Amocklauf, Mobbing und Gewalt an Schulen

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Wer ist für die Gewalt an Schulen verantwortlich ?

 
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Duckly
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Amocklauf, Mobbing und Gewalt an Schulen

Beitragvon Duckly » 19.11.2007, 12:07:51

Folgendes hat sich vor ein paar Tagen in Köln ereignet =>

http://news.de.msn.com/panorama/Article ... id=6731169

<=

Wie denkt ihr über die zunehmende Gewaltbereitschaft der Jugendlichen ? Sind die gewalttätigen Jugendlichen Opfer oder tatsächlich Täter ?
Wer müsste für die Ausuferung der Gewaltbereitschaft verantwortlich gemacht werden ? Lehrer, Eltern oder Schüler ?

Wie könnte eine Lösung des Problems eurer Meinung nach aussehen ?

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jellimmy

Beitragvon jellimmy » 19.11.2007, 13:29:10

ganz ehrlich: ich finde amokläufe unter jugendlichen sind so unglaublich, ich kann mir gar nicht vorstellen, was der grund dafür ist.
natürlich sind die meisten "täter" außenseite, genauso der, der in köln amok laufen wollte. ich habe gehört, dass er ne opferliste oder so was hatte. :roll:
ich glaube, dass in solchen menschen etwas vorgeht, was ich (noch) nicht verstehen kann und ich glaube, dass es da viele faktoren gibt, die "schuld" daran sind, dass menschen so etwas tun. :roll:

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Annie

Beitragvon Annie » 19.11.2007, 18:30:01

Ich kann mich da auch nicht auf eine Antwort festlegen. Ich habe Mobbing in der Schule selbst erlebt! Und weiß wie grausam sowas ist.
Einerseits liegt es sicherlich an der Erziehung, aber es liegt auch an den Lehrern und Lehrerinnen, denen es jedenfalls in meiner Schulzeit am Allerwertesten vorbeiging, wenn in der Klasse jemand gemobbt wurde.
Das sich ein Jugendlicher der tagtäglich fertig gemacht wird irgendwann wehrt und ausrastet ist eigentlich nur eine Frage der Zeit...natürlich wird nicht jeder Außenseiter zu einem Amokläufer, nicht das ich hier falsch verstanden werde! Aber irgendwann kann man es denke ich nicht mehr verkraften.

Leider gibt es da zu wenige die eingreifen, die sich mit den Außenseitern beschäftigen, mit ihnen reden, ihnen einfach nur helfen!

Manche Eltern sollten sich mehr um ihre Kinder kümmern, einige kennen noch nicht mal mehr gemeinsame Mahlzeiten...geschweige denn lustige Spieleabende oder Abends eine Vorlesestunde! Irgendwann tanzen die Kinder den Eltern auf der Nase herum und die Eltern werden mit ihren eigenen Kindern nicht mehr fertig!
Die Lehrer werden dann mit den Schülern erst recht nicht mehr fertig und können sich nicht durchsetzen, ich finde das sollte man als Lehrer schon beherrschen, auch wenn ich verstehe, daß das schwer ist!

Ich für meinen Teil bin froh, daß ich die Schulzeit hinter mir habe und finde es schlimm, daß es in den vielen Schulen immer gewalttätiger zugeht.

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Beitragvon ChristineDaae » 10.12.2007, 16:56:51

