Private oder Staatliche Uni?

Alles rund um die Ausbildung zum Musicaldarsteller bzw. zur Musicaldarstellerin.

Moderatoren: Sisi Silberträne, Elphaba

Benutzeravatar
Julilepapillon
Grünschnabel
Beiträge: 5
Registriert: 20.03.2015, 21:36:35

Private oder Staatliche Uni?

Beitragvon Julilepapillon » 02.04.2015, 13:14:17

Hallöchen Liebe Leute,


nun habe ich mich schon einige Wochen lang informiert und mich beschäftigt die Frage, was wohl besser ist?
Ich weiß, dass die Anforderungen an der UDK Berlin mega hart sind, und die Chance da genommen zu werden, wenn man in einer Sparte (z.B. Tanz) nicht wirklich Vorkenntnisse hat, ist wohl recht unwahrscheinlich.
Nun gibt es auch Schulen, die ja nicht staatlich sind, also privat.

Mir wurde gesagt, an denen ist das Auswahlverfahren doch individueller und auf kleinere Rückstände wird Rücksicht genommen, wenn der Rest wirklich gut ist und man talentiert ist.

Nun meine Frage: Hat es später bei der Jobsuche arge nachteile, wenn man nicht auf einer Staatlichen war, sondern auf einer privaten? Sind die Abschlüsse, die man erhält, genau gleichberechtigt?


Liebe Grüße an euch alle :)

Benutzeravatar
serena
Musical-Fan
Musical-Fan
Beiträge: 2905
Registriert: 13.08.2011, 13:59:32

Re: Private oder Staatliche Uni?

Beitragvon serena » 02.04.2015, 22:28:44

Hi du,
das dürfte an den Schulen genau so sein, wie an anderen Hochschulen auch.

Prinzipiell sind die Abschlüsse gleichwertig, denn als offizielle Berufsfachabschlüsse müssen sie einheitliche Standards haben. Aber dennoch gibt es Schulen, die bei potentiellen Arbeitgebern im positiveren Licht erscheinen als andere. Allerdings wird das offiziell niemand bestätigen, weder von den Schulen selber (natürlich nicht), noch von den potentiellen Arbeitgebern.

Und sich darauf verlassen und nur oder hauptsächlich danach die Schulen aussuchen, an denen man sich bewirbt, halte ich für sehr gewagt. Denn niemand garantiert dir, dass du an den Schulen einen Platz bzw. nach dem Besuch der "besseren" Schule wirklich einen Job bekommst. Sich auf den Namen der Schule "ausruhen" funktioniert in keinem Job.

Benutzeravatar
Musical Arts
Grünschnabel
Beiträge: 59
Registriert: 08.03.2011, 00:18:24

Re: Private oder Staatliche Uni?

Beitragvon Musical Arts » 03.04.2015, 00:40:14

Hallo Julilepapillon,

vorab möchte ich eines gleich klarstellen: Ich spreche für eine private Schule, die in der Trägerschaft eines gemeinnützigen Vereins ist. Wir haben den Anspruch, eine Ausbildung anzubieten, die der an staatlichen Schulen möglichst gleichwertig ist. Da wir als gemeinnütziger Träger keinen Gewinn erwirtschaften müssen und da bei uns vieles ehrenamtlich gemacht wird (gestern habe ich mit einigen anderen den ganzen Tag in der Schule verbracht, weil in diesen Ferien eine neue Küche eingebaut wird, die eines unserer Mitglieder gespendet hat), können wir vieles machen, aber wir haben keine finanzielle Unterstützung durch staatliche Stellen, wie das an den Unis der Fall ist, wo der Staat praktisch alles finanziert.
Also: Wenn Du die Chance hast, genommen zu werden, ist eine staatliche Uni immer vorzuziehen. Sie ist sehr viel billiger (außer dem recht niedrigen Semesterbeitrag fallen keine Gebühren an) und die Ausbildung ist über jeden Zweifel erhaben. Aber die Zahl der Plätze ist extrem begrenzt und einer erfolglose Aufnahmeprüfung ist nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass man für den Beruf weniger geeignet ist. Auch an den Unis will man einen gewisse Mischung von unterschiedlichen Typen und Charakteren haben und vielleicht ist der eigene Typ gerade nicht gefragt oder schon besetzt.
Absolventen von Unis tun sich etwas leichter, zu Auditions eingeladen zu werden, weil sie einen gewissen Bonus haben, aber auf der Audition müssen sie auch Leistung bringen, da zählt dann nur noch, was man zeigen kann.

