Besetzung vom 19.07.2009
Graf von Krolock: Jan Ammann
Sarah: Sabrina Auer
Professor Abronsius: Sven Prüwer
Alfred: Tibor Heger
Chagal: Jerzy Jeske
Magda: Linda Konrad
Herbert: Jacub Wocial
Koukol: Andras Simonffy
Rebecca: Heike Schmitz
Tanzsolisten:
Csaba Farago, Amanda Huke, Paul Knights, Vanni Viscusi
Gesangssolisten:
Riccardo Greco, Maciej Salamon
Tanzensemble:
Milena Alaze, Ian Oswald, Raphaela Pekovsek, Veronique Spiten, Kerstin Zinser-Zwanzig
Gesangsensemble:
Janaina Bianchi, Sandra Bleicher, Anne Hoth, Kevin Hudson, Timea Kecskes, Michaela Schober, Matthias Stockinger
Dirigent:
Martin Gallery
Da heute wieder ein perfekter Tag zum Gruft suchen war, begab ich mich am frühen Vormittag nach Oberhausen, um zunächst an der Schlosskasse meine Karte in Empfang zu nehmen. Anschließend begab ich mich zum Schlosseingang um auf den Schlossherrn zu warten. Dort traf ich ein zunächst ein Ehepaar aus Köln an, die auf die gleiche Idee gekommen waren. Nach und nach trafen alle Vampire bzw. Darsteller in Menschengestalt ein. Nur wer nicht erschien, war der Schlossherr persönlich und wir wurden doch etwas nervöser, da der Zeiger unser Uhr auf 3 Uhr zurückte und wir schon seit 1 1/2 Stunden am Schlosseingang ausharrten. Hatte sich der Herr Graf alias Kevin Tarte von einem Nachtvogel in einen Tagvogel verwandelt und war heute schon sehr zeitig vor unserem Eintreffen in seine Schlossgarderobe verschwunden?! Gegen kurz vor 3 erschien dann ein anderer Grafendarsteller noch in Menschengestalt. Es handelte sich um Matthias Stockinger und wir nutzten die Gelegenheit, ihn anzusprechen und um ein Foto zu bitten. Hierzu war Matthias gerne bereit und es war interessant, den Grafendarsteller, den ich schon 2 x in dieser Rolle sah, kennenzulernen.
Es stellte sich aber für uns die weiterhin spannende Frage, würde der für heute angekündigte Schlossherr noch erscheinen oder war Kevin Tarte aufgehalten worden. Um 15.30 Uhr war immer noch kein weiterer Grafendarsteller aufgetaucht und wir begaben uns in Schloss, denn die Vorstellung sollte um 16.30 beginnen und eine Stunde vorher hat man bereits Gelegenheit, sich im Schloss aufhalten zu dürfen. Wie immer wurden wir zunächst sehr freundlich durch das Schlosspersonal begrüsst und wir steuerten den Schlosssouvenirstand an, um einen Blick auf die Besetzungsliste zu riskieren. Etwas verwundert aber dennoch hocherfreut stellten wir fest, dass eine Besetzungsänderung vorgenommen worden war. Es entzieht sich leider meiner/unserer Kenntnis, weshalb der Schlossherr Kevin Tarte nicht erschienen war. Vielleicht waren die letzten Tage zu anstrengend für den Herrn Grafen gewesen und er musste sich einer Bluttransfusion unterziehen und hatte deshalb seinen Kollegen und Erstbesetzung Jan Ammann gebeten, die heutige Vorstellung zu übernehmen.
Die Zeit bis zum Einlass in den Schlosssaal verging wie im Flug und schon nahmen wir unseren Platz ein. Nach einem etwas längeren Telefonat des Dirigenten hob sich dann endlich der Vorhang. Es war wieder ein Genuss, in die Dunkelheit eintauchen zu dürfen. Zunächst erschien der Assistent des Professors, Alfred, auf der Bühne um nach denselbigen zu suchen. Alfred wurde heute gespielt von Tibor Heger, den ich zum ersten Mal in der Rolle sah, wie auch Sven Prüwer als Professor. Beide gefielen mir sehr gut in der Rolle und waren ein bereits sehr gut eingespieltes Team. In der Gruft brachte Alfred den Professor wieder zur Verzweifelung, als ihm rein gar nichts gelingen wollte und nicht den Mumm hatte, die beiden schlafenden Vampire zu pfählen. Zunächst wollte Alfred in seiner Verzweifelung auch den Sohn des Grafen pfählen anstatt den Schlossherrn persönlich. So befahl ihm der Professor schließlich wieder hinauf auf die Zinnen zu kommen. Tibor Heger hat einen netten kleinen Akzent und Sven Prüwer rollt das R genauso wie sein Vorgänger Gernot Kranner, der uns leider gen Wien verlassen hat. Auch zum ersten Mal sah ich Jacub Wocial als Herbert. Er gefiel mir nicht minder als Florian Fetterle, sogar noch ein wenig besser. Es unterlief im zwar ein Zungenbrecher bei Endlich jemand, der mir die Langeweile nimmt aber Jacub war herrlich zickig bei Wenn Liebe in dir ist. Sabrina Auer als Sarah gefiel mir auch sehr gut, heute hatte ich eine fast komplette andere Besetzung als bei meinen vorherigen Besuchen im Schloss. Die Ahnengalerie war heute wieder komplett besetzt, in einem der Bilder sass Matthias Stockinger mit seinem Ewigkeitskostüm des Pagen von Napoleon. In der Szene auf dem Friedhof habe ich Matthias auch gleich entdeckt. Ich bewundere ihn jedesmal, wenn Matthias im Gesangsensemble auf der Bühne steht, wie er mit diesen hohen Stiefeln, die zum Kostüm gehören, tanzen und auch gleichzeitig noch singen kann. Ich denke, dass muss auch bei der Zugabe zum Schluss sehr schweißtreibend sein.