Ich kann das auch aus Sicht dieser Mobbing-Opfer sehen, obwohl ich sicher niemals jemanden töten würde, nur um mich zu "rächen". Aber ich weiß, wie schrecklich man sich fühlt, wenn immer alle auf einem herumhacken und nichts besseres zu tun haben, als immer über einen zu lästern.
Wenn dann in der Schule auch noch schlechte Noten dazu kommen und das Gefühl, dass Lehrer einen unfreundlich behandeln, dann ist es klar, dass schonmal eine gewisse schlechte Grundstimmung da ist.
Wie das so ausarten kann, kann ich mir schlecht vorstellen, aber wenn sie sich ihr ganzes Leben lang nutzlos und benachteiligt fühlen und auch von ihrem Charakter her einen Hang zur Gewalt haben, sieht man ja, was das Ergebnis ist.
Wirklich "Schuld" hat meiner Meinung nach niemand. Jeder gibt einen Teil dazu: Die Mitschüler, die mobben, die Lehrer, die (bewusst oder unbewusst) die Schüler benachteiligen oder ihnen das Gefühl dazu geben, die Eltern, die das Verhalten ihrer Kindern nicht bemerken oder absichtlich übersehen und natürlich in gewisser Weise auch die Schüler selbst, die es zulassen, sich von anderen, die das Ganze wahrscheinlich nur als Spaß sehen, so angegriffen zu fühlen.
Ich weiß, wie dieses Gefühl ist, und ich weiß auch, dass man sich sehr leicht durch unfreundliche oder aggressive Bemerkungen angegriffen fühlt, aber wie schon Eleanor Roosevelt gesagt hat: "Niemand kann dir ein Minderwertigkeitsgefühl geben ohne deine Einwilligung."
Ich bin sicher nicht die einzige, die das lernen musste, und gemobbt zu werden ist hart, aber wer das so ernst nimmt, dass er dafür bereit ist zu töten, der ist meiner Meinung nach einfach krank.
Sicher ist es auch nicht besser, dazusitzen und nichts zu tun, aber einfach Leute umzubringen! :shock:
Ich bin froh, dass ich nicht so ausgeflippt bin.^^
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Beitragvon Sisi Silberträne » 10.12.2007, 18:19:18

Ich glaube, dass da viele Faktoren zusammen spielen. Das Umfeld natürlich, die Menschen darin, Eltern, Freunde, Lehrer... nicht zuletzt wie stark Gewalt darin veranktert ist. Hier heißt das Schlüsselwort Hemmschwelle. Wer wenig mit Gewalt zu tun hat, und so erzogen wird sie zu vermeiden, wer über seine Probleme reden kann, und jemanden hat, der zuhört, wird sicher nicht so leicht diese Hemmschwelle überschreiten, wie jemand, der viel mit Gewalt zu tun hat. Sei es in Form der Behandlung zu Hause, einhergehend mit gewalttätigen Computerspielen, Filmen etc. wo es tatsächlich eine Lösung zu sein scheint, wild um sich zu ballern. Nur das ist es eben nicht. Wer von euch kennt "Mehr Waffen, mehr Feinde" von Christina Stürmer? Das Lied dreht sich um gewalttätige Spiele und deren Einfluss, wenn sich die Grenzen zwischen Realität und Phantasie vermischen. Als das Lied heraus kam, scheinen sich eigenartigerweise doch so einige Jugendliche auf den Schlips getreten gefühlt zu haben.

EDIT: bei der Umfrage fehlt mir der Punkt "mehrere Faktoren"
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Marius

Beitragvon Marius » 13.12.2007, 17:33:06

Ich glaube das bei diesem Problem viele Faktoren eine Rolle spielen. Viele Kinder und Jugendlich werden heute viel zu oft sich selbst überlassen. es fehlt ihnen an einer gesprächskultur und sie sind oft nicht in der Lage ihre Probleme und Bedürfnisse den Erwachsenen mitzuteilen. Ich denke oft haben sie auch das Gefühl ihnen höre ja keiner zu. Bereits in der Grundschule kann so etwas beginnen und Lehrer stehen diesem oft machtlos entgegen. was soll man auch tun, wenn man versucht den Kindern Werte zu vermitteln, die sie sonst nicht vorgelebt bekommen? Was soll man machen wenn man die Regel ausgibt, lass uns über deine Probleme und Konflikte reden, wenn sie sonst hören geh Fernsehen (oder Plystation spielen) und störe uns nicht?
Auh Mobbing ist ein faktor der in vielen Sitationen durchaus in der vierten Klasse bereits vorkommt. Aber gerade bei größeren Kindern werden die Mobbing Atacken immer heftiger. Auch da stehen viele ohnmächtig daneben.
Aber ich denke eines der größten probleme ist die schweigende Masse. Viele Mitschüler bemerken, dass jemand gemobbt wird und sich nicht wehren kann, sind aber nicht bereit diesem zu helfen. Frei nach dem Motto : besser der als ich. Also ist es kein Wunder, wenn einige Jugendliche durch einen Amoklauf, suizidversuchen oder sonstiges laut um Hilfe schreien.

