Ist aber so. Wirst du mit Leben müssen. Die Rolle war Fehlbesetzt, das Lied absolut unnötig und langweilig, die Szene überladen. Wir reden hier von hochpreisigem Musicaltheater, nicht von billigem Kaspertheater.
Aber vielleicht gefällt dir das hier besser, das hab ich auf der Facebookseite der Show hinterlassen:
Ich hab mir das gestern in der Martineé mal angeschaut. Ich hab das Stück sehr kritisch beäugt, leider hat der Funke nur selten gezündet. Die Musik finde ich durchweg gut und gelungen, auch die Schauspieler machen einen sehr guten Job, allen voran die Kinder. Aber: Das Pausenfinale zündet nicht, und erscheint überflüssig und langweilig. Vielleicht sollte man da mal umbesetzen. Und da sins wir auch schon gleich beim nächsten Problem: Die Tontechnik. Ich saß in Reihe 4, und wenn das Ensemble gesungen hat, dann hat man die Solostimmen nicht mehr gehört. Da sollte auf jedenfall nachgebessert werden. Man merk spätestens nach dem Stück, das etwas fehlt, nämlich die Nummer, die einen in den Sitz presst und nicht mehr los lässt. Ansätze dafür gibt es genug, sei es die Ohrfeige, die gebratenen Kaninchen, oder die Erzählung des Vaters über seine Erlebnisse in der Kriegsgefangenschaft. Das alles verpufft. Insbesondere beim letzteren ist es in einem Bühnenstück vielleicht unklug, sich da an die Filmvorlage zu halten. Die Szene ließ mich komplett kalt, da hätte man richtig was draus machen können. An wenigen Stellen sind mir etwas merkwürdige "Reim dich, oder ich schlag dich" stellen im Text aufgefallen, etwa bei der Ohrfeigenszene, und irgendwo im zweiten Akt war da auch noch was. Da sollte man nochmal ran, das hört sich komisch an. Ansonsten finde ich die Texte gut gelungen. Neben dem klasse Ensemble am Spielfeldran, sind mir Marie Lump und David Jakobs besonders aufgefallen. Sie lieferten ohne jeden Zweifel die Beste Arbeit ab. Mark Waigel als Vater schien mir etwas blass, aber er hats auf jedenfallgeschafft, dass ich ihn gehasst hab. Vera Bolten...joa, war auch da. Kann weder was schlechtes noch was gutes über sie schreiben. Ausser, dass sie Stimmgewaltig ist, aber sie braucht die Stimmgewalt ja nicht, keiner der Darsteller braucht diese so wirklich, weil die Lieder zwar gut, aber blass sind. Die einzigen Nummern, die an dem Nachmittag gezündet haben neben dem Finale ware "Hoch auf dem Gelben Wagen" und die Fussballakrobatik. Das Puplikum war beim Schlussapplaus schwer von den Sitzen zu kriegen. Star des Nachmittages war der kleine Julian. Ich fände es einfach fair den Kindern gegenüber, sie auch mit Nachnamen zu nennen, weil ohne sie würde die Show nicht funktionieren. Mein Fazit: Ein ungeschliffener Rohdiamant, es wurde jede Menge Potenzial in der Story verschenkt. Dennoch bin ich dankbar, für das aufgreifen dieser Geschichte. Was bei Hinterm Horizont nicht funktioniert, weil der Komponist sich selber darstellen wollte, funktioniert hier ganz gut, aber eben nur gut. Da ist noch viel Luft nach oben.