend voller toller Tanzszenen und Ohrwürmern erleben möchte, ist in diesem Musical genau richtig.
Ich hätte, was einige Rollen angeht, zwar gerne andere Darsteller gesehen, aber an einem Nachmittag hat man leider nicht immer Glück. Trotzdem hat sich der Besuch gelohnt.