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Duckly
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Beitragvon Duckly » 13.12.2007, 19:48:44

Anja und ich haben es ja selbst erlebt, wie es ist, wenn man jemand hilft, der gemobbt wird. Meistens gerät man dann auch noch in den Sog der Attacken, es sei denn, dass man eine einigermaßen starke Persönlichkeit hat und sich zu wehren weiß. In der 7. Klasse hat mal jemand versucht mich über einen längeren Zeitraum zu mobben. Irgendwann war das Maß dann voll und ich habe denjenigen gegen die Wand geschleudert. Seitdem hatte ich dann keine Probleme mehr, sondern wurde hingegen respektiert und habe mich nachher mit demjenigen sehr gut verstanden.

Ich glaube, dass gerade auch der Respekt den man vor einer anderen Person hat eine ganz entscheidende Rolle spielt. Schulen müssten gezielter Selbstbewusstseinskurse oder sogar Selbstverteidigung anbieten, damit die Mobbing-Opfer in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden und sich nicht mehr fertig machen lassen. Mir hat damals der Kraftsport sehr gut geholfen mein Selbstbewusstsein zu stärken. Im Moment merke ich dieselbe Wirkung auch beim Kung Fu.

Leider ist es ja so, dass man sich heute nicht mehr auf die Lehrer verlassen kann, da diese zum Teil selbst nicht in der Lage sind sich durchzusetzen. Erst neulich wurde an einer Schule ein Lehrer zusammengeschlagen und auch wir haben es oft erlebt, dass Lehrer der benachbarten Hauptschule die Polizei rufen mussten, weil sie sich nicht mehr anders wehren konnten.

Vielleicht wäre es auch gut die Schüler und Eltern über die rechtlichen Möglichkeiten aufzuklären, um gegen Mobbing aktiv vorzugehen. Zumindest lassen sich Schulverweise der Täter erwirken. Schwierig dürfte es jedoch in den Fällen werden, in denen es nicht nur einen, sondern mehrere Täter gibt.
Was spricht allerdings dagegen auch 10 Schüler von der Schule zu verweisen !? Meistens leiden ja nicht nur die Mobbing-Opfer unter diesen Mitschülern, sondern auch andere, die vielleicht nicht geschlagen oder verbal penetriert werden, aber die Folge im Sinne der Tatsache erleben, dass wenn sie nicht spuren ( also mitlaufen ) auch Prügel bekommen könnten. Gerade diese Schüler muss man aber mobilisieren "Nein" zu sagen, denn wenn 10 Schüler "Nein" sagen und nur 5 mobben möchten, haben die Mobber ein Problem und nicht die Gemobbten ;)

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Beitragvon Elphaba » 14.12.2007, 02:14:18

And^y^-[Duckly] hat geschrieben:Anja und ich haben es ja selbst erlebt, wie es ist, wenn man jemand hilft, der gemobbt wird. Meistens gerät man dann auch noch in den Sog der Attacken, es sei denn, dass man eine einigermaßen starke Persönlichkeit hat und sich zu wehren weiß.


Genau deshalb kann ich es meinen Mitschülerinnen von damals auch nicht verdenken, dass sie mir nicht geholfen haben! Ich hätte es an ihrer Stelle vermutlich aus Angst auch nicht getan... :(

Ich denke, dass Mobbing-Opfer irgend ein Ventil brauchen, um ihre Wut und ihre Hilflosigkeit herauszulassen. In manchen Fällen laufen solche Menschen dann Amok und wollen andere um sich herum zerstören. Bei anderen richtet sich wiederum ihr Zorn gegen die eigene Person und sie fangen an sich selbst zu zerstören. So wie es bei mir der Fall war.
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Annie

Beitragvon Annie » 16.12.2007, 00:16:39

In Berlin haben sie ja nun Security Leute vor eine Schule gestellt, die für Recht und Ordnung sorgen sollen.

Was meint Ihr dazu?

