Musical von Leonard Bernstein
In der Oper Chemnitz 1. und 2. März 2008
Hauptdarsteller:
Die Jets:
Tony Christian Alexander Müller
Riff Matthias Otte
Action Udo Eickelmann
Baby John Tom Bitterlich
Arab Clément Bugnon
Diesel Martin Gäbler
Big Deal Armin Frauenschuh
Snowboy Bert Uyttenhove
Ihre Mädchen:
Graziella Sara de Col-Edler
Velma Leslie Humbert
Anybody's Jessica Wall
Die Sharks:
Bernardo Marc Boadu
Chino Jeronimo Romero Gonzales
Pepe Tamas Liviusz
Ihre Mädchen:
Maria Katharina Schrade
Anita Carla Seder
Rosalia Muriel Wengler
Consuela Daniela Wolke
Francisca Annika Hofmann
Die Erwachsenen:
Glad Hand Roland Glass
Doc Gottfried Winter
Shrank Thomas Mäthger
Krupke Jürgen Mutze
Pas de deux in der Hochzeits-Szene:
Elisenda Cladellas Parellada
Jonathan Aurélien Bruno Cadic
Damen und Herren des Ballett Chemnitz
Robert-Schumann-Philharmonie
Eine kleine Odyssee war es schon, bis wir endlich am Ziel waren, vor allem weil ausgerechnet an diesem Wochenende Sturm 'Emma' über Deutschland wütete und wir einen Flug nach Dresden hatten...aber mit einigen kleinen Turbulenzen überstanden wir es doch heil und schon seit 4.30 Uhr auf den Beinen, erreichten wir dann um ca. 13.30. Uhr unser Hotel in Chemnitz...doch der ganze Streß hatte sich gelohnt!! Das wußten wir spätestens am Abend, nachdem, nein, noch während wir West Side Story in der Chemnitzer Oper erlebten!!
Niemals wäre ich wohl nach Chemnitz gekommen für irgendein Musical, außer vielleicht noch dem 'Phantom der Oper' wenn es denn hier liefe, aber das 'ehemalige' und hoffentlich irgendwann nocheinmal zukünftige 'Phantom' wirkte hier jetzt in dem Musical 'West Side Story' mit und als echter Fan mußte man einfach hin...!
Christian Alexander Müller war der 'Tony' in dieser 'West Side Story', eine weitere Traumrolle für ihn, die er sich nun erfüllt hat und es hat sich mehr als gelohnt, würde ich sagen, denn es war wieder einmal 'Spitzenklasse'!!! Sein 'Maria' war echt zum Heulen schön...! Er sang das wirklich sooo schön, teilweise auch sehr hohe Töne, fast ein bisschen 'Phantomig' da hörte man dann wieder die klassische Stimme deutlich heraus!
Aber auch viele der anderen Darsteller waren einfach Klasse!! z.B. 'Riff' (Matthias Otte) der große Ähnlichkeit (äußerlich) mit Christian hat, aber unabhängig davon, war er in seiner Rolle absolut brillant. Ebenso Maria (Katharina Schrade) mit, wie ich fand einem etwas opernhaft klingendem Sopran (was ich ja sehr mag) und Anita (Carla Seder) (könnte auch ein zweite 'Carmen' sein, so beweglich, überzeugend, rassig und stimmlich natürlich auch klasse), trugen viel zu dieser perfekten Inszenierung bei!
'Anybodys ' Jessica Wall war auch umwerfend süß und auch stimmlich wirklich super! Zumindest bei dem einen Song den sie sang - 'Irgendwo' (Somewhere), während die Sharks und die Jets nach den beiden 'Morden' an Riff und Bernardo scheinbar friedlich zusammensaßen, von Nebel umwabert und alle Geschehnisse nocheinmal Revue passieren ließen. Währenddessen standen Maria und Tony Hand in Hand die ganze Zeit bewegungslos mit dem Rücken zum Publikum im Hintergrund auf einem Dach und wirkten wie Schatten. Erst als der Song beendet war, alle aufstanden und wieder Chaos ausbrach, umarmten sie sich und verschwanden in Maria's Zimmer. Später lagen sie beide im Bett, von der ersten Reihe aus sah man nur Füße und ich überlegte noch, dass die zu groß seien um Maria zu gehören *g* und es waren tatsächlich Tony's 'Christian's' Füße, der dann aufstand und tatsächlich nicht mehr anhatte als hautfarbene Shorts; 'Wow' das hatte man jetzt nicht erwartet...aber er verschwand dann auch ziemlich schnell von der Bühne *g* und am nächsten Tag konnte man die ganze Szene aus dem 1. Rang dann noch besser sehen, dafür sah man die Füße nicht mehr... Tony und Maria waren hier aber auch ein wirklich niedliches Liebespaar und mehr als einmal mußten sie sich küssen, was ziemlich echt aussah...und während Tony und Maria von ihrer Hochzeit träumten, tanzte im Hintergrund ein Ballettpaar, und Maria's Schleier wurde von einer 'Endlosstoffrolle' abgerollt, so dass er schließlich als langer weißer Streifen auf der dunklen Bühne lag, was wirklich toll wirkte.
