Moderatoren: Sisi Silberträne, Elphaba
Ringmaster93 hat geschrieben:4. Besetzung: top (komplette 1. Besetzung außer Janet, die von Jenny Perry allerdings absolut auf 1.Cast-Niveau dargestellt wurde; nur eine Außnahme möchte ich bei Charles Brunton machen, der als Eddie leider nicht überzeugt hat)
Sisi Silberträne hat geschrieben:Wieso sollte die Zweitbesetzung überhaupt ein geringeres Niveau haben als die Erstbesetzung?
Eclipse hat geschrieben:Ich finde gut, dass du dich mit den ganzen Inzenierungen außeinandergesetzt hast, dennoch finde ich deine Kritiken fast beleidigend für die Künstler, die auf der Bühne stehen. Und nach langem Recherchieren, muss ich sagen, dass deine lieben Komplimente à la widerlich und hässlich einfach vollkommen übertrieben sind.
Ceytlin hat geschrieben:Verstehe ich gut, wenn es zu sehr vom eigentlichen Stück abweicht finde ich das auch nicht gut. Aber ich habe z.B. kein Problem mit einem weiblichen Hamlet oder modernen Kostümen, so lange ich das Gefühl habe, der Geist des Stücks wird vermittelt und nicht einfach irgendwas total anderes gemacht und alles bis zur Unkenntlichkeit verändert oder - was im Sprechtheater leider vorkommt - es geht um Provozieren um des Provozierens willen. Aber Abweichungen in Bühnenbild und Kostümen oder kleine Änderungen finde ich wiederum interessant, daher schaue ich mir gerne auch mal verschiedene Inszenierungen an, wenn es sich ergibt. Da finde ich gerade die Unterschiede spannend.
Bei Rocky Horror war Magdeburg z.B. ganz anders gemacht als Leipzig, wobei mir letzteres besser gefallen hat, trotzdem ist es sehr interessant, was für unterschiedliche Ideen eingebracht werden, und bei beiden gibt es manches, was ich mochte und ein paar Sachen, die nicht ganz so meins sind. Wären beide fast identisch, wäre es aber auch irgendwo langweilig. Wie der Regisseur das Stück umsetzt und die Darsteller die Rollen interpretieren, finde ich sehr interessant.
DracosAdriana hat geschrieben:Na da ist mal wieder wer der nur seine Sichtweise als die richtige Sichtweise zulässt was eine Interpretation eines Musicals zulässt! Ich finde es sehr anmaßend wie über Inszenierungen kritisiert wird die man nicht selbst gesehen hat und so mit das Gesamtbild garnicht kennt! Klar kann ich sagen das spricht mich nicht an, deshalb gehe ich nicht in diese Inszenierung, aber dann enthalte ich mich aber auch jeder Kritik!
Persönlich finde ich die unterschiedlichen Interpretationen immer interessanter als wenn sich jemand originalgetreu an ein Stück hält. Denn ich möchte sehen das sich der Regiesseur mit dem Stück auseinandergesetzt hat und mir seine Gedanken über das Stück mitteilt! Nein ich finde da auch nicht alles gut, aber andere Sichtweisen sind interessant und lassen mich das Stück auch mal aus einer anderen Perspektive sehen!
Ich habe von den unten Angesprochenen, Nürnberg, Leipzig, Hagen, Magdeburg gesehen und es waren die unterschiedlichsten Interpretationen wovon mich nicht jede angesprochen hat, aber ich bin froh sie gesehen zu haben!
Die Aktuelle Tour hab ich noch nicht gesehen und werde sie auch nicht sehen weil mich dort die Bilder nicht ansprechen, enthalte mich aber jeglicher Kritik dazu das ich nicht weis wie die Inszenierung auf mich wirken würde!
Ceytlin hat geschrieben:Zumal es in der Natur der Sache liegt, dass bei der Inszenierung auch ein gewisses Maß an künstlerischer Freiheit besteht, ein Regisseur eigene Ideen einbringt, ein Stück aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und entsprechend auch umgesetzt werden kann.
Ringmaster93 hat geschrieben:Und dass viele Regisseure enorm unkreativ sind merkt man doch daran, dass es in vielen Inszenierungen eine Essenszene gibt, die nur für den Film gemacht wurde...
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Eponine Thénardier hat geschrieben:Ringmaster93 hat geschrieben:Und dass viele Regisseure enorm unkreativ sind merkt man doch daran, dass es in vielen Inszenierungen eine Essenszene gibt, die nur für den Film gemacht wurde...
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Also, ich kenne bisher nur den Film, deshalb kann ich nicht viel dazu sagen, wie mir davon abweichende Inszenierungen gefallen, allerdings verstehe ich nicht, dass die Tatsache, dass in vielen Inszenierungen diese Essensszene mit hinzugenommen wird, für die Unkreativität eines Regisseurs spricht.Dass Szenen oder Lieder nach dem Erfolg einer Verfilmung übernommen werden, kann ja durchaus sein, ein anderes Beispiel dafür - wenn es sich auch nicht ganz mit deinem deckt- wäre Cabaret: Songs wie "Maybe this time" oder "Money Money" kamen in der originalen Bühnenversion überhaupt nicht vor, sie wurden erst für den Film komponiert, aber durch diesen so berühmt, dass sie heute in fast alle Bühnenversionen mitaufgenommen werden - und da hat das auch nichts mit Unkreativität zu tun.
Ich denke, bei der Rocky Horror Show kennen die meisten Leute zuerst den Film, bevor sie ins Theater gehen, und ich könnte mir vorstellen, dass die meisten Regisseure durch so etwas die dadaurch entstehenden Erwartungen des Publikums versuchen zu erfüllen. Also, wie schon gesagt, mit Unkreativität auf Seiten der Regie hat das für mich nichts zu tun.
Also, zurück zum Thema Rocky Horror: Wie ich schon geschrieben habe, ich kenne bisher nur den Film, werde aber die Tourproduktion sehen, worauf ich mich schon sehr freue. Ich finde es aber nicht schlimm, wenn die Regie, Bühnenbild oder die Kostüme ausgefallener oder einfach anders als das sind, was man vielleicht kennt oder gewohnt ist.
Elphaba hat geschrieben:Und nur weil man keine eigene Meinung hat, sondern die des Urhebers übernimmt, hat man automatisch Recht?
Wenn ein Autor/Komponist freigibt, muss er damit leben, dass andere ihre Interpretationen anbringen. Und wenn er das wirklich gesagt haben sollte, so zeugt das nicht von Stil oder Intelligenz, vom Original abweichende Inszenierungen oder gar Darsteller als "widerlich" zu bezeichnen...
Und besonders kreativ ist es auch nicht, einfach die Meinung des Autors zu übernehmen und zu meinen, damit die ultimative und unanfechtbare Wahrheit gepachtet zu haben...
So läuft das im Theater tatsächlich nicht. Eigene und mitunter ganz andere Inszenierungen sind Standard und wenn der Herr Autor das nicht will, dann soll er es verbieten. Dann kann er sich gleich mit dem Disney-Konzern in einen Topf werfen lassen.
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