Und nun last but not least zum Grafen. Seit welcher Uhrzeit sich Jan Ammann vor der Vorstellung in seinem Schloss aufgehalten hat oder ob er erst nach 15.30 Uhr erschien, um sich in den Grafen von Krolock zu verwandeln, entzieht sich ebenfalls meiner Kenntnis. Für letzteres spricht, dass Jan Ammann heute seine Kontaktlinsen nicht trug. Offenbar fehlte ihm die Zeit, sich diese einzusetzen. Was mir aber während der Vorstellung aber besser gefiel, denn so kamen seine ausdrucksstarken Augen besser zur Geltung. Dies war besonders bei der Unstillbaren Gier der Fall. Da ich diesmal einen Platz in Reihe 2 und das Glück hatte, dass Jan Amman in dieser Szene dann direkt vor mir am Bühnenrand kniete, konnte ich quasi seinen Blick vis a vis verfolgen.Das war schon wirklich atemberaubend während der gesamten Vorstellung genauso wie sein Gesang. Ich stoppe nie die Zeit, wie lange Jan Amman einen Ton halten kann, aber es erscheint nicht nur mir bei Befreien und der unstillbaren Gier eine unendliche Zeitspanne zu sein. Nur bei der Szene als Abronsius ihm seine Visitenkarte überreichte, schien es mir als ob der Graf ein wenig Probleme hatte, den Text auf der Visitenkarte lesen zu können. Ich gebe hier aber zu bedenken, dass der Graf mit seinen über 300 Jahren, wesentlich älter ist als Abronsius ist und da kann man schon ein Problem mit der Alterskurzsichtigkeit haben. Ohne aber in die Verlegenheit zu geraten, den Professor um seine Brille zu bitten, konnte Graf von Krolock erfreut feststellen, dass es sich bei seinem Besucher um den berühmten Professor aus Königsberg handelte. Natürlich gelang es dem Grafen auch ohne Sehhilfe hervorragend, bei der Unstillbaren Gier seinen Weg zwischen den Gräbern und schließlich zum Ballsaal zu finden, wo er mit scharfen Auge entdeckte, dass sich Abronsius und Alfred unter den Ballgästen befanden. Auch gelang es Sarah nicht, ihm zu entkommen und wurde letztendlich von ihm in den Hals gebissen.
Bei der Zugabe, bei dem das Ensemble noch einmal alles gab, wurde dies vom begeisterten Publikum durch Standing Ovations direkt nach dem letzten Tanzschritt honoriert. Der Jubel und Applaus über eine besonders gelungene Vorstellung steigerte sich immer mehr, bis Jan Ammann als letzter auf die Bühne kam.
Nach der Vorstellung begab ich mich noch einmal zum Schlosseingang, wohin sich auch zahlreiches Schlosspublikum einfand. es dauerte auch nicht lange, bis der Graf alias Jan Ammann wieder in Menschengestalt erschien und sich gut gelaunt jedem Gast widmete, der ihm um ein Foto und/oder Autogramm bat. Auch mir gelang es, Jan Ammann um ein gemeinsames Foto zu bitten. Eine schöne Erinnerung an eine besonders gelungene Vorstellung und eine perfekte Abrundung. Der Herr Graf nahm sich dann noch die Zeit, um ein wenig über die Vorstellung zu plaudern und dass ihn heute Koukol besonders zum Lachen gebracht hat. Jan Ammann gestand sogar, dass es ihm auf Grund der Scherze von Koukol schwerfiel nicht einfach laut loszulachen. Man hätte es diesem symphatischen und hervorragenden Darsteller des Grafen aber sicherlich gern nachgesehen. Anschließend verabschiedete sich der Herrr Graf Jan Ammann gebührend von seinen Schlossgästen und wünschte allen einen schönen Abend
P.S. Die Fotos von Jan Ammann und Matthias Stockinger werden bei Gelegenheit folgen, da ich momentan auf Grund eines technischen Problems mit meinem Laptop keinen Internetzugang daheim habe.