Sehr beeindruckend war auch die 'Beinahevergewaltigungsszene' der Jets mit Anita. Das war echt klasse gespielt, wirklich hart, und so muß es ja auch sein, man sollte ja nichts künstlich beschönigen...
Aber auch die gesamte Choreografie ob nun Tänze oder Kämpfe, war einfach spitze, bei männlichen wie weiblichen Tänzern gleich gut.
Man hat die ganzen Songs immer in englischer Sprache im Kopf, aber diese deutsche Inszenierung fand ich auch klasse, da es ja so perfekt gesungen und gespielt war, fiel das Deutsche kaum auf.
Die Kostüme und Bühnenbilder waren doch entgegen meiner Erwartungen recht bunt und abwechslungsreich. Vor allem die Bühnentechnik dort ist schon grandios. Wie zum Beispiel im Aalto Theater in Essen, hatte man auch hier viele Möglichkeiten zwischen verschiedenen Räumen hin und her zu wechseln. Da gab es zwei große Blöcke, die hoch und runter gefahren werden konnten und die sich auch um sich selbst drehten. In einem war 'Doc's Bar', wo sich ja viel abspielt, und in einem anderen 'Maria's Zimmer. Von außen waren die Blöcke mit Farbe (Graffiti) besprüht, so dass sie auch als Hinterhof, bzw. Mauern eingesetzt werden konnten. Zusätzlich gab es eine Art Stahlgerüst auf das die Darsteller klettern konnten und darunter wiederum verbarg sich ein Gewölbe, das hier als das 'Brautmodengeschäft' von 'Anita und Maria' fungierte. Dieses ganze Gerüst konnte vor und zurück und auch nach unten gefahren werden.
Für die Tanzparty, wo 'Tony' ja bekanntlich 'Maria' kennenlernt, hatte man ganz viele große gewölbte Spiegel um die Bühne platziert, die von starken Scheinwerfern angestrahlt wurden. Saß man in der ersten Reihe, war das ein einziges Lichtergeblinke und man wurde regelrecht geblendet, was ich ein bisschen störend fand, dann als es plötzlich wieder dunkel wurde, sah man ersteinmal nur bunte Lichtblitze vor Augen.
Am nächsten Tag aus größerer Höhe (erst im 2. Rang und später tiefer im 1. Rang) sah das wieder ganz anders aus, da blendeten die Spiegel nicht mehr, aber ein einziger Scheinwerfer schien einem in's Gesicht, was den gleichen Effekt wie zuvor hatte; man freute sich erst, 'oh, das blendet gar nicht mehr' doch dann ging dieser verdammte eine Scheinwerfer an und als es wieder dunkel wurde und Christian mit 'Maria' begann, sah ich wieder eine zeitlang nichts, außer bunte Lichtpunkte...ich weiß nicht ob ich das nur so empfunden habe...(oder vielleicht sollte ich mal zum Augenarzt gehen *g*...)
Aber der Sternenhimmel bei 'Heut Nacht, heut Nacht' war dann doch etwas dezenter beleuchtet

Am Ende ist es ja bekanntlich dann sehr traurig, wenn Maria den Sterbenden Tony im Arm hält. Dass sie sich schließlich auch erschießt, damit rechnet man nicht, das ist in diesem Fall noch eine besonders dramatische Wende.
Kurz, es war von allem etwas dabei, es war tragisch, witzig, rasant, leidenschaftlich. Mir hat es sehr, sehr gut gefallen und ich war froh, dass wir es sogar gleich zweimal hintereinander sehen konnten!
Am Sonntagabend ging es dann noch in's Kino, in 'Sweeney Todd' ...
