"The New Starlight Express" - Preview, 10.06.2018Bei Starlight Express in Bochum wurde pünktlich zum 30. Jubiläum die Show runderneuert. Nachdem Andrew Lloyd Webber im April im letzten Jahr die Show gesehen hatte, war er der Ansicht, dass dringend etwas geändert werden müsse. Was das genau war, daraus wurde ziemlich lange ein Geheimnis gemacht. Nach und nach sickerten dann Informationen durch, dass man unter anderem die Rolle der Frau stärken möchte und daher aus „Papa“ eine „Mama“ macht. Im September gab es erste Workshops in London, die gerade bei Fans, die schon länger dabei sind, positiv angekommen sind. Bei vielem anderen rief jede neue Ankündigung der neuen Show einen Mega Shitstorm hervor. Ich wollte mir aber erst mal selbst ein Bild machen und mir die Show ansehen, bevor ich irgendwie mir ein Urteil bilde. Nachdem dann die ersten Berichte der ersten Previews online waren am Mittwoch und Donnerstag, wurde ich kurz skeptisch, denn es kam so gut wie nichts positiv an. Aber nachdem ich nun am Sonntag in der letzten Preview war, bin ich total geflasht. Denn es hat mir super gefallen.
Als ich die Show vor 20 Jahren zum ersten Mal gesehen habe, war sie anders als das was in den letzten Jahren gespielt worden ist. Nach einer längeren Pause bin ich seit 2015 wieder dabei und mir gefiel es zwar, aber mir entging nicht, dass es halt mehr eine Art „Spektakel“ mit ordentlich Beat war als noch das Mystische, was ich in meinen ersten Shows gesehen habe. Leider ging auch durch Änderungen viel von der Handlung verloren. Das hat sich nun meiner Meinung nach verändert, wenn die neue Version hat irgendwie mehr Stimmigkeit wieder in der Handlung.
Was einem zuerst auffällt, wenn man den Saal betritt ist, dass die Modelleisenbahn über dem Parkett nun leuchtet. Also die Schienen, wenn ich das richtig deute auf meinen Fotos, leuchten. Zeitgleich wird sie von hinten angestrahlt, sodass man auf der Bühne genau in der Bowl auch einen Zug durchfahren sieht, wenn er gerade im Strahl ist. Generell wird jetzt bei Starlight viel mit Projektionen gearbeitet. Am Anfang sieht es z.B. aus wie in einer Bahnhofshalle.
Dann fängt die Ouvertüre an und wenn das Kind ins Bett soll, hört die Modelleisenbahn auf zu fahren. Denn das Kind muss jetzt schlafen gehen und schließlich „können die Loks ja nicht ohne das Kind fahren“. Dann singt die Mutter, dann kommt diese Starlight-Musik, die Bahn wird wie gehabt nach oben gezogen und irgendwann ruft das Kind, also Control, „Schluss mit der langweiligen Musik“ und verkündet die Weltmeisterschaft und stellt die Engines vor: Coco (eine Frau), Espresso, Manga (ehemals Hashamoto), Ruhrgold, Brexit und Turnov. Dann wird Greaseball vorgestellt und es geht in „Rolling Stock“ über, wo alle mittanzen, auch die anderen Engines.
Dann kommt Rusty mit „Crazy“ reingefahren und Control sagt sowas in der Art: „Das ist ja Rusty, meine erste Lok – da war ich 6.“ Rusty hat nun nur 3 Wagen dabei: Dinah, Belle (Barwagen) und Carrie (Gepäckwagen). Pearl wird danach reingebracht als neue Lok, die sich Control „für 3 Wochen Taschengeld“ gekauft hat. Hier treffen Pearl und Rusty zum ersten Mal aufeinander mit einem recht lustigen Dialog: Rusty: „Freunde?“ Pearl: „Ja!“ Rusty: „Mehr als Freunde?“ Pearl: „Nein!!“
Die Mädels, vor allem Dinah, sind in der neuen Version viel selbstbewusster und sagen den Loks, dass ohne sie ja keine Passagiere mitfahren. Dann gibt es das neue Lied „Ich bin ich“ (Ohrwurm-Alarm!). Was ich auch ganz klasse fand, dass man hier und da immer mal wieder eine Melodie oder einen kleinen Textteil von der ganz alten Produktion entdeckt. So gibt es kurz vor oder nach „Ich bin ich“ einen Dialog auf die Melodie von „Stellt euch bloß vor dieser Angeber bildet sich ein […]“, was ja schon ewig nicht mehr in der Show vorkam – der Text ist nun eben geändert, aber die Melodie ist gleich.