Bei den privaten Schulen gibt es sehr große Qualitätsunterschiede, auch eine staatliche Anerkennung (die wir noch nicht haben, aber das Verfahren ist in der Endphase) ist nicht unbedingt ein Maßstab. Ich kenne staatlich anerkannte Schulen, die von ihrer Aufsicht sehr genau überwacht werden und ich kenne andere, bei denen teilweise die Hälfte des eh schon knappen Unterrichts ausfällt, ohne dass sich jemand daran stört. Es ist recht schwierig, die richtig einzuschätzen. Ein Maßstab sind sicher die Absolventen und was diese tun, da sollte man aber nur die der letzten paar Jahre berücksichtigen, wer vor 10 oder mehr Jahren dort war, ist kein Maßstab mehr, zwischenzeitlich kann sich im Unterrichtskonzept und den Ausbildungsinhalten viel geändert haben.
Es gibt eine ganze Reihe von Kriterien, die man berücksichtigen sollte, die alle hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Einige wichtige:
[*]Stundenplan: Was ist alles enthalten, was muss zusätzlich bezahlt werden, wie lange dauert eine Unterrichtsstunde (45/60 Minuten), wie viel Einzelunterricht ist enthalten?
[*]Lehrkräfte: Wie ist die Qualifikation, sind konkrete, nachprüfbare Engagements und Tätigkeiten angegeben oder nur allgemeine Angaben (z.B. "zahlreiche Engagements an Theatern und Schaupsielhäusern"), wechseln sie häufiger ?
[*]Schulorganisation: Wie groß sind die Jahrgänge? Große Jahrgänge sind nicht per se schlecht, wenn die Gruppengröße im Unterricht angemessen ist, nicht jede/r fühlt sich in der sehr familiären Atmosphäre eines kleineren Jahrgangs wohl. Es soll aber Schulen geben, die sehr große Anfängerjahrgänge aufnehmen und nach einem Jahr extrem reduzieren, das hat nicht mit mangelnder Begabung oder Leistung zu tun (dann würde das Auswahlverfahren nicht stimmen), sondern allein wirtschaftliche Gründe: Im ersten Jahr ist in der Regel der Anteil des Einzeluunterrichts geringer, als in den Folgejahren und damit die Kosten; bei in der Regel gleichen Gebühren bringt der/die Schüler/in mehr Profit.

Wenn Du mehr wissen willst, können wir gerne auch mal dazu telefonieren (ich würde Dir meine Telefonnumer per PN schicken), oder Du kommst uns mal besuchen. Bei uns kann man z.B. eine Probewoche machen, da hast Du die Gelegenheit, an fast dem gesamten Unterricht teilzunehmen oder wenigstens zuzuschauen und nach einer Woche bekommst Du ein ausführliches Feedback, wo Deine Stärken und Schwächen liegen und was Du zur Vorbereitung auf eine Audition tun solltest. Oder Du kommst zum kostenlosen Schnuppertag oder zu einem Workshop.
Aber auch ohne dem kannst Du Dich gerne an mich wenden.

Liebe Grüße
Andreas
Musical Arts
Academy of the performing Arts
Hauptstraße 17-19, Gebäude 6326
(Alte Waggonfabrik)
55120 Mainz
Tel.: 06131-9307044
Mail: academy@musical-arts.de
www.musical-arts.de


Zurück zu „Fragen zur Ausbildung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron