Same procedure as last year? Nicht so ganz. Diese Show konnte mit veränderter Besetzung, verändertem Programm und dem Beinahmen der Jubiläums-Tour aufwarten. Unverändert bleibt aber die Klasse dieser Gala und die Tatsache, dass ich kaum die richtigen Worte finden werde, um das Erlebte annährend in Worte zu fassen.
Pünktlich um 20 Uhr öffnete sich der Vorhang und es ging sogleich mit der Ouvertüre von der Band los. In diesem Jahr bestand die Ouvertüre aus einem Medley der Stücke, die im Laufe des Abends vorgetragen werden würden. So bekam man gleich einen passenden Einblick und wir wussten, dass unter anderem Maria, Don’t cry for me Argentina und Jesus Christ Superstar auf uns warteten.
Dann begrüßte uns Arnim Bartetzky, der sowohl als Dirigent wie auch als Moderator fungierte, zum Finale des großen Musical Hautnah Castings, was eine aufgrund der immer populärer werdenden Castingshows witzige und gelungene Einleitung war. Er forderte die 6 Finalisten auf, auf die Bühne zu kommen. Das geschah auch sogleich mit dem im Programm angekündigten 70s Medley von den sechs Darstellern des Abends. Bernie Blanks kam sozusagen als Choreograph hinein, während die anderen tanzend hineinkamen und zu Bernies Kommando tanzten. Hierbei fiel auf, dass sie dies alle ziemlich gut konnten. Das Lied, welches in diesem Medley zuerst kam, war I hope I get it aus Chorus Line, zu dem alle tanzten und sangen. Zu erwähnen wäre hierbei noch, dass alle komplett in schwarz gekleidet waren, nur Kevins Oberteil hatte noch ein grünes Muster. Gleich im Anschluss kam Willkommen Bienvenue ebenfalls aus Cabaret von Petter Bjällö. Ich kannte das Lied zuvor nicht, aber es hat mir sehr gut gefallen und mich hat sehr gefreut, dass Petter gleich zu Beginn einen Soloteil hatte, auch wenn die Klamotten nicht gerade sehr vorteilhaft waren *g*. Danach folgte noch Cabaret von Maaike Schuurmans, was mir auch ganz gut gefallen hat. Diese Liedabfolge erweckte den Anschein, dass alle 6 Finalisten einen Soloteil gleich zu Beginn zeigten und so ging es dann auch mit Sweet Transvestit aus der Rocky Horror Show von Kevin Weatherspoon weiter. Dazu zog er sein Oberteil aus und ein rotes Frauenunterhemd kam zum Vorschein, was super zu dem Lied passte und er sang sowie spielte es auch sehr lustig und überzeugend. Im Anschluss daran verließen die Herren die Bühne und die Damen sangen Little Shop aus Little Shop of Horrors. Hierbei hatte Sabine Neibersch den Solopart, was sie sehr gut gemacht hat und alle drei haben sehr schön dazu getanzt, hat mich sehr an die richtige Show erinnert. Nun kamen die drei Herrn, jetzt mit schwarzen Sakkos und mit je zwei Hüten wieder. Alle bekamen dann einen Hut, der in die Performance zu One aus Chorus Line integriert wurde. Allgemein hatte dieses Anfangsmedley die Folge, dass gute Stimmung aufkam und die Finalisten, wie sie ja so schön genannt wurden, zeigen konnten, was sie sowohl gesanglich als auch tänzerisch drauf hatten.
Nun kam Arnim wieder zu Wort und begrüßte erst einmal alle 6 nacheinander, wobei Maaike gleich, nachdem sie genannt worden war, wieder von der Bühne verschwand. Danach begann Arnim zu erklären, dass sie noch nicht mal richtig angefangen hätten, er uns aber schon etwas schuldig sei: Judith Lefeber. Seine Erklärung hierzu war dann, dass Judith sich entschieden hätte ihr erstklassiges Gesangstalent weiter zu vererben und laut ärztlicher Anweisung im Bett liegt. Mit einem großen Applaus wünschte ihr das ganze Publikum alles erdenklich Gute. Dann begann er zu berichten, dass Musical Hautnah nun 10 Jahre alt wurde, aber dadurch, dass Musicals noch immer so aktuell seien, diese Gala keineswegs verstaubt sei, sondern immer wieder neu. So kündigte er die nächsten Titel an.
Dieser nächste Block begann mit Luck be a Lady aus Guys and Dolls gesungen von Maaike. Als sie auf die Bühne kam, war mein erster Gedanke: So könnte sie glatt Lucy spielen. (Was sie im Sommer ja tun wird). Das Lied hat mir ziemlich gut gefallen. Ich kannte es zuvor nicht, es ist aber durchaus im Gedächtnis hängen geblieben, auch von der Melodie her. Maaike hat ihre eigene Art die Lieder zu singen und auch darzustellen. Bei den ersten Liedern fiel mir auf, dass sie immer etwas in die Knie gegangen war und dann sang, was etwas komisch aussah, aber wohl durchaus beabsichtigt war.
Es folgte Die letzte Nacht der Welt aus Miss Saigon von Sabine und Bernie. Dieses Lied stand mit dem englischen Titel auf dem Programm, wurde aber in Deutsch gesungen. Wirklich schönes Duett und sehr gefühlvoll gesungen. Die Stimmen der beiden harmonierten sehr gut, wobei Bernies Stimme immer, wenn er Deutsch singt, etwas kraftloser oder unsicherer wirkt, aber das machte er mit dem Gefühl wieder wett. Da ich Miss Saigon leider nicht kenne, blieb mir auch bis heute der Sinn des Liedes rätselhaft. Es war so sehr eingängig, dass man es immer wieder im Kopf hat, vor allem den Anfang des Refrains, bei dem ich mich immer wieder frage, was es mit dem Solo Saxophon, das beide besingen auf sich hat… Das Solo des Saxophons dabei passte sehr gut und war schön gespielt, aber beim Textverständnis hilft es mir auch wenig weiter. Dennoch ein schöner Song.