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Duckly
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Beitragvon Duckly » 16.12.2007, 11:15:08

@Annie Meiner Meinung nach kann eine solche Lösung nur eine Behelfslösung sein. Außerdem symbolisiert sie die Hilfslosigkeit der Lehrer und Schulen. Das Ziel müsste doch sein sich der Probleme der auffälligen Schüler anzunehmen und vielleicht einmal mit ihnen über ihre Sorgen zu sprechen. Ich glaube, dass ihnen damit am meisten geholfen werden könnte. Lehrer sind doch nicht nur dazu da ihren Unterricht durchzuziehen, sondern sie haben auch noch eine pädagogische Funktion.
Es dürfte auch nicht so sein, dass es einen Vertrauenslehrer für die ganze Schule gibt, sondern jeder Lehrer müsste Vertrauenslehrer sein. Er müsste, wenn er merkt, dass ein Schüler oder eine Schülerin anscheinend Probleme hat auf diese Person zugehen, anstatt darauf zu warten, dass sie ihn anspricht. Manche Schüler trauen sich schließlich einfach nicht von sich selbst aus den Lehrer bzw. die Lehrerin anzusprechen.

Problem dürfte nur sein, dass es sogar Lehrer gibt, die sich am Mobbing beteiligen. Diese müsste man aufspüren und mit sofortiger Wirkung auf Lebenszeit aus dem Schuldienst verbannen.

Security-Personal an Schulen zu postieren symbolisiert doch im Prinzip nur, dass im Notfall Gewalt mit Gegengewalt bekämpft wird. Was solche Maßnahmen allerdings bewirken, kann man auch anhand anderer Schauplätze erkennen. Wenn man im Irak GIs zur Sicherung des Friedens aufstellt, kommt es zur Gegengewalt durch Terroristen. Beide Situationen sind vom Kern her also zu vergleichen.

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Annie

Beitragvon Annie » 16.12.2007, 11:49:18

@And^y^: Ich sehe das genauso wie Du. Ich denke nicht, daß es viel bringt, außer das mal eine Schlägerei aufgelöst wird. Das Problem an sich besteht aber weiterhin und so lange sich Lehrer nicht durchsetzen können und Eltern sich nicht um ihre Kinder und deren Probleme kümmern wird das auch nicht besser werden.

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Duckly
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Beitragvon Duckly » 16.12.2007, 15:13:48

@Annie Vor allem sehen gerade solche Jugendliche die Security eher als Provokation und neigen dann erst recht zu Gewalt.

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jellimmy

Beitragvon jellimmy » 16.12.2007, 15:37:53

also ich habe gehört, dass sie irgendwo in deutschland security leute aufgestellt haben, weil es da oft auch sexuelle straftaten gab, also von pädophilen, die sich in die schule geschlichen haben. war das auf der schule oder sind es jetzt gleich zwei schulen, die security männer haben?

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toma
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Beitragvon toma » 16.12.2007, 18:16:28

Lehrer sind doch nicht nur dazu da ihren Unterricht durchzuziehen, sondern sie haben auch noch eine pädagogische Funktion.

Meiner Meinung nach MUSS Erziehung im Elternhaus anfangen und zwar schon beim ganz kleinen Kind.
Wenn die Kinder in den KiGa, die Schule kommen, sind die meisten Probleme schon oft vorprogrammiert.
Und wenn die Eltern nicht mitziehen, nützt der beste Lehrer nichts.

Ich bin seit 35 Jahren Erzieherin, in den letzten 15 Jahren arbeite ich zwar als private Kinderfrau, aber ich habe genug erlebt. Ausserdem habe ich 2 Lehrer und eine Heilpädagogin in der engsten Familie und wir führen öfter berufliche Gespräche.

Ich habe 15 Jahre einen Kindergarten geleitet.
Bei Bastelabenden und Sommerfesten waren die Eltern in großer Zahl vertreten. Ging es aber um Vorträge/Diskussionen über Erziehungsprobleme, dann war immer nur eine Handvoll Eltern da und zwar DIE, deren Kinder NICHT "auffällig" waren.
Zu einem Infoabend mit der zukünftigen Lehrerin der Schulanfänger kamen von 16 eingeladenen Elternpaaren tatsächlich 2 Paare und 3 Mütter und DAS war schon 1984, es ist also nicht erst seit HEUTE ein Problem, aber es wird immer schlimmer.

Man versucht, den Kindern in KiGa + Schule WERTE zu vermitteln, und zu Hause können/dürfen sie die nicht umsetzen, oder sie erleben sie genau gegenteilig...