Dann „Fracht ist Macht“ – die Rockies sind wieder da, aber mit komischen Kostümen und Rocky 3 ist nun auch ein Mädel. Und Caboose ist auch total anders. Er ist jetzt jemand, der sich für alles Geld geben lässt. Wo Caboose früher viel rot mit wenig schwarz war, ist es jetzt eher umgekehrt: viel schwarz und wenig rot und zudem noch ein verrückter Hut. Passend dazu dann auch noch die Kreuz-Ohrringe von Daniel Ellison XD
AC/DC mit Electra in neuem Look – der leuchtet viel. Ich fand das Kostüm nicht allzu schlecht, ist aber etwas gewöhnungsbedürftig. Dann gibt es die neue Rolle Killerwatt (*lol*), Joule, Wrench und eine männliche Volta (sorry, ich als Volta-Fan finde das grausam).
Danach kommt Pumping Iron, wie gehabt. Zumindest der Anfang. Was generell auffällt ist, dass viel mehr Leute nun auf der Bühne teils stehen und mitwirken. So tanze z.B nach dem Dance Break nicht mehr die Mädels einzeln mit GB, sondern die Engines kommt auch auf die Bühne und jeder hat seinen eigenen Tanzpartner.
Danach ging es wie gehabt weiter. Allerdings stand Pearl bei „Hilf mi verstehn“ nur rum, ohne groß Choreo. Finde ich Geschmackssache – ich fand es nicht allzu schlecht, aber mal sehen ob das wirklich so bleibt.
Die Rennen sind anders aufgestellt und jetzt ist es so, dass Charaktere, die kein Rennen laufen, sich ins Publikum stellen und von dort aus anfeuern. Im 1. Rennen fährt GB mit Dinah (wie bisher), Manga mit Wrench (früher Hashamoto und Volta), Electra mit Pearl und Turnov mit Caboose.
Danach kommt dann Mamas Blues – ich war schon sehr auf Reva Rice gespannt und wurde nicht enttäuscht. Klasse Stimme!!! Vor allem ist es lustig, wie Mama drauf ist, als Rusty nicht mit Pearl fahren will. „Dann nimm halt Flat Top! Oder ‚nen Rocky!“ Mama fährt auch nicht einfach so im 2. Rennen, sondern nur, weil Brexit freiwillig ausgestiegen ist.
Im 2. Rennen fahren dann Mama und Dustin, Ruhrgold und Carrie, Espresso und Volta und Coco mit Belle. Hier dachte ich noch. „Klasse Inszenierung. Mama fällt am Schluss vor Erschöpfung durch das Ziel – wie passend.“ Leider war das aber ein richtiger Sturz und Reva musste am Ende von „Bummellok“ von 3 Leuten von der Bühne geholt werden.
„Starlight Express“ hat wieder den alten Text.
Der 2. Akt geht los mit Rap, aber mit Teilen der alten Parade, u.a. „Klappe, Dinah!“ XD
Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, „G.E.K.U.P.P.E.L.T.“ in „A.B.G.E.H.Ä.N.G.T zu ändern, gehört gesteinigt. Sorry, das geht gar nicht. Beim Singen das Ähhhh zu buchstabieren, das klingt so unfassbar dämlich, wie eine blökende Ziege.
„Girls Rolling Stock“ gibt es nicht mehr.
„Mein Spiel“ ist endlich wieder deutlich länger, aber nicht mit dem ganz alten Text („Robin Hood – behielt die Beute“ und so wurde nicht wieder eingeführt).
Dann kommt irgendwann die „Starlight Sequenz“ – das war ja schon irgendwie cool. Zuerst fliegen um Rusty kleine leuchtende Sterne (Drohnen), später wird er dann auf einem Podest nach oben gefahren und aus seiner Brust springt eine Discokugel, die angestrahlt wird. Reva war hier nicht zu sehen aufgrund ihrer Verletzung. Nach der Pause kam der Theaterleiter auf die Bühne und erklärte, dass man Reva nicht mehr auf Skates stellen wolle. Sie will aber weitermachen („The show must go on“). Daher sang sie die Sequenz aus dem Off und am Ende auf eine Rollstuhl von den Rollstuhlplätzen. Respekt! Klasse Frau!
Nach dem 3. Rennen dann „Nicht der rechte Zeitpunkt.“ Das war zum Einschlafen. Vieles ist in der neuen Version langsamer orchestriert, was mir ganz gut gefällt – aber dieses Lied war dermaßen lahm. Ich hoffe, dass sie das nochmal ändern.
Beim 4. Rennen gibt es nun auch einen wirklich mega lauten Schlag, wenn GB, Caboose und Electra zusammen stoßen.
Der Rest ist dann eigentlich auch fast so wie bisher. Kleine Änderungen vielleicht hier und da, aber die großen Änderungen dürfte ich nun aufgezählt haben.
Meine Bilder vom Megamix (wo fotografiert werden darf, nur so am Rande):
https://flic.kr/s/aHskCRdNwo