Wie kann ich sie lieben aus Die Schöne und das Biest verstand ich dann wieder ohne Probleme. Als Petter auf die Bühne kam, lief er wieder wie in Berlin beim Biest. Ich war sehr gespannt auf dieses Lied von ihm gewesen, da ich ihn nur den 2. Akt gesehen hatte und das Lied ja im ersten Akt gesungen wird. Als er dann begann dachte ich bei den ersten Tönen nur: Yngve! Die ersten paar Wörter hörten sich haar genauso an wie in Yngves Version, danach änderte sich das aber ziemlich schnell und er hat seine ganz eigene Interpretation gesungen. Seine Stimme passt unglaublich gut zu der Rolle des Biestes und er hat sehr überzeugend gespielt. Man hat gemerkt, dass er sich als Biest in dem Kostüm gesehen hat, denn er spielte es wirklich so, als sehe er auch noch wie das Biest aus. Seine Gesten passten immer und er lief gebückt und biestartig über die Bühne. Endlich konnte man auch mal die Mimik erkennen bei diesem Lied. Diese wirkte unterstützend und passte sehr gut zu Petters bedachten Bewegungen. Er schaute auf seine Hand, als sei es eine Klaue, riss die Augen auf, als könne er es nicht begreifen, strich sich über die Wange, als sei sein Gesicht entstellt. Man nahm es ihm wirklich ab, auch wenn sein Aussehen nichts Biestiges an sich hatte, wobei der Bart das Verwegene schon etwas unterstützte. Gesanglich, wie schon gesagt, wirklich große Klasse. Er setzt eigene Akzente, die einem im Gedächtnis bleiben und singt das Lied kraft- und gefühlvoll zugleich. Endlich hatte ich mal einen Eindruck von seiner unglaublich starken Stimme bekommen. Zu dem Lied kann ich nur sagen: Große klasse Petter!
Nun kam You’ll be in my heart aus Tarzan als Solo von Kevin. Ich wusste, dass dieses Lied ursprünglich als Duett von Kevin und Judith geplant war und war schon etwas traurig, dass Judith ja nicht mehr dabei war. Dennoch hat mir das Lied total gut von ihm gefallen. Er kam auf die Bühne und begrüßte uns, wobei er alle aufforderte mitzuklatschen, er wollte Stimmung haben. Die bekam er dann auch, da so ziemlich der ganze Saal mitklatschte. Ich mag das Lied sehr gerne und er hat es sehr gefühlvoll gesungen. Es ist seltsam, wenn man sich dann so überlegt, dass das Lied im Musical von der Affenmutter gesungen wird. Naja Kevin kanns auf jeden Fall auch und man hat nicht gemerkt, dass es ursprünglich nicht als Solo geplant gewesen war.
Erneut begann Arnim mit seiner Moderation und wies erst einmal darauf hin, dass das Casting zu Tarzan bald auf Sat.1 zu sehen sein wird. Danach ging er wieder auf das Jubiläum der Tour ein, wobei er Kevin als „lebendes Inventar“, da er seit Anfang an dabei ist, betitelte. Des weiteren meinte er auch gleiche Spielstätten wären zu schaffen, auch wenn es in Baunatal nicht der Fall war, als er auf die Funktion des Dirigenten über die 10 Jahre einging, meinte er das würde man an jeder Ecke heute finden, wobei er charmant seine eigene Leistung etwas in den Hintergrund stellte. Sinn dieses Vortrages war auf Andrew Lloyd Webber anzuspielen, denn seine Lieder mussten immer dabei sein, so auch in diesem Jahr, weshalb er ein Medley von Sir Andrew Lloyd Webber ankündigte.
Dieses begann mit dem Titelsong aus Starlight Express, wie nicht anders erwartete gesungen von dem deutschen Rusty schlechthin: Bernie Blanks. Er hat sicherlich zu Recht diese Rolle gespielt und er hat diesen Song sehr schön gesungen und auch ein bisschen dargestellt, dennoch glaub ich, dass er sich auf den Rollschuhen vielleicht etwas wohler fühlt, da seine Mimik etwas zu kurz kam. Schön war, dass während des Liedes die Discokugel angestrahlt wurde, so dass ganz viele Sterne aufleuchteten. Gefühlvoll hat er abermals gesungen und ich muss sagen, dass mir das Lied gut gefallen hat.
Als nächstes verfielen wir mal wieder in Erinnerung, in Form des Liedes aus Cats, das Maaike zum Besten gab. Ich hatte es noch zu sehr vom letzten Jahr in Erinnerung, da Judith es gesungen hatte und diese Version einfach unvergessen bleibt. Deshalb hatte Maaike es schwer mich zu überzeugen. Sie hat das Lied gut gesungen, nicht so hoch, wie ich befürchtet hatte, aber ihre Tiefen waren teilweise sehr gewöhnungsbedürftig. Wieder ging sie so in die Knie und es kamen durchaus katzenhafte Bewegungen in Spiel, woran man merkte, dass sie wirklich schon als Katze auf der Bühne stand. Beim letzten Ton ging sie noch einmal nach oben, was ihre Interpretation deutlich von Judiths abhebt, auch wenn noch viel mehr Unterschiede bestehen. Sie hat es schön gesungen, aber konnte mich nicht ganz erreichen.
Es ging, wie zu erwarten, wenn man das Webber Medley des letzten Jahres zum Vergleich nimmt, mit dem Titelsong vom Phantom der Oper weiter. Dieser wurde von Sabine und Petter dargeboten. Sabine hat nicht gerade die Christine-Stimme, aber gerade das fand ich so toll. Sie sang nicht so hoch, wie ich es kannte und durch ihre schöne Stimmfärbung wirkte das Lied ganz anders. Petter als Phantom, ich konnte ihn mir nicht vorstellen, aber dann kam er auf die Bühne und begann seinen Part zu singen und ich war begeistert. Wieder verlieh er dem Lied einen ganz eigenen Charakter. Sowohl die hohen Stellen als auch und vor allem die Tiefen waren wunderschön und kraftvoll gesungen. Beide spielten die Rollen während des Liedes sehr schön und allein an Petters Gestiken hätte man gewusst, um welches Lied es sich handelt. Die beiden haben toll harmoniert und vor allem Petter hat man die Rolle des Phantoms abgenommen. Hat mir von beiden sehr gut gefallen. Als beide schon auf dem Weg hinter die Bühne waren, endete erst die Musik und da hielt auch Petter nochmals sichtlich zu einem Standbild ein.
Erneut wurde es schneller und wie hätte es auch anders sein können, Kevin kam für den Song of the King aus Joseph auf die Bühne. Er hat wieder tolle Stimmung gemacht und er kann diesen Song auch sehr gut singen. Schade, dass er ihn auf Englisch gesungen hat, ich mag die Deutsche Version, die Matthew letztes Jahr gesungen hat, nämlich lieber. Dennoch tolle Interpretation und richtig schön gesungen.
Hierauf folgte die Bitte an ein ganzes Land, nämlich Don’t cry for me Argentina aus Evita und wieder kam Maaike, noch immer im selben Kleid, auf die Bühne. Ich war schon etwas irritiert, dass sie es sang, da es letztes Jahr an Karin Hylander gewesen war dieses Lied zu singen. Wie dem auch sei, Maaike machte ihre Sache ganz gut. Sie hat mich mit dem Lied nicht umgehauen, aber sie hat es gut gesungen. Ich glaub ich mag ihre Art wie sie singt einfach nicht übermäßig, da sie oft von unten heraussingt oder manche Töne herausquetscht, was gewöhnungsbedürftig ist, dennoch solide gesungen.