Ich habe selbst beobachtet, wie eine Mutter ihr Kind VOR DEM KiGa über eine rote Ampel zerrte. Das Kind wollte sie davon abhalten, weil wir genau an DEM Tag die Verkehrpolizei da hatten, die mit den Kindern geübt haben, dass man auf GRÜN warten muss.
Die Mutter gab dem Kind sogar eine Ohrfeige, weil es nicht mitgehen wollte... sie "hatte es eilig", sagte sie bloss, als ich sie am nächsten Tag zur Rede stellte...

Was soll ein Lehrer machen, der die Eltern eines 15jährigen nach dessen Freizeitaktivitäten fragt und zur Antwort bekommt: "DAS geht sie einen FEUCHTEN KERICHT an" ???

Heute fehlt an allen Ecken der RESPEKT, aber nicht nur der der Kinder vor den Erwachsenen, sondern AUCH die Kinder haben ein Recht darauf.
Selbst einem kleineren Kind kann man schon erklären, warum es dies oder jenes nicht tun soll/darf und die meisten Kinder sehen das auch ein, WENN MAN FRÜH GENUG DAMIT ANFÄNGT und keine "Schikanen" dabei sind.
Wenn ein Kind fragt "WARUM..." dann genügt es nicht, zu sagen, "weil ICH es will..." und "das verstehst Du noch nicht....dafür bist Du noch zu klein" ist nur eine Ausrede und Bequemlichkeit der Erwachsenen.

Ich habe meiner kleinen Pflegetochter immer ihre Fragen so gut wie möglich beantwortet. Sie war sehr aufgeweckt und hat schon früh gut gesprochen. Mit 2,5 Jahren fragte sie mich nach dem Grund für ein Verbot und auf meine Erklärung gab sie mir zur Antwort: " DAS habe ich nicht gewusst, gut dass Du mir das gesagt hast, dann mach ich das nicht mehr"

Kinder brauchen Grenzen und zwar so früh wie möglich, aber nicht mit Gewalt, sondern mit Geduld und Konsequenz. Vor allem aber brauchen sie Ansprache und Zuwendung, d.h. ZEIT und die haben die Eltern von heute anscheinend nicht mehr..... und dann wird nach Schule und Lehrern gerufen, die sollen dann kitten, was zu Hause schon vor Jahren kaputt gegangen ist
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Beitragvon Duckly » 16.12.2007, 19:14:56

toma hat geschrieben:Ich habe 15 Jahre einen Kindergarten geleitet.
Bei Bastelabenden und Sommerfesten waren die Eltern in großer Zahl vertreten. Ging es aber um Vorträge/Diskussionen über Erziehungsprobleme, dann war immer nur eine Handvoll Eltern da und zwar DIE, deren Kinder NICHT "auffällig" waren.
Zu einem Infoabend mit der zukünftigen Lehrerin der Schulanfänger kamen von 16 eingeladenen Elternpaaren tatsächlich 2 Paare und 3 Mütter und DAS war schon 1984, es ist also nicht erst seit HEUTE ein Problem, aber es wird immer schlimmer.


Dieses Problem kenne ich auch noch aus der eigenen Schulzeit. Auch an den Elternsprechtagen waren immer nur die Eltern anwesend, die eigentlich gar nicht kommen mussten. Allerdings zeigt die Tatsache, dass sie trotzdem kommen, dass ihnen die Entwicklung ihrer Kinder wichtig ist. Das ist der entscheidende Unterschied zu den Eltern der Kinder, die auffällig sind.
Klar, an Festtagen im Kindergarten oder der Schule sind die Eltern der auffälligen Kinder auch gerne dabei, weil sie dann ja ein positives Bild von sich vermitteln können. An den Elternsprechtagen hingegen würde deutlich, wie überfordert sie mit der Erziehung eigentlich sind und dann kommen sie aus Scham nicht oder weil sie einfach nicht wahrhaben wollen, dass sie einen Fehler machen. Diese Einstellung hingegen finde ich einfach primitiv, denn diese Eltern sind egoistisch. Das ihre Kinder oftmals auffällig sind, weil sie Sorgen oder Ängste haben, dass wollen sie einfach nicht anerkennen. Hauptsache sie brauchen sich nicht darum kümmern.

Gerade diese Eltern sollte man aber mal fragen, ob sie sich nicht auch in ihrer Kindheit gewünscht hätten, dass ihre Eltern öfter ein Ohr für sie gehabt hätten, denn ihr Schicksal ist meistens mit dem ihrer Kinder identisch. Man sollte jedoch aus Fehlern lernen und sie nicht ebenfalls begehen.

Ich selbst hatte in der Schule einen Mitschüler mit dem ich mich immer sehr gut verstanden habe. Er hat allerdings auch ziemlich viel Mist gebaut und musste zweimal ein Schuljahr wiederholen. Allerdings nicht, weil er zu dumm war, sondern, weil er zu Hause viele Probleme hatte. Die Lehrer hingegen hielten es aber nicht für nötig ihn mal zu fragen, wie sie ihm helfen könnten. Stattdessen haben sie ihm eine Klassenkonferenz nach der anderen verpasst. Geändert hat sich durch diese Maßnahmen nichts. Irgendwann hat er allerdings selbst den Entschluss gefasst sein Leben zu verändern und dann doch das Abitur geschafft. Darüber habe ich mich persönlich sehr gefreut, weil ich es schade gefunden hätte, wenn jemand, der so intelligent ist wie er, wegen sozialer Vernachlässigung durch Familie und Schule noch weiter abgerutscht wäre.

Einem anderen Bekannten von mir ist es leider so ergangen und ich bin davon überzeugt, dass die Lehrer erheblich dazu beigetragen haben. Hätten sie ihn mal gefragt, ob er zu Hause Probleme hat und dies berücksichtigt, hätten sie ganz anders auf sein Verhalten reagieren können.

Anstatt Security-Personal an Schulen einzustellen, sollte man vielleicht besser auf Street-Worker oder Sozialpädagogen setzen. Erste Experimente an Hauptschulen haben gezeigt, dass gerade Sozialpädagogen sehr viel bewirken können.
Zuletzt geändert von Duckly am 16.12.2007, 19:19:58, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Sisi Silberträne » 16.12.2007, 19:18:59

Ich habe auch Lehrer im Bekanntenkreis, die erzählen manches Mal schon ziemlich arge Sachen. Es wird einfach immer mehr von der Erziehungsarbeit auf die Lehrer abgewälzt. Dafür einem Kind die elementaren Regeln und Manieren beizubringen, sind Lehrer aber nicht da. Das ist die Aufgabe der Eltern.

Aber Eltern die z.b. selbst keine besseren Umgangsformen besitzen als einander anzuschreien und zu beschimpfen, können ihrem Kind gar nicht beibringen, wie man mit anderen Menschen umgehen sollte. Sei es nur ruhig und sachlich auf die Meinung eines anderen zu reagieren. Das kann man auch in Internetforen oft genug sehen.

Das Fernsehen und die ganzen Konsolen wird dazu wohl auch noch das seinige beitragen. Als ich klein war, habe ich natürlich auch ferngesehen, aber ich hatte nie eine Spielkonsole. Nur den Sega Game Gear. Ich habe allerdings lieber gelesen als mit dem Teil zu spielen. Im Fernsehen habe ich gerne "Captain Planet" angesehen, oder "Wo steckt Carmen Sandiego?" Solche Sendungen spielts heutzutage irgendwie gar nicht mehr. Ich schaue jetzt noch sehr gerne Zeichentrickserien, am liebsten Disney, aber keine von meinen Lieblingsserien läuft noch. RIP "Gargoyles". Dafür in Endlosschleife dieser Schwamm. Was soll der vermitteln? Dass man überleben kann, wenn man sich ausschließlich von Fastfood ernährt? Dass Bio fürn Hugo ist? *sfz*
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Beitragvon Duckly » 16.12.2007, 19:29:49

@Sisi Dem schließe ich mich an. Ich habe früher auch "Captain Balu", "Chip und Chap" oder "Als die Tiere den Wald verließen" geschaut. Besonders die zuletzt genannte Sendung hat soziale Werte vermittelt.

Was läuft denn heute noch !? GZSZ, wo "Fremdgehen", "Sex mit jedem X-Beliebigen" und "Coolsein ist In" vermittelt wird. Mal ganz abgesehen von Sturm der Liebe, wo es nur um Intrigen geht. Explosiv, wo Paris Hiltons Sex Tape im Abendprogramm thematisiert wird. Solche Sendungen können wohl kaum zur Unterstützung einer wertebasierten Erziehung dienen.

