Am 31.12.2009 hat es dann endlich geklappt, ich war in Scarlett Pimpernell, und eines vorweg, die rutschige Anfahrt hat sich mehr als gelohnt. Das Stück ist einfach großartig und die Musik von Frank Wildhorn so orhwurmverdächtig wie man sie schon von Jekyll & Hyde kennt. Das Bühnenbild ist einfach aber ok. Das Stadttheater ist meiner Meinung nach aber schlecht ausgestattet was Akustik und Klima betrifft.
Besetzung:
Sir Percy Blakeney - Hans Neblung
Marguerite St. Just - Maike Switzer
Armand (Marguerites Bruder) - Oliver Nöldner
Chauvelin - Ralph Ertel
Marie Grosholtz - Yvonne Blunk
Tussaud, ihr Verlobter - Lukas Baranowski
Zur Handlung will auch ich hier nicht soviel schreiben. Das Stück spielt in England und Frankreich zur Zeit der französischen Revolution. Sir Percy, frisch verheiratet mit Marguerite, einer französischen Schauspielerin, führt ein Doppelleben. In England spielt er den blasierten Snob, in Frankreich den Scarlett Pimpernell, der Adlige vor dem Tod rettet. Das ist Chauvelin, dem Polizeichef, ein Dorn im Auge. So erpreßt er seine frühere Geliebte Marguerite zur Spionagage. Am Schluß kommt es zum finalen Duell zwischen Sir Percy und Chauvelin im Schatten der Guillotine.
Besondere Gags: Zum einen Sir Percys wiederholtes langegezogenes Chau - ve - lin, wobei er mit seinem Seidentuch immer ein imaginäres "Z" in die Luft zeichnet (Zorro war aber ca. 25 Jahre später)

Zum anderen als Chauvelin dachte, er hätte Sir Percy geköpft, dieser aber kurz danach quicklebendig wieder vor ihm stand. Marie Grosholtz, verheiratete Tussaud hatte nämlich einen Wachskopf von Sir Percy angefertigt, der bei der Hinrichtung zu Boden fiel. Sir Percy sagte, daß man noch viel von Madame Tussaud hören würde
Besonders überzeugt hat mich wieder einmal Maike Switzer. Sie hat eine so unglaublich schöne und glasklare Stimme.

Hans Neblung hat mir wieder gut gefallen. Viele Besucher meinten, daß er die Rolle zu albern und kindlich gespielt hätte. Ich habe ihn und Maike nach der Vorstellung an der SD getroffen. Hans sagte, daß die Rolle absichtlich so angelegt ist. Wie gesagt, ich fands gut, aber das Publikum war auch eher Ü55 und konnte damit und auch mit dem Running Gag "Chau - ve - lin" und dem Zorro-Zeichen wohl nicht viel anfangen. Es kam auch keine richtige Stimmung im Publikum auf, das hatten auch Maike und Hans auf der Bühne mitbekommen, vielleicht lag es aber auch an diesem besonderen Tag, daß fast nur ältere Herrschaften im Publikum waren.
Ach ja, besonders erwähnenswert ist auch noch Ralph Ertel als Chauvelin. Er hat mich richtig positiv überrascht. Sowohl spielerisch als auch stimmlich fand ich ihn sehr gut.
Ich kann das Stück absolut empfehlen und würd's mir jederzeit gerne wieder ansehen.