Es wurde wieder schneller und Kevin kam auf die Bühne mit dem Unverständnis für Jesus, was in seinem Song Jesus Christ Superstar aus dem gleichnamigen Musical, deutlich wurde. Wieder klatschte der ganze Saal mit und Kevin war sehr überzeugend in der Rolle des Judas. Allerdings spielt er die Rollen weniger, als dass er Show macht und man sieht ihm den Spaß dabei auch an. Jedenfalls passt dieses Stück sehr gut zu ihm, vor allem stimmlich. Ich dachte mir: Den behalten wir gleich hier, dann haben wir in Kassel immerhin nen tolles Judas (ungeachtet der Tatsache, dass ich den Judas in Kassel nicht kenne, aber Kevin wäre toll!)!
So schnell wie es fetzig wurde, kehrte auch die Ruhe wieder, indem die ersten Töne zu Nur ein Blick aus Sunset Boulevard erklangen. Langsam fragte ich mich wirklich, ob das alles so geplant war, denn schon wieder kam Maaike auf die Bühne. Auch dieses Lied hat sie recht schön gesungen. Der Blick kam besser an als im letzten Jahr bei Isabel Dörfler. Aber wie bei den anderen Liedern schon gefielen mir die hohen klar gesungenen Teile besser, als die tiefen Töne.
Wer das Medley beginnt, der darf es in diesem Falle auch mal beenden. So kam Bernie mit dem erwarteten Schau was Liebe ändern kann aus Aspects of love auf die Bühne. Da ich diesen Übergang der beiden Lieder schon aus dem letzten Jahr kannte, war es für mich das Verständlichste, dass es an dieser Stelle kam. Bernie hat wieder sehr gefühlvoll gesungen und dieses Lied schön interpretiert. Das Lied bleibt allgemein sehr gut im Ohr und ich hab mich gefreut es wieder zu hören. Wie ebenfalls aus dem vorigen Jahr bekannt, kamen in der Mitte des Liedes die restlichen Darsteller auf die Bühne, wobei seltsamer Weise Karin nicht dabei war, so dass sie beim kompletten Medley nicht ein einziges Mal auf der Bühne stand, und sangen den restlichen Teil des Liedes alle zusammen auf Englisch. War auch wieder sehr schön und die Idee das Finale dieses Medleys mit allen zu singen, finde ich nach wie vor sehr schön und es war ein gelungener Abschluss für diese großartigen Werke von Andrew Lloyd Webber.
Abermals ging Arnim seiner zweiten Tätigkeit, dem Moderieren nach. Die Frage, wie Musicals entstehen, warf er auf und erklärte, dass oft Bühnenstücke adaptiert werden würden und aus einem solchen würden wir gleich etwas hören. Außerdem erzählte er uns, dass sich das Team von MH oft gefragt hat, ob sie die 10 Jahre wirklich schaffen und dass man dazu auch Lieder in Musicals finden kann, nämlich in Hercules. Doch zuvor kündigte er noch das nächste Lied an und zwar…
Engel aus Kristall gesungen von Petter als eines der 3 Musketiere, nämlich als Athos. Dieses Lied war eines der schönsten des Abends. Wieder spielte Petter diese Rolle vom Betreten der Bühne bis zum letzten Ton, den er sang. Es war großartig! Seine Stimme passt total gut zu diesem Lied und seine Verzweiflung zu Beginn brachte er sehr gut rüber und alle Gefühle des Liedes spiegelten sich in seiner Stimme wider. Die Strophen waren überzeugend gesungen, wie immer unterstützte er das Gesungene durch Mimik und vor allem Gestik. Diese ist mir immer wieder aufgefallen und egal bei welchem Lied, es passte, er spielte die Rolle oder lebte er sie schon? Egal welches von beidem, es war auf jeden Fall sehr beeindruckend. Er stellte sich nicht nur auf die Bühne und sang das Lied, er verkörperte es auch. Erneut hat er seine ganz eigene Interpretation des Liedes hervorgebracht. Im letzten Jahr hat es Andreas Bieber gesungen, aber ich fand Petter besser. Er kann sich mit den Darstellern, die den Athos wirklich spielen, messen. Zu seiner Interpretation sei gesagt, dass er sich dadurch gerade von den anderen Athosdarstellern abgrenzt, da er anders betont. Es gab von Anfang an ein Wort, was ich bei dem Lied nie wirklich verstanden habe und zwar den „Sündenfall“. Grund dabei war, dass dieses Wort seltsamer Weise immer auf der 2. Silbe (also „den“) betont wird, was sich komisch anhört. Petter hat endlich mal anders betont, er zog das „den“ von Sünden, noch mit zu dem „fall“, den er dann stärker betonte, was dem Wort einen ganz anderen Klang verleiht und dazu noch die Dynamik des Liedes etwas auf den Kopf stellt. Dennoch bekommt er gerade das so toll hin und es hört sich einfach unglaublich interessant an. Er hat noch an ein paar anderen Stellen anders betont und sich somit dieses Lied komplett zu Eigen gemacht, was mir unglaublich gut gefiel. Bei diesem Song konnte er wieder eine ganz andere Seite von sich zeigen und ich war und bin noch immer sehr begeistert. Ich könnte noch viel mehr dazu schreiben, aber ich beschränke mich darauf es noch mal in einem Satz zu formulieren, bevor ich auf einen letzten Punkt eingehe. Das Lied war von Petter großartig gesungen, gespielt und dargestellt, er hat die Botschaft rübergebracht und es schien als steigerte er sich in diese Rolle hinein, wobei er bei dem allen seine komplett eigene, tolle und sehr interessante Interpretation hatte, die man einfach gehört und gesehen haben muss. Es sei noch zu sagen, dass er das Lied beendete, indem er sich herumdrehte, seine Arme ausstreckte und dem Lied damit ein gekonntes Ende setzte. Sofort brach Applaus und Jubel aus, zu Recht!
Es folgte der angekündigte „Werde ich es schaffen“-Song aus Hercules, der sich als Go the distance gesungen von Bernie entpuppte. Wieder ein schöner gefühlvoller, endlich mal englischsprachiger Song von ihm. Im Englischen ist er um einiges sicherer und das merkt man auch bei der Performance. Sehr schön gesungen, schönes Lied, lässt sich eigentlich nichts meckern, oder doch? Wenn man ihn mit Petter vergleicht, ist es eben wirklich so, dass Bernie die meisten Songs „nur“ singt, was ja keineswegs schlecht ist, aber mich überzeugt er deshalb nicht so ganz. Es fehlt bei seinen Liedern einfach manchmal das gewisse Etwas, was einen so in den Bann zieht. Vor allem von der Mimik und Gestik her fehlt mir ein bisschen was… Trotzdem, er erbringt eine solide Leistung und singt gefühlvoll, aber das wars auch.
Auch schon angesprochen wurde der Song One night only aus Dreamgirls, was wie von Arnim beschrieben auf einem Bühnenstück beruhte und erst danach zum Film wurde. Diesen Song sang Sabine. Endlich mal ein Solo von ihr und etwas schnelles dazu noch. Hat mir wirklich gut gefallen, wie sie diesen Song gesungen und herübergebracht hat. Gesanglich sehr schön, ihre Stimmfarbe gefällt mir und auch die Art wie sie singt. Allerdings hatten wir bei den hohen Tönen manchmal das Gefühl, das könnte noch besser gehen und dass sie vielleicht ein wenig erkältet war, aber das war kaum zu merken, wenn es überhaupt so war. Dieser Song begann erst recht ruhig und wurde dann ziemlich rhythmisch und schnell, was gute Laune seitens der Zuschauer und der Interpretin hervorbrachte. Sabine schien wirklich großen Spaß daran gehabt zu haben und ich kann das nur zurückgeben. Schönes Lied, gefühl- und kraftvoll von ihr gesungen, toll dargestellt, wirklich schön.
Dann war auch schon der erste Teil fast vorbei und Arnim kündigte die Pause an. Normalerweise hätten die Zuschauer vor der Pause immer noch einen kleinen Hammer bekommen, den gibt’s diesmal nicht. Natürlich ging ein Raunen durch die Zuschauer, aber da es die Jubiläumsgala war, sollte es ein großer Hammer sein. Also bediente er sich der Lieder von Jürgen Bockelmann, der sich als Udo Jürgens entpuppte. Was in Hamburg auf der Bühne vor sich gehe, wisse von ihnen niemand, aber ein paar Lieder aus Ich war noch niemals in New York sollte es vor der Pause geben!
Dazu kamen diesmal wirklich alle auf die Bühne. Es begann mit Aber bitte mit Sahne, danach folgte 17 Jahr, blondes Haar, bei dem Maaike immer etwas hilflos dreinschaute, da sie dunkle Haare hat, während die anderen beiden Damen ihre Haare passend vorzeigen konnten. Es ertönte dann die Melodie von Vielen Dank für die Blumen. Hierbei tanzten alle sehr schön und bedankten sich reihum gegenseitig, was zu einer lustigen Choreographie wurde, bevor nahtlos Ich war noch niemals in New York selbst anschloss. Danach fing noch mit 66 Jahren das Leben an und nach diesem Lied fing auch ohne 66 Jahre alt zu werden die Pause an.
Nach der Pause ging es weiter, erneut mit einem Medley. Nach den ersten paar Takten der Band wussten wohl so ziemlich alle, was kommen würde: Mamma Mia!
Auf der Bühne standen im 70er Style Petter, Kevin, Maaike und nun endlich auch mal Karin, die sichtlich Spaß an diesem Medley hatte. Es begann mit Mamma Mia, das alle toll sangen. Die Klamotten hatte ich ja schon erwähnt, wirklich Retrolook. Die Mädels hatten knallige enge Hosen und hohe Stiefel, sowie silberne, glitzernde Oberteile an, während Petter und Kevin bunte Hemden, Schlaghosen und Platoschuhe trugen. Es folgte Money Money Money, wozu toll getanzt wurde und natürlich die Money Bewegung durfte nicht fehlen. Als nächstes sangen sie Knowing me knowing you, wobei alle 4 bei dem zweiten „aha“ die Mikros in Richtung Publikum hielten. Beim Übergang zum nächsten Lied ahmten alle die Klavierakkorde nach, um dann zu tanzen, da Dancingqueen kam. Bei dem nächsten Lied des Medleys (ich weiß nicht genau wie es heißt) hörte man Petter unglaublich stark raus, da er einfach mal dazu ansetzte ein paar Töne länger auszuhalten, was sehr beeindruckend war. Zuletzt kam noch Thankyou for the Music, wobei Maaike den kurzen Solopart zu Beginn hatte. Wirklich schöne Lieder, die letztes Jahr in dieser Kombination auch schon vorgetragen wurden, aber es hat einfach nur Spaß gemacht, dem Publikum und so wie es aussah auch den vier Interpreten. Es ist schön Stimmung aufgekommen und bei den meisten Liedern wurde fleißig mitgeklatscht.
Nun wurden ein paar Lieder angekündigt, deren Thema in jedem Musical vorkommt, Liebeslieder! Zuerst eine ganz andere Liebe und zwar die Liebe zwischen Tochter und Vater: So kam aus Die Schöne und das Biest das Lied Zuhaus, das Sabine zum Besten gab. Abermals ein sehr schönes Solostück von Sabine. Ich kann sie mir richtig gut als Belle vorstellen, sowohl vom Aussehen und Schauspiel als auch vom Gesang. Das Lied mag ich sowieso sehr gerne und sie hat es total schön gesungen. Auch sie singt ihre eigenen Interpretationen, was ich sehr schön finde. Sie spielt die Rollen auch während sie singt. Mir hat gefallen, dass sie als zweites Solo ein deutsches ruhiges Stück bekommen hat, gute Auswahl. Hab ihr das Lied von vorn bis hinten abgenommen, so schön gefühlvoll, aber dennoch bestimmt hat sie es gesungen und mit dem letzten Ton gezeigt, dass sie auch hoch kommt. Schön!
Mit Maria aus der West Side Story folgte ein klassisches Liebeslied. Es war an Bernie dieses Lied zu singen. Ein englisches Liebeslied für Bernie? Was will man mehr, passt wie die Faust aufs Auge. Ich glaub von ihm war es eines der schönsten Lieder. Maria mag ich soweit ganz gerne, aber bisher war Maria immer das Beispiel gewesen, wenn wir in Musik einen Tritonus brauchten, aber bei Bernie klang es gar nicht so schräg, wie dieses Intervall es meist heraufbeschwört. Wie schon bei den restlichen Liedern hat er sehr gefühlvoll gesungen und das ist bei diesem Lied einfach ein Muss! In jedem Wort steckte Gefühl, das machte das Lied einfach wunderschön und man hatte wirklich das Gefühl er meint, was er da singt. Auch seine Mimik passte ganz gut zu dem Song, da er eh meist ein starkes Lächeln auf dem Gesicht trug und das war dem Schwärmen angemessen. Schönes Lied, das ich von ihm gern noch einmal hören würde.
Als drittes Liebeslied, denn alle guten Dinge sind drei, kam noch Gold von den Sternen aus Mozart! , von Maaike gesungen. Ich glaub, das ist in meinem Bericht der häufigste Satz, den ich verwendet habe und noch verwenden werde, aber sie sang ihre ganz eigene Interpretation. Diese erzählende Geschichte von dem König, der seinen Sohn schützen will, sang sie sozusagen in verschiedenen Rollen. Zum einen in der Form der Erzählerin und in der Rolle des Vaters. Da sang sie dann verstellt tief, was wieder so von unten heraufgeholt war und mir nicht besonders gefallen hat, wobei die Idee das so zu unterschieden echt gut ist, aber mir gefallen ihre hohen Töne nun mal besser. Man merkt, dass sie diese Rolle schon verkörpert hat und dementsprechend war es auch sehr schön, selbst wenn mir ihre Stimme nicht immer so gefällt, sie hat dem Lied angemessen gesungen und ihre Interpretation ist gelungen.
Arnim kündigte nun ein todernstes Musical an: Hair. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, ist es schon sehr ernst, wobei dieser Ernst mit der Flower Power Bewegung etwas überdeckt wird und so war es auch im folgenden Medley.
Ich muss zugeben, dass ich Hair nicht wirklich kenne und die Lieder zum ersten Mal gehört hab. Zuerst kam Auqarius und alle kamen auf die Bühne und hatten Hippiklamotten an, wenn man es mal so nennen kann. Es begann der lustige Teil der Show, denn alle schienen etwas durch den Wind zu sein. So kam eine der Dame (ich meine es war Karin) rein und tippte mit ihrem Zeigefinger ganz erstaunt und langsam auf die Nase des Gitarristen. Aber auch die anderen waren sehr geistig abwesend, will ich mal sagen. Es folgten noch die Lieder Where do I go und Let the Sunshine. Beide sehr schön und es herrschte wirklich eine „alles ist gut“- Stimmung. Auch die Darsteller schienen wirklich happy. Die Lieder waren sehr schön gesungen, wobei alle zusammen sangen. Bei einem Lied sang Bernie den Solopart und da er eine grell-orange Hüfthose anhatte, bei der man Angst haben musste, dass sie nicht runterrutscht, ging er dann zurück zu den anderen und wollte Mitleid für seine Blinddarmnarbe… Auch die anderen Kostüme waren nicht besser, aber durchaus passend zu dem halb abwesenden Verhalten. Bei Let the Sunshine hörte man wieder Petter unglaublich stark raus. Alles in allem ein sehr gelungenes Medley, wobei sie sichtlich ihren Spaß hatten.
Dies kommentierte Arnim mit: „Sehen Sie wie glücklich sie waren? Als wär in dem Nebel etwas drin gewesen.“ Zu genial diese Sprüche von ihm. Daraufhin las er eine Beschreibung des nächsten Musicals, das einen Film nacherzählte, vor. War ebenfalls sehr lustig. Dann kam er auch schon, der vorletzte Programmpunkt: Das Dirty Dancing Medley.
Es war im Prinzip auch genauso wie im letzten Jahr, aber wer glaubt, dass es deshalb weniger lustig war oder, dass ich deshalb nicht viel dazu schreiben müsste, der hat sich geirrt. Dadurch, dass die Besetzung doch ziemlich abweicht, war es sogar noch witziger als zuvor. Das erste Lied sorgte schon gleich für Stimmung, nur leider weiß ich nicht wie es heißt. Auf jeden Fall war es ein schöner Einstieg. Danach musste Kevin mal wieder von den hungrigen Augen erzählen und sang Hungry eyes zusammen mit Maaike. Haben beide sehr schön gemacht und toll gesungen. Lustig wurde es dann, als Petter und Bernie zu Hey Baby auf die Bühne torkelten. Das war schon aus dem letzten Jahr bekannt, aber die beiden waren so überzeugend und Kevin tat so als würde er Petters Fahne zehn Meilen gegen den Wind riechen, einfach ganz große Comedy, was die dort anstellten. Dazu brachte dieses Lied einfach total Stimmung und alle mussten lachen und haben begeistert mitgeklatscht. Die drei Männer wurden dann alle von der Bühne verfrachtet und Sabine sang Magic Moment. Hat mir sehr gut gefallen und das Lied passt schön zu ihrer Stimme. Nach diesem kurzen ruhigen Teil wurde es schlagartig wieder schneller und Sabine blieb gleich, um Kevin und Petter abwechselnd die Frage Do you love me an den Kopf zu schmettern. Sie hat es sehr schön rüber gebracht und wie Judith im Jahr zuvor immer schön abwechselnd die beiden angeschaut und auf deren Gesten eingegangen. Hier sei auch das Verhalten der Männer festzuhalten. Beide beteuerten Sabine, dass sie der Richtige seien und versuchten sich hervorzutun, was witzig war. Petter spielte wieder mit solch einer Ernsthaftigkeit diese lustige Rolle und als er sich zum Schluss auf ein Knie sinken ließ, hatte er gewonnen und Sabine setzte sich auf sein anderes Knie und umarmte ihn. Seine Mimik und die großen Augen dabei waren einfach zu köstlich! Doch das war noch nicht alles, der Knaller folgte direkt im Anschluss, als Kevin und Sabine den armen Petter allein auf der Bühne ließen. Dieser sah richtig hilflos drein und hatte mit seinen verbeulten Jeans schon den Anschein eines Teenagers gemacht, denn er begann nun Teenager in love zu singen. Seine verzweifelte hilflose Mimik bevor er anfing zu singen, war schon sehr rührend, aber als er nun die erste Zeile zu singen begann, konnte ich nicht mehr vor Lachen! Er sang ganz Teenager-like mit einer zum Kindlichen verstellten Stimme, es war der Hammer! Er hörte sich richtig wie so ein kleines Kind an und sah auch so aus, was er durch seine geniale Mimik und Gestik schaffte. Ich muss noch immer lachen, wenn ich an dieses Lied denke, zu schön! Man nahm ihm dieses leidende als Teenager in love wirklich ab und seine Stimme klang nicht nur lustig, sondern auch traurig, worüber man natürlich noch mehr lachen musste. Vor allem die Leitfrage: "Why must I be a Teenager in love?" Kam so ernst gefragt in dieser niedlichen kindlichen Stimme rüber, hätte man nicht lachen müssen, hätte er einem glatt Leid tun können. In der zweiten Strophe hatte er dann auch Stellen, an denen man an der Stimme gemerkt hat, dass er sich auch zwischendurch freut, bis er wieder zu der traurigen Frage kam. Ich wunder mich immer noch wie er es schaffen kann so ernst zu bleiben! Wie er ne Schnute gezogen hat oder so hilflos dastand und diese Frage in den Raum sang, es war zu lustig. Das kann man gar nicht beschreiben, das muss man gesehen und vor allem gehört haben, ich werde über das Lied glaube ich ab jetzt immer Grinsen und Petter da stehen sehen, ganz große Klasse und total witzig! Das ganze Publikum hat gegrölt und als er fertig war gejubelt! Lustig gings dann auch noch weiter mit dem zweiten Teil von Hey Baby, zu dem wieder Bernie und Kevin torkelnd hineinkamen. Sie sangen und Petter stand etwas irritiert auf der Bühne herum, vor allem weil sie sangen „Would you be my girl“ und nur die drei Herrn auf der Bühne waren. Petter hat versucht nicht auf sie zu reagieren, sondern sah so aus, als suche er die angesprochene, schön gemacht. Die Stimmung hatte nach diesen Liedern wirklich ihren Höhepunkt erreicht und Bernie nahm dann Petter mit raus, der sich etwas wehren wollte, das Sabine doch gerade zu Kevin auf die Bühne gekommen war. Die beiden sangen nun Time of my life. Kevin hab ich selten so tief gehört, wunderschön. Er hat richtig viel Volumen bei an den Tag gelegt und mal nicht nur Show gemacht. Auch Sabine hat sehr schön gesungen und auch zu ihrer Stimme passt das Lied. Beide haben ein wenig zu dem Lied getanzt, was sehr schön aussah und natürlich gut passte. Gegen Schluss des Liedes kamen die anderen 4 noch auf die Bühne und sangen sowie tanzten mit, sehr schöner Abschluss dieses Medleys. Das ganze hat unglaublich gute Stimmung im Saal aufgebracht und es war auch unglaublich schön und vor allem super witzig!
