Graf von Krolock Jan Ammann
Sarah Sanne Buskermolen
Prof. Abronsius Christian Stadlhofer
Alfred Krisha Dalke
Chagal Jerzy Jeszke
Magda Linda Konrad
Herbert Florian Fetterle
Koukol Andras Simonffy
Rebecca Heike Schmitz
Mein 10. Besuch bei den Vampiren in Oberhausen war keineswegs wie die anderen. Was war eigentlich anders?
Sarah wurde von Sanne Buskermolen gespielt, die mir leider gar nicht gefiel. Sie blieb stimmlich ziemlich blass und kommt meiner Meinung nach bei weitem nicht an die Ausstrahlung von Anne Hoth und Nele-Liis Vaiksoo heran. Dass sie im Badezimmer ihr Kleid nicht angezogen bekam und „nackt“ zu ihrem Bett transportiert wurde und später die roten Stiefel zunächst vertauschte, will ich mal gar nicht bewerten. So etwas kann ja auch passieren.
Christian Stadlhofer und Krisha Dalke als Prof. Abronsius und Alfred waren das Dreamteam schlechthin. Sie harmonierten prima miteinander und haben stimmlich total überzeugt. Mein Lieblings-Alfred setzte sein schelmisches Grinsen etwas dezenter als sonst ein – das war perfekt. Und der Professor war genial in seiner Darstellung. Durch seine besonders gelungene Gestik gab es viel zu lachen.
Ach, Jerzy Jeszke als Chagal hatte wohl vergessen, „Blut“ zu tanken. Er biss Magda ohne dieses Lebenselixier in den Hals. Das war witzig, weil er sich danach genauso wie immer den Mund abwischte, wo es aber nichts abzuwischen gab. Und Magdas Hals blieb auch sauber ...
Schön war auch, dass Florian Fetterle wieder da war und einen wunderbaren Herbert gespielt hat. Hervorragend in der Darstellung, nicht übertrieben und großartig gesungen. Klasse!
Alle anderen Darsteller (bis auf den Grafen ...) haben mir wie immer gut gefallen; besonders auch die Tanzsolisten und das Tanzensemble.
Jan Ammann als Graf von Krolock hat wieder mal eine sensationell gute „Unstillbare Gier“ hingelegt. Da war es wieder, das Gänsehautgefühl. Auch sein „befreeeeiiin“ vor dem Schloss war einfach fantastisch (gefühlte 30 Sekunden). Da bleibt mir schon mal die Luft weg, so überwältigend ist das.
Na ja, aber einiges hat mir auch gar nicht gefallen. Dass er jetzt vieles rockiger singt als in der Anfangszeit der Vampire kann ich vielleicht noch verschmerzen. Diese Verschmelzung von fantastischer Opernstimme mit dem Einsatz einzelner rockiger Elemente in den schönen Balladen ist für mich einfach nur genial. Leider überwiegt inzwischen der rockige Anteil.
Mutiert der Graf jetzt zum Tenor?? Dieses Gefühl könnte man durchaus haben, wenn diese eigentlich traumhafte Baritonstimme in Höhen gerät, die dieser Stimmlage wohl eher nicht entsprechen. Dieses „Abdriften“ ins Tenorlager wirkt auf mich oft sehr angestrengt und lässt dadurch manche Töne einfach nur schrill erklingen. Ganz besonders war das bei der „Totalen Fisternis“ der Fall, die mir erstmals überhaupt nicht gefallen hat. Da haben Jan und Sanne keine Glanzleistung abgegeben.
Ich wünsche mir den Grafen Jan Ammann wie in den Anfängen zurück. Mit einer schönen, sanften und opernhaften Baritonstimme, die auch Rockelemente einfließen aber nicht überwiegen lässt und der auch nicht zwischendurch in die Tenor-Stimmlage wechselt. Das war zu Beginn der Vampir-Zeit in Oberhausen einfach das Nonplusultra und so sollte es auch wieder sein. (Wünsche kann man ja mal äußern ...).
So, etwas anderes gibt es auch noch zu berichten:
Beeindruckt hat mich der Dirigent Bernd Steixner, den ich schon aus dem Essener Colosseum-Theater und auch aus dem Theater des Westens in Berlin kenne. Im Gegensatz zu seinen Kollegen in Oberhausen vergoss er nicht einen Schweißtropfen und legte eine große Gelassenheit und Routine an den Tag. Aber menschliche Regung zeigte er doch, als drei Vampir-Fans in der ersten Reihe nach jeder Szene in lautstarkes Kreischen ausbrachen und Herr Steixner erschrocken zusammenzuckte. Ich habe auch einen leichten Hörschaden davongetragen, weil ich direkt daneben saß.

Alles in allem war es eine gute Aufführung, aber halt nicht so überwältigend, wie ich es vorher schon oft erlebt habe und ich es mir für meinen nächsten Besuch wieder wünsche.