Ich merke es in letzter immer häufiger, dass es kaum noch einen Sender gibt, wo nicht eine Sendung mit dem Thema "Mord", "Gewalt", "Sex", "Fremdgehen", "Intrigen" etc... läuft. Wo sind die guten alten Märchenfilme hin und warum zeigt man diese nur an Weihnachten ? Das ganze Jahr über darfst du die Sau rauslassen, nur an Weihnachten musst du brav sein !? Ich finde sowas pervers.

Die Medien haben einen entscheidenden Einfluss auf die Gesellschaft. Heute verbringen viele Menschen einen Großteil ihrer Zeit vor dem Fernsehen oder im Internet. Weit weg also von der Realität.
Wozu auch noch etwas anderes machen !? Der moderne Mensch liebt es ja möglichst bequem. Spieleabende sind doch lästig und mal ganz abgesehen von dem Stress, den die Eltern mit ihren Kindern dabei hätten... Tja, wer es glaubt. Den wahren Stress haben die Eltern doch jetzt mit ihren Kindern, weil sie gerade keine Spielabende mehr machen oder mit ihren Kindern in den Zoo gehen und etwas gemeinsam unternehmen.
Zuletzt geändert von Duckly am 16.12.2007, 19:34:23, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon ChristineDaae » 16.12.2007, 19:34:13

And^y^-[Duckly] hat geschrieben:Ich merke es in letzter immer häufiger, dass es kaum noch einen Sender gibt, wo nicht eine Sendung mit dem Thema "Mord", "Gewalt", "Sex", "Fremdgehen", "Intrigen" etc... läuft. Wo sind die guten alten Märchenfilme hin und warum zeigt man diese nur an Weihnachten ? Das ganze Jahr über darfst du die Sau rauslassen, nur an Weihnachten musst du brav sein !? Ich finde sowas pervers.


Ja, das finde ich auch. Ich meine, natürlich sehe ich auch gern mal einen Krimi und es ist auch lustig, sich mit Freundinnen hinzusetzen, selbstgemachtes Popcorn zu essen und sich eine Serie nach der anderen reinzuziehen.
Aber trotzdem Ist es wirklich schade, dass Märchenfilme nur zu Weihnachten kommen. Die könnten meiner Meinung nach das ganze Jahr über immer mal wieder gezeigt werden, und nur Weihnachten ganz "brav" sein ist wirklich blöd.
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Beitragvon Sisi Silberträne » 16.12.2007, 20:45:41

And^y^-[Duckly] hat geschrieben:@Sisi Dem schließe ich mich an. Ich habe früher auch "Captain Balu", "Chip und Chap" oder "Als die Tiere den Wald verließen" geschaut. Besonders die zuletzt genannte Sendung hat soziale Werte vermittelt.

Jaaaahh, "Als die Tiere den Wald verließen" habe ich geliebt.
Und die alte Glücksbärchis-Serie. Und "In einem Land vor unserer Zeit". Ich liebe den auch heute noch, aber den diversen Fortsetzungen kann ich nichts abgewinnen.
Was ich auch vermisse, sind die wunderschönen Disney-Filme, jedes Jahr ein neuer im Kino. Dschungelbuch, Arielle, Aladdin, Schöne und das Biest, Pocahontas... und noch neuer "Die Bärenbrüder", heule dabei jedes Mal.
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jellimmy

Beitragvon jellimmy » 16.12.2007, 21:47:32

ich habe als ich ein kleines kind war immer "als die tiere den wald verließen" oder "biene maia" gesehen. (@ sisi: "wo ist carmen sandiego" habe ich auch geliebt. :P )
ich bin gar nicht auf die idee gekommen, irgend welche filme zu sehen, bei denen es um gewalt oder weiteres geht. das höchste war "kommissar rex" aber das haben mir meine eltern sehr lange auch "verboten", weil sie nicht wollten, dass ein allzu kleines kind so etwas sieht.
aber wenn ich mir heute meine kleine kusine anschaue, denke ich mir wirklich, was kinder heute sehen. sie ist schlecht in der schule, weil sie immer fernsieht und das einzige thema über das man mit ihr reden kann sind die neuesten serien auf super rtl....


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