Die gute Stimmung kommentierte Arnim damit, dass schmutzig tanzen uns wohl Spaß machen würde, wieder eine lustige Anmerkung. Dann begann er sich zu bedanken, erstmal beim Publikum, danach bei den ganzen Mitarbeitern hinter der Bühne, die das Publikum nie zu sehen bekam, dann noch bei der Musical Hautnah Band, die für ihre großartige Live Musik einen großen Applaus bekam, der kaum enden wollte. Zuletzt bedankte er sich noch bei allen Darstellern. Es wurde geklatscht wie verrückt und gejubelt so laut es ging. Dabei fiel allerdings auf, dass vor allem Petter den meisten Jubel bekam, womit er gar nicht gerechnet hatte, was man eindeutig an seinem überraschten, aber auch anerkennenden Gesichtsausdruck sah. Kevin bekam allerdings genauso viel Jubel wie Petter, die beiden waren einfach großartig. Kevin war es dann auch, der sich noch bei Arnim bedankte, zu Recht! Der Applaus wollte kein Ende nehmen und so gab es zum guten Schluss natürlich noch das Grease Medley von allen sechs Darstellern.
Es begann sehr stimmungshaft mit ein paar schnellen Liedern, die einfach nur Spaß machten, sowohl den Darstellern als auch dem Publikum, das begeistert mitklatschte. Petter machte wieder Blödsinn und wir mussten immer wieder zu ihm schauen, so auch beim nächsten, ruhigeren Lied, das Bernie sang. Wie im letzten Jahr tanzten zwei Paare zusammen, während die anderen beiden sich noch nicht so ganz gefunden hatten. Maaike irrte herum und unterhielt sich die ganze Zeit mit dem einen Musiker, als wollte sie ihn dazu überreden mit ihr zu tanzen, aber letztendlich musste sie doch zu Bernie zurück und hat mit ihm vorlieb genommen. Das war die eigentliche Haupthandlung des Songs, aber ich hab kaum auf Maaike oder Bernie, auch wenn dieser genau vor mir stand, geachtet. Auch Sabine und Kevin sind etwas unter gegangen, denn Petter hatte mal wieder unsere fast ungeteilte Aufmerksamkeit. Er tanzte mit Karin, diese sah allerdings ein wenig angewidert drein und schien nicht so recht viel davon zu halten. Petter hing mit seiner Wange an ihrer Schulter, was zu einer total witzigen Grimasse führte und klammerte sich auch so an sie. Dabei muss man sagen, dass seine Hand von Karins Rücken immer weiter nach unten wanderte, was von ihr natürlich nicht unbemerkt blieb und sie haute ihm jedes Mal auf die Finger, was Petter einen Gesichtsausdruck des Schmerzes und der Enttäuschung entlockte. Es sah unglaublich witzig aus und er spielte es wie schon bei allen anderen Sachen total echt und ernst. Zu toll wie er da an ihr hing. Nachdem Maaike und Bernie sich dann gefunden hatten, wechselte der Song und es kam Summer Nights. Die Soloparts hatten Sabine und Petter. Von beiden sehr schön gesungen und passend gespielt. Gesanglich von beiden sehr schön und schauspielerisch klasse. Nun folgte noch The one that I want (wenns denn so heißt), wobei alle sehr schön gesungen haben und es einfach nur Spaß gemacht hat. Während dieses Liedes muss es auch gewesen sein, dass Petter ziemlich angestrengt Karin zeigte was für Muskeln er doch hatte, wobei er den Arm anspannte und zu hoffen schien, dass er so lange durchhält, bis sie es auch bemerkte. Sie fühlte dann und war sichtlich beeindruckt, Petter wiederum sehr erleichtert. Zu köstlich, vor allem als er dann wieder sang, hielt er den Arm erneut so, als wolle er zeigen: Bin ich nicht stark? Einfach witzig! Danach kam wieder ein langsames Lied und Petter tanzte mit Karin, diesmal war sie aber überzeugt von ihm und er hing auch nicht mehr so ganz schlapp an ihrer Schulter. Seine Hand durfte nun tief rutschen und sein Geschichtsausdruck dabei war zu schön, er strahlte richtig! Wer genau das Lied gesungen hat, ist eine gute Frage, ich meine es war Sabine, aber da wir so durch Petter abgelenkt waren, ist das schwer zu sagen… Zum Schluss kam noch ein schnelles Lied, was die Stimmung noch einmal erhöhte und alle hatten totalen Spaß! Dieses Medley war uneingeschränkt ein super gut gelungener Schluss. Jubel und Applaus wollten kaum ein Ende nehmen. Zugabeschreie ertönten und denen wurde dann letztlich auch nachgegeben. Kevin und die restlichen fünf, wobei er den Solopart hatte, kamen noch einmal auf die Bühne und sangen eine sehr schöne und recht lange Zugabe, die ich nicht wirklich einordnen kann. Auf jeden Fall ein sehr schöner Schluss und es hätte noch sehr viel weiter gehen können! Es gab abermals einen langen Applaus und alle winkten und verabschiedeten sich. Der Vorhang ging nun wirklich zu und das letzte Lied war verklungen, wenn auch der Applaus und die Begeisterung noch anhielten.
Nachdem ich nun die Show schon so auseinander genommen habe, muss ich trotzdem noch einmal auf alle Interpreten einzeln eingehen.
Karin Hylander
Was war denn los? Schon beim Betrachten des Programms war mir aufgefallen, dass von ihr kein Solo aufgeführt war und ihr Name allgemein nur sehr selten zu lesen war. Anders war es auch mit ihrer Bühnenpräsenz nicht. Sie stand unglaublich selten auf der Bühne und hat nur bei den Medley (außerdem dem von Webber) mitgemacht. Lieder, die sie im letzten Jahr gesungen hatte, sang dieses Mal Maaike… Ich hab mich echt gewundert, warum sie nur so selten da war. Die einzige Erklärung dafür wäre, dass es ihr nicht gut ging… Aber wenn es so war, hat sie bei den Medleys gut geschauspielt, denn da schien sie richtig viel Freude dran zu haben, schon sehr seltsam. Sie war auch als einziges nach der Show nicht draußen, also irgendwas war nicht so ganz in Ordnung. Ich hätte gern mehr von ihr gehört und fand es sehr schade, dass sie eigentlich überhaupt nicht allein gesungen hat (vielleicht ist auch was mit ihrer Stimme?!?)… Dennoch schienen ihr die Medleys Spaß zu machen.
Sabine Neibersch
Auf sie war ich sehr gespannt, da ich schon viel Gutes gehört hatte und viele begeistert von ihr waren. Ich schließe mich dem an, sie war toll. Ob bei Solosongs oder bei den Medleys. Es hat Spaß gemacht ihr zu zu hören und zu zu schauen. Sie hat teilweise auch das Publikum aufgefordert mitzuklatschen, was natürlich für Stimmung sorgte. Dass sie Spaß hatte, konnte man ihr richtig ansehen und ich hab mich immer wieder gefreut, wenn sie was gesungen hat. Ihre Stimme gefällt mir sehr gut, schöne Klangfarbe, vor allem in den Tiefen, aber auch die Höhen bekommt sie, wobei ihre Stimme immer angenehm bleibt. Sie ist ja sozusagen als Ersatz für Judith als letzte ins Boot gekommen, aber sie passt super hinein und ich würde mich freuen sie noch mal irgendwo zu sehen und hören. Hat mir gut gefallen, was ich ihr nach der Show auch gesagt hab, als sie freundlich Autogramme gegeben hat, sehr sympathisch. Alles in allem wirklich schön, dass sie dabei war.
Maaike Schuurmans
Sie hatte ich wohl vor 9 Jahren schon mal als Erzählerin bei Joseph, aber erinnern kann ich mich kaum. Aufgefallen ist, dass sie sehr viele Soloparts hatte, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass sie die Stellen, die eigentlich Karin singen sollte noch übernommen hat. Stimmlich konnte sie mich nicht an allen Stellen überzeugen. Ihre Stimme ist schön, aber in manchen Facetten sehr gewöhnungsbedürftig. Ihre Tiefen, wie ich oben schon angeführt hab, gefallen mir nicht sonderlich, weil es nicht so sehr natürlich klingt. Ihre Höhen sind schön, auch wenn sie manchmal ein wenig knetscht. Schauspielerisch war sie gut und hat die jeweiligen Rollen auch gespielt, was mir gut gefallen hat. Bei den Medleys hatte sie ihren Spaß und hat gut mit den anderen harmoniert. Sie hat mich alles in allem überzeugen können, da sie eine gute Leistung gebracht hat, aber sie hat mich nicht umgehauen.
Bernie Blanks
Bei ihm hat mir vor allem ein wenig die Mimik gefehlt. Oft schaute er ziemlich gleichgültig drein oder lächelte seltsam, was manchmal unpassend oder etwas gequält wirkte. Bei den englischen Liedern war es besser als bei den deutschen, womit ich schon beim nächsten Punkt wäre. Im Deutschen war er manchmal etwas unsicher, das war bei englischen Songs nicht so der Fall. Deshalb wird mir wohl „Maria“ auch am besten gefallen haben von ihm. Vom restlichen Schauspiel her war er gut, auch wenn er mehr die Lieder sang als auch die Rollen dazu spielte. Ein Zitat von Arnim trifft das ganz gut (auch wenn es anders gemeint war): „Bernie Blanks wird gleich als Herkules auf der Bühne stehen… (Arnim hält seinen Arm hoch, schaut zur Seite, rappelt sich wieder und fährt fort) Er wird gleich den Herkules singen.“ Natürlich war es auf die Kraft der Rolle bezogen, aber es passt durchaus zu Bernies Darbietung der Lieder. Gesungen hat er dennoch gefühlvoll und auch die Medleys machten ihm Spaß. Das Fazit könnte ähnlich wie bei Maaike ausfallen: Er hat mir gefallen und eine gute Leistung gebracht, sein Gesang war gefühlvoll, aber von der Mimik fehlte einfach etwas, weshalb er mich nicht immer überzeugen konnte.
Kevin Weatherspoon
Wie letztes Jahr auch schon: Toll! Zu Anfang hat er immer richtig für Stimmung gesorgt. Wenn er auf die Bühne kam, war gute Laune und Action vorprogrammiert. Aber auch die sachten Töne, wie bei „Time of my life“ haben sehr gut zu ihm gepasst und er konnte zeigen wie wandelbar er ist. Es ist schon eine großartige Leistung von Anfang an dabei zu sein und immer wieder so viel Spaß an der Show zu haben, denn das hatte er auf jeden Fall! Er hat auch sehr toll mit allen anderen harmoniert und ich find es immer wieder schön, wie er das Publikum miteinbezieht, da er immer will, dass alle mitklatschen. Er hat eine sehr sympathische Art auf der Bühne (wie auch danach beim Autogrammegeben) und entertaint einfach die ganze Show, was super zu ihm passt. Er ist immer lustig und scheinbar nonstop gut gelaunt, was sehr abfärbt. Egal welches Lied er gesungen hat, es hat mir gut gefallen und er hat von schnellen Action Liedern über das gefühlvolle Songs bis hin zu tiefen und kräftig Tönen alles gegeben und die verschiedenen Facetten seines Könnens gezeigt. Er ist zu Recht ein lebendes Inventar und einfach große klasse! Würde ihn auch gern mal außerhalb von Musical Hautnah sehen.
Petter Bjällö
Seit Aida Zeiten hab ich nur Gutes von ihm gehört, schade, dass er nichts daraus gesungen hat. Letztes Jahr hab ich ihn endlich live gesehen, in Berlin als Biest im 2. Akt (und er konnte sich an die Show sogar noch erinnern!). Allerdings war er da verborgen unter dem Kostüm und viel zu singen hatte er nicht. So hab ich mich sehr gefreut mehr von ihm zu hören und ich bin begeistert! Er war der Beste an diesem Abend! Stimmlich ganz große Klasse, ob tief oder hoch, er sang super und er hat eine Kraft in der Stimme, bewundernswert. Immer wenn alle zusammen gesungen haben, wen hat man rausgehört? Petter! Er hat sowohl gesanglich als auch schauspielerisch und tänzerisch alles gegeben. Er hat jede einzelne Rolle gespielt, egal ob ernst oder lustig und dabei auch noch total überzeugt. Er ist wandelbar und hatte sichtlich seinen Spaß. Bei manchen Szenen wundere ich mich noch immer wie er da ernst bleiben konnte! Schauspielerisch wirklich großes Kompliment. Und auch von der Mimik und Gestik her, alles passend und wirksam eingesetzt, was seine Lieder noch schöner machte. Zu erwähnen wären noch seine tänzerischen Fähigkeiten. Auch wenn er der kräftigste der drei Herren war, was nicht zu übersehen war, hat er doch am meisten getanzt und scheinbar richtig Spaß gehabt. Denn relativ zum Schluss bei einem Lied machten alle eine Drehung, aber was machte Petter? Genau, zwei! Er hat wirklich alles gegeben und war nach den Liedern, wo viel getanzt wurde, dementsprechend geschwitzt. Eine weitere kleine Sache, die zu erwähnen ist, wäre, dass vor der Show ein Mikro auf die Bühne gelegt wurde. Wir fragten uns für wen das wohl sein mag, die Antwort: Petter! Beim ersten Lied tanzten alle (schon da haben wir Petters Tanzkünste bewundert) und dann machte Petter plötzlich einen Spagat und griff sich das Mikro neben dem Monitor. Wirklich klasse! Wo ich bei Mikro bin, fällt mir gerade noch ein, dass er nach dem DD Medley das Mikro einfach mal in die Hosentasche steckte, damit er die Hände zum Klatschen frei hatte, sehr lustig. Ich fass es abschließend mal zusammen: Petter war großartig, sowohl stimmlich hat er mich umgehauen, als auch schauspielerisch, wobei mir vor allem seine Mimik und Gestik sowie die Tatsache, dass er jede Rolle spielte, besonders gefallen haben, tänzerisch hat er alles gegeben und sein komödiantisches Talent, vor allem bei den letzten Medleys, war toll. In einem Wort: Genial! Und hoffentlich bald wieder.
Die Musical Hautnah Band
Natürlich nicht zu vergessen die super tolle live Musik! Die 8 Musiker haben für eine tolle Atmosphäre gesorgt und alle Lieder toll gespielt. Im Vergleich zum letzten Jahr war die Band nicht mehr so laut, was zu einem besseren Zusammenspiel zwischen Musik und Interpreten führte. Auch war dieses Jahr eine Frau mit von der Partie, die 4 Blasinstrumente spielte. Während eines der letzten Lieder hatte der Gitarrist ein Solo und alle spielten Luftgitarre vor ihm, was sehr lustig aussah und ihm würdigen Respekt zukommen ließ. Es bleibt nur zu sagen, dass die Band großartig war und es ohne Band unvorstellbar wäre!
Arnim Bartetzky
Arnim hat seine beiden Aufgaben als Dirigent und Moderator wieder toll gemeistert und mit viel Witz und Charme durch die Show geführt, was auch sehr viel ausmacht. Allerdings hatte er auch einen kleinen Versprecher: „Aber wir sind ja Musical Highlight, wir sind ja Musical Hautnah eine Highlight Show.“ Ich hatte außerdem das Gefühl, dass er im letzten Jahr mehr erzählt hat, dennoch waren seine Moderationen wieder sehr gekonnt. Er macht es einfach toll, ohne die Moderation würde etwas fehlen!
Wie auch im letzten Bericht möchte ich wieder ein paar seiner Zitate für sich sprechen lassen:
- „Herzlich Willkommen zum Castingfinale für 10 Jahre Musical Hautnah. Nach monatelangen Castings in ganz Deutschland sind 6 Finalisten übrig geblieben. Wir bitten nun die Finalteilnehmer auf die Bühne.“
- „Wir haben noch nicht ganz angefangen, wir sind gerade dabei ein bisschen Fahrt aufzunehmen, da bin ich Ihnen schon etwas schuldig. Ich bin Ihnen Judith Lefeber schuldig. Judith hat sich dazu entschlossen ihr wahnsinniges, erstklassiges Gesangstalent weiter zu vererben. Sie ist im Begriff Mutter zu werden und liegt laut ärztlicher Anordnung im Bett. Ich denke es ist auch in ihrem Sinne, wenn wir ihr von hier aus alles erdenklich Gute wünschen.“
- „Ich glaube so etwas nennt man lebendes Inventar.“
- „Bernie Blanks steht hier gleich als Herkules… sing gleich den Herkules.“
- „Am besten aus Zeitgründen schauen Sie wo die Schlange länger ist, am Klo oder am CD Stand.“
- „Wie haben Sie denn den Herrn Bockelmann überstanden?“
- „Und wir haben alle glücklich gemacht, haben Sie gesehen, wie die von der Bühne gegangen sind? Als wär in dem Neben was drin gewesen.“
- „„Die Musik ist geil“ – Steht da.“
- „Das macht Ihnen also Spaß hier in Baunatal? Habe verstanden, schmutzig tanzen.“
- „Wir wünschen Ihnen noch ein schönes Restjahr 2008.“
Zum Schluss noch ein paar allgemeine Anmerkungen.
Das Publikum war unglaublich gut drauf. Zwar brauchten alle ein wenig Anlauf, aber dann wurde gejubelt was das Zeug hält, was für ein nordhessisches Publikum nicht gerade normale ist

Während der ganzen Show hab ich mich gefragt, was es mit diesem Monitor genau auf sich hat, verstanden hab ich es nicht. Vor allem Bernie schaute immer darauf, wenn er rein kam. Maaike schaute einmal mitten bei „Gold von den Sternen“ drauf, was unsere These mit dem Text ein wenig widerlegte, da sie den ja kann. Aber auch Petter schielte einmal, als er tanzte, darauf. Einen wirklichen Zusammenhang sehe ich da nicht und das Phänomen Monitor bleibt mir nach wie vor ein Rätsel.
Die Mischung der Songs, sowohl bekannt – unbekannt sowie englisch – deutsch, was sehr gelungen und allgemein die Liedauswahl fand ich sehr gut, selbst wenn die Medleys teilweise wie letztes Jahr waren durch die wechselnden Interpreten machte das nichts aus.
Nach wie vor bleibt es sehr schade, dass Judith nicht dabei war, denn nur wegen ihr wollte ich eigentlich hin gehen, aber auch die anderen haben mich überzeugt, vor allem Petter. Ich frag mich wie begeistert ich gewesen wäre, wenn Judith auch noch dabei gewesen wäre und wie lang mein Bericht dann wäre.
Zur Show bleibt nur zu sagen: Musical Hautnah ist auf jeden Fall einen Besuch wert, diese Gala hat Klasse und Stil, die Interpreten sind wirklich toll und es ist eine lustige, sowie begeisternde Show.
Dieser Bericht ist ein Versuch diese erstklassige Show in Worte zu fassen, aber es man muss es einfach gesehen haben, Musical Hautnah ist fantastisch und feiert zurecht das 10jährige